Günter Sauerzopf beginnt seinen Dienst in der KAV-Wäscherei frühmorgens. © Bohmann/Bubu Dujmic

Ein Tag unter Wäscherei-MitarbeiterInnen

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Günter Sauerzopf durch die KAV-Wäscherei, wo die Textilien aus Wiens Spitälern und Pflegewohnhäusern gereinigt werden.

Um 5.15 Uhr fährt sein U-Bahn-Zug im siebenten Bezirk ab. "Man glaubt gar nicht, wie viele Leute um die Zeit schon unterwegs sind", erzählt Günter Sauerzopf. Rund eine halbe Stunde später kommt der Mitarbeiter der KAV-Wäscherei an seinem Arbeitsplatz im 14. Bezirk an.

Ob OP-Bekleidung, Bettwäsche, Handtücher, Leintücher oder Wischmops: In der Großwäscherei in Penzing landen jeden Tag durchschnittlich 32 Tonnen Wäsche aus Wiener Gemeindespitälern und Pflegewohnhäusern. Rund 100.000 Teile werden täglich sorgfältig gewaschen und hygienisch aufbereitet. Günter leitet das Expedit. Hier wird die saubere Wäsche in Rollwägen ausgeliefert. Die Rollwägen sind extra mit Stoff ausgekleidet, damit die Ware geschützt und hygienisch rein bleibt.

Günter Sauerzopf beginnt seinen Dienst in der KAV-Wäscherei frühmorgens. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Am frühen Morgen geht es los

Es ist 5.45 Uhr. Günter öffnet die Tore zur Halle, schaltet seinen Computer ein und dreht die Lichter in der riesigen Wäscherei auf, die sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern füllt. Ein Kaffee geht sich für ihn nicht mehr aus. Sofort beginnt er die Rollwägen vom Vortag, die mit sauberer Wäsche beladen sind, zu kontrollieren und die Lieferscheine bereitzustellen.

Schon um 6 Uhr früh kommen drei Lkw, um die saubere Wäsche abzuholen. Doch davor muss klar sein, wohin sie gehören. "Die Kolleginnen und Kollegen haben in den Rollwagen Zettel gelegt und notiert, welche und wie viele Wäschestücke sich darin befinden. Aus diesen Packlisten mache ich Lieferscheine und fertige die Container damit auch elektronisch ab. Auf jedem Rollwagen ist außerdem ein Strichcode, den ich einlese. Dadurch ist nachvollziehbar, wohin Container geliefert werden." Pro Fahrzeug können das bis zu 20 oder mehr Lieferscheine sein, die Günter erstellt.

Günter scannt einen Barcode ein. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Bevor er weitererklären kann, sind die ersten beiden Lkw bereits angekommen. Die Fahrer beladen die Ladeflächen, nehmen den Fahrtenpass von Günter entgegen und fahren die Wäsche zu den angegebenen Kunden. "Die ersten Lkw kommen um 6 Uhr, die nächsten vier um 6.30 Uhr und so geht es im Eineinhalb- bis Zwei-Stunden-Takt weiter. Sie sind mit 18 bis 27 Rollwägen beladen, darunter auch leere für die Schmutzwäsche. Sobald die Fahrer da sind, geben sie mir einen Fahrtenpass ab. Darin ist notiert, woher sie kommen und wohin sie fahren."

Die saubere Wäsche wird in große Lkw verladen und zu den Kunden gebracht. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Waschmaschine oder Zugabteil?

Doch im Expedit ist bereits das Ende der "Waschmaschine" erreicht. Der Waschkreislauf beginnt einen Stock tiefer. Hier liefern die Lkw die Schmutzwäsche in Rollwägen an. Sie ist in Stoffsäcken verpackt. Diese werden auf ein Förderband gelegt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verladen die Wäsche. Richtig getrennt landet die Wäsche in riesigen blauen Säcken. Sobald die Säcke 50 Kilogramm beinhalten, schließen sie sich automatisch. Eine Vorarbeiterin bestimmt über den Computer den weiteren Weg der Säcke. Sie fahren über einen Aufzug einen Stock höher und bleiben über einer von drei riesigen Waschmaschinen hängen.

Von den Rollwägen aus wird die Wäsche weiterbearbeitet. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Dann plötzlich öffnet sich der Sack und die Wäsche fällt hinein. Das passiert im Zwei-Minuten-Takt, wobei diese Waschmaschinen mehr an Zugabteile erinnern. Kein Wunder, sie fassen auch eine Tonne.

Strenge Kontrolle und Überprüfung

Je nach Wäscheart wird die Wäsche thermisch desinfiziert, also gekocht, oder chemisch thermisch desinfiziert, also mit Desinfektionsmitteln behandelt. Die Desinfektionswirkung überprüft die MA 39 - Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien regelmäßig. Die Wäscherei ist ein EMAS-zertifizierter Ökobetrieb. Das heißt, Wasser, Energie und Waschmittel werden effizient eingesetzt.

Günter im Gespräch mit einem Kollegen. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Nach dem Waschgang drückt eine Presse das Wasser aus. Über ein Förderband kommen die sauberen Teile zu unterschiedlichen Stationen. Zum Beispiel hängen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag rund 8.000 Patientinnen- und Patienten-Hemden in eine automatische Förderanlage ein. Sie landen im Finisher, einer Art Föhn, der sie trocken bläst. Andere Wäschestücke müssen in die Bügelmaschine, im Fachbegriff "Mangeln". Zusammengelegt oder aufgehängt kommt die Wäsche in die Rollwägen und landet im vorderen Teil der Halle im Expedit. Außer der Dienstbekleidung, die bereits 60 Mal gewaschen wurde. Sie scheidet automatisch aus. Das funktioniert über Chips, die in der Wäsche eingenäht sind. Kaputte Wäsche kommt in die zugehörige Näherei.

Der Wäschekreislauf

Im Expedit stehen die Rollwägen bereit. "Die Krankenhausstation gibt Bescheid, was sie braucht, und demnach befüllen wir die Rollwägen zuerst mit den schweren, dann mit den leichteren Wäschestücken", erklärt Günter. Wäschesäcke für die Schmutzwäsche werden ebenfalls mitgeliefert. Und der Kreislauf beginnt von vorn.

"Es muss alles genau ablaufen", weiß Günter aus eigener Erfahrung. "Funktioniert etwas nicht nach Plan, muss man schnell reagieren." Für Pausen bleibt da wenig Zeit, doch zwischen 9 und 9.15 Uhr sowie zwischen 12 und 12.30 Uhr verschnaufen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sofern es möglich ist. Günter: "Wenn etwas zu tun ist, muss es eben erledigt werden."

Die Hemden werden in eine automatische Förderanlage eingehängt. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Zum Leiter hochgearbeitet

180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Wäscherei tätig. Dazu gehören auch die Außendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, Leute vom Fuhrpark und der eigenen Werkstatt. Günter ist seit mehr als 30 Jahren dabei. "Angefangen habe ich auf dem Bau. Wir hatten in der Wäscherei eine Baustelle. Ich habe mich als Fahrer hier beworben, wurde aufgenommen und bin damals noch ins Alte AKH gefahren." Mit der Zeit hat er sich bis zum Leiter des Expedits hochgearbeitet. Seinen Beruf mag er noch immer. "Ich kann selbständig arbeiten und mich im vorgegebenen Rahmen frei bewegen. Das finde ich gut."

Günter überprüft noch einmal die Wägen, bevor die frische, gewaschene Wäsche die Wäscherei verlässt. ©Bohmann/Bubu Dujmic

Entspannung findet Günter Sauerzopf bei seinem Hobby. "Ich baue und repariere Modellflieger." Sogar einen Lkw der Wäscherei hat er nachgebaut. Und wie steht es eigentlich mit der eigenen Wäsche? "Ich muss zugeben, dass das meine Frau macht. Ich hab in der Arbeit genug mit Wäsche zu tun und mit so kleinen Mengen kann ich nichts anfangen."

Vorteilspartner CLUB WIEN

Haus der Musik

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten CLUB WIEN-Mitglieder 3 Euro Ermäßigung auf den Kartenpreis.

Erfahren Sie mehr 30910

Jüdisches Museum Wien

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt im Jüdischen Museum und im Museum Judenplatz!

Erfahren Sie mehr 31108

Schutzhaus Zukunft

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung bei diversen Veranstaltungen im Schutzhaus Zukunft!

Erfahren Sie mehr 31167

CEWE FOTOBUCH

Ihre schönsten Erinnerungen in einem CEWE FOTOBUCH für immer festhalten! CLUB WIEN-Mitglieder erhalten einen Gutschein im Wert von 10 Euro für ein CEWE FOTOBUCH ab einem Warenwert von 40 Euro sowie ein Fotoprodukt Ihrer Wahl portofrei.

Alle Vorteilspartner