Tabea (20) ist Tierpflegerin im TierQuarTier Wien. Sie hält "Cavalier King Charles"-Weibchen Babsi im Arm. Die elfjährige Hunde-Dame wurde durch den Tod ihres Frauerls zur Waise. Im TierQuarTier wird sie so lange umsorgt, bis sie ein neues Frauerl oder Herrl gefunden hat. © PID/Christian Jobst

Ein Tag unter TierpflegerInnen: "Von Hunden bekomme ich nie genug"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Tierpflegerin Tabea bei der Arbeit im TierQuarTier Wien.

Kurz vor acht Uhr früh ist es im TierQuarTier noch still. Hunde, Katzen, Kaninchen und Co warten in ihren geräumigen Zwingern und Ställen darauf, versorgt zu werden. Während manche Tiere noch tief schlafen, sind andere schon hellwach und wedeln aufgeregt mit dem Schweif. Zum Beispiel Bueno. Er ist ein stattlicher, zwei Jahre alter "American Staffordshire Terrier"-Mischling. Sehnsüchtig wartet er auf Tierpflegerin Tabea. Die beiden haben sich nämlich besonders lieb. Bueno wurde von seiner Vorbesitzerin nicht artgerecht gehalten. Er wurde ausgesetzt, gefunden und später ins TierQuarTier im 22. Bezirk gebracht. Bueno hat seither Angst vor Frauen. Auch vor Tabea fürchtete er sich anfangs. Die beiden kamen sich aber im Laufe der Zeit immer näher. "Ich habe mich oft zu ihm gesetzt und ihm gezeigt, dass ich ihm nichts antun will", sagt die 20-Jährige. Mittlerweile sind Tabea und Bueno unzertrennlich. Bis dahin war es aber ein weiter Weg. Es dauerte über einen Monat, bis Tabea erstmals alleine mit Bueno Gassi gehen konnte.

Austoben im eigenen Garten

Kurz nach acht Uhr ist es endlich so weit. Tabea betritt den "Hundegang". Die Tiere sind aufgeregt, bellen und springen. "Sie wissen, es gibt nun Futter", sagt Tabea lächelnd. Zu allererst sieht sie in den Zwingern nach dem Rechten und versichert sich, dass es den Hunden gut geht. Sie öffnet die Klappen zu den Außenbereichen, über die jeder Zwinger verfügt. Dort schnappen die Tiere frische Luft und toben sich aus. Nachdem die Vierbeiner im Freien Gassi waren, erhalten sie ihr Futter.

Tabea bereitet für die Hunde das Frühstück vor (l.), das sie nach der ersten Gassi-Runde bekommen. Noch vor der ersten Gassi-Runde lässt die Tierpflegerin die Hunde in den Außenbereich der Zwinger (r.). © PID/Christian Jobst

Mehr als streicheln und Gassi gehen

Tabea ist Diplomierte Tierpflegerin. Ihre dreijährige Ausbildung hat sie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien absolviert. Ihr war schon während ihrer Kindheit klar, dass sie sich auch im Berufsleben mit Tieren beschäftigen möchte, sagt sie. Bereits während ihrer Ausbildung bewarb sie sich im TierQuarTier und ist dort seit April 2015 als Tierpflegerin tätig. Tabea ist zwar qualifiziert, für alle Tiere zu sorgen, im TierQuarTier ist sie aber ausschließlich für Hunde zuständig. "Manche denken, mein Job besteht nur aus streicheln und Gassi gehen, aber das stimmt nicht", sagt Tabea. "Für den Beruf braucht man viel Erfahrung, eine gute Ausbildung und vor allem Geduld." Zu Tabeas Aufgaben gehört nicht nur das Füttern und Pflegen der Tiere. Sie hält auch die Zwinger der Hunde sauber und ist oft bei der Übergabe an künftige Besitzerinnen und Besitzer dabei. Das TierQuarTier bietet Platz für über 150 Hunde, 300 Katzen und Hunderte Kleintiere. Einige Tiere, die ins TierQuarTier Wien gebracht werden, sind schwer traumatisiert, was viel Fingerspitzengefühl und vor allem Ruhe und Geduld im Umgang mit ihnen erfordert. "In den meisten Fällen gewöhnen sich die Hunde schnell an uns. Es ist wichtig, ihnen Zeit zu geben", sagt Tabea.

Der zwei Jahre alte Husky-Rüde Magic begrüßt Tabea, während er sich in seinem Außenbereich austobt. © PID/Christian Jobst

Jedes Tier, das ins TierQuarTier Wien kommt, wird in der eigenen Ordination des TierQuarTiers erstuntersucht. Dann beziehen sie ihr vorübergehendes Zuhause. Hunde, die gemeinsam in das TierQuarTier gekommen sind, bleiben während ihres Aufenthalts auch meist zusammen.

Die beiden Chihuahua-Männchen Holmes (l.) und Sherlock wohnen zusammen in ihrem gemütlichen Zwinger. © PID/Christian Jobst

Das TierQuarTier Wien ist eines der modernsten Tierschutz-Kompetenzzentren Europas. Seit der Eröffnung im Jahr 2015 hat das TierQuarTier über 2.840 Tiere vermittelt. "Am beliebtesten sind beispielsweise Welpen, Kaninchen oder Baby-Katzen. Sie sind oft schon nach ein paar Tagen wieder weg. Ältere und größere Hunde sind manchmal nicht so leicht zu vermitteln", erzählt Tabea, während sie für ihre Schützlinge das Mittagessen vorbereitet. "Trotzdem haben bislang alle Tiere ein neues Zuhause gefunden."

Im Kleintierbereich leben unter anderem Kaninchen, Ratten und Mäuse. © PID/Christian Jobst

Erstes Kennenlernen in der "Begegnungszone"

Bevor Interessentinnen und Interessenten ihr Wunsch-Hund vorgestellt wird, füllen sie einen eigens entwickelten Interviewbogen aus. Sie geben unter anderem an, an welchem Hund sie interessiert sind, und geben auch über ihre persönliche Lebenssituation Auskunft. "Jeder Hund hat unterschiedliche Bedürfnisse, auf die wir bei der Vergabe an seine neue Besitzerin oder seinen neuen Besitzer Rücksicht nehmen. So brauchen manche viel Auslauf, andere wiederum brauchen viel Aufmerksamkeit oder können nicht zusammen mit anderen Tieren gehalten werden. Erst nach einem ausführlichen Gespräch lernen Interessentinnen und Interessenten ihren Wunsch-Hund kennen", so Tabea. "Haustiere sind eine unglaubliche Bereicherung, sollten aber nicht als unüberlegtes Geschenk angeschafft werden", sagt die Tierpflegerin.

Hund und künftiges Frauerl oder Herrl lernen sich in einer "Begegnungszone" kennen. Dabei handelt es sich um einen großen abgegrenzten Außenbereich, in dem sich Mensch und Tier beschnuppern können. Stimmt die Chemie und die zukünftige Haltung, dann darf sich das Hunderl über ein neues Zuhause und die Besitzerin oder der Besitzer über eine neue Freundin oder einen neuen Freund freuen. "Erfolgreiche Vermittlungen betrachte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber zum Schluss bin ich glücklich, dass die Tiere ein schönes Zuhause bekommen haben", erzählt Tabea.

Im TierQuarTier Wien gibt es einige "Begegnungszonen", in denen Mensch und Tier Raum und Zeit haben einander kennenzulernen. © PID/Christian Jobst

Nach einem Tag unter Hunden ist für Tabea noch lange nicht Schluss. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, warten ihre eigenen zwei Hunde, Muffin und Tinkerbell, auf sie. "Von Hunden bekomme ich einfach nie genug", sagt Tabea und lacht.

Das "Cavalier King Charles Spaniel"-Weibchen Babsi bekommt ihre Streicheleinheiten am liebsten von Tabea. © PID/Christian Jobst

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