Albert Görlich ist mittlerweile seit über 25 Jahren Sporthallenwart bei der MA 51. Eigentlich wollte der Wiener in die USA auswandern, bis er als Leiter der Sporthalle Margareten seinen Traumjob fand. © PID/Markus Wache

Ein Tag unter SporthallenwartInnen: "Ich versuche zu helfen, wo ich helfen kann."

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Albert Görlich bei seiner Arbeit. Gemeinsam mit seinem Team veranstaltet er jedes Jahr in der Sporthalle Margareten ein Benefizfußballspiel für Schmetterlingskinder.

"Tag für Tag, wenn ich in der Sporthalle bin, geht mein Herz auf. Am Morgen komme ich mit Begeisterung herein und am Abend freue ich mich schon auf meinen nächsten Dienst." Für Albert Görlich ist die Arbeit als Sporthallenwart kein gewöhnlicher Beruf, für ihn ist es seine Berufung.

Traumberuf: Sporthallenwart

Seit mittlerweile fast 25 Jahren arbeitet Albert als Sporthallenwart beim Sportamt, Magistratsabteilung 51. Als Leiter der Sporthalle Margareten kümmert er sich um die Instandhaltung und das Management der Sporthalle. Als Personalvertreter ist er Anlaufstelle für Wünsche und Beschwerden und oft auch helfende Hand für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geplant war das allerdings nicht. Denn dass der gelernte Bäcker heute täglich seiner Leidenschaft nachgehen kann, verdankt er seiner Mutter. "Ich wollte eigentlich nach Amerika auswandern. Das fand meine Mutter aber alles andere als toll." Ihren Sohn so weit in der Ferne zu wissen, gefiel ihr überhaupt nicht. Sie selbst arbeitet seit Jahren beim Sportamt der Stadt Wien. Weshalb sie sich kurzerhand entschloss, ihren Sohn in Wien zu behalten. "Ich hatte bereits eine Greencard und ein Flugticket und wollte in Amerika als Bäcker durchstarten, als mich plötzlich meine Mutter anrief und mir von einem Jobangebot in der Sporthalle Alterlaa erzählte."

Seiner Mutter zuliebe ging Albert zum Vorstellungsgespräch. Dort angekommen, lernte er seinen zukünftigen Vorgesetzten sowie seinen neuen Arbeitsplatz kennen und war sofort begeistert. Am 1. Jänner 1993 begann Albert seinen Dienst als Sporthallenwart der Magistratsabteilung 51. "Ich habe diese Entscheidung nie bereut und auch schon zu meinem Chef gesagt, dass ich am liebsten noch hier arbeiten will, bis ich 70 Jahre alt bin. Sporthallenwart ist für mich der Beruf, wo ich sage, das ist meine Erfüllung."

Nach zehn Jahren in der Sporthalle Alterlaa wurde ihm der Job als Leiter der Sporthalle Margareten angeboten. "Es war Liebe auf den ersten Blick", erinnert sich Albert an den ersten Tag in der neuen Halle.

Neben seiner Arbeit als Sporthallenwart ist es für Albert sehr wichtig, sich für seine Mitmenschen zu engagieren. Deshalb arbeitet er zusätzlich als Fahrer beim Caritasverband LeO. "Wir holen abgelaufene Waren von Supermärkten ab, damit sie an hilfsbedürftige Menschen verteilt werden können." Den Großteil seiner Freizeit verbringt er jedoch mit der Organisation des Integrations-Fußballcups "Soccer and Help", in dem auch sein ganzes Herzblut steckt.  

Dieses Jahr findet zum sechsten Mal der Integrations-Benefizfußballcup "Soccer and Help" statt. Albert ist der Hauptorganisator des Events. © PID/Markus Wache

Integrations-Benefizfußballcup "Soccer and Help"

"Begonnen hat alles vor elf Jahren im Kindergarten meiner Tochter im 10. Wiener Gemeindebezirk", erzählt Albert. Er wurde damals von der Hortleitung angesprochen, da diese ein kindergartenübergreifendes Fußballturnier plante und eine Halle benötigte. Albert war von der Idee begeistert und fragte für die Freigabe der Sporthalle bei der Dienststelle der MA 51 an. Kurz darauf wurde das Fußballturnier "Fußball for Favorites" ins Leben gerufen. "Das Feedback der Sponsoren war wirklich toll, weshalb die Idee entstand, eine Tombola zu starten, um Geld für eine wohltätige Organisation zu sammeln." Gemeinsam entschied man sich für "DEBRA Austria", eine Patientenorganisation, die Kinder mit der Hauterkrankung Epidermolysis bullosa, auch Schmetterlingskinder genannt, unterstützt. Als Schmetterlingskinder werden die Kinder bezeichnet, weil sie aufgrund ihrer Erkrankung eine extrem leicht verletzliche Haut haben, ähnlich den Flügeln von Schmetterlingen.

Das erste Turnier fand 2008 statt und war ein voller Erfolg. In den darauffolgenden fünf Jahren wuchs die Teilnehmerzahl, weitere Sponsoren wurden gefunden und insgesamt 7.500 Euro an Spendengeldern gesammelt. Doch plötzlich stand der Event vor dem Aus. "Der Kindergarten wollte für ein Jahr aussetzen. Das ging aufgrund der Sponsoren natürlich nicht, da diese sonst abgesprungen wären." Die Frage war jetzt, wie geht es weiter?

"Ich wollte auf keinen Fall aufhören und fragte meine Lebensgefährtin, ob sie mich unterstützen würde. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Das funktioniert, wie die meisten Dinge, nur in einer Partnerschaft." Nicht nur seine Lebensgefährtin Gertraude und seine drei Kinder, auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele Freundinnen und Freunde boten Albert ihre Unterstützung an. Unter neuer Leitung wurde der Event in Integrations-Benefizfußballcup "Soccer and Help" umbenannt. Das erste Turnier fand im Jahr 2012 statt.

Siegergruppe beim Integrations-Fußballcup 2015. "Bei uns ist jedes Kind eine Gewinnerin oder ein Gewinner", erzählt Albert. © Integrations-Benefizfußballcup Soccer and Help

Die Veranstaltung ist mittlerweile bei den Kindergärten sehr beliebt. Jedes Jahr im Juni besuchen über 400 Kinder mit ihren Familien sowie Freundinnen und Freunden den Fußballcup und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass nicht nur die Großen für den guten Zweck richtig gut kicken können. Mitmachen können alle Kindergärten in Wien. Aufgrund des hohen Andrangs wurde die Anmeldefirst im letzten Jahr frühzeitig beendet, weshalb Albert und sein Team für das kommende Jahr über Zusatztermine nachdenken.

Warum Albert sich nach dem vermeintlichen Aus trotzdem entschied weiterzumachen, erklärt er so: "Das Schönste für mich ist das Leuchten in den Augen der Kinder, wenn sie am Podest ihre Medaille erhalten. Der Fußballcup ist eine tolle Veranstaltung, die viele Kinder glücklich macht und gleichzeitig durch das Sammeln von Spendengeldern Kinder mit einer schweren Erkrankung unterstützt, deshalb musste ich weitermachen."

Albert wurde von der MA 51 unter 140 Bewerberinnen und Bewerbern für die Teilnahme am Goldenen Staffelholz ausgewählt. © PID/Markus Wache

Das Goldene Staffelholz

Seit sechs Jahren organisiert Albert nun schon den Integrations-Benefizfußballcup "Soccer and Help", wodurch bereits über 16.500 Euro für Schmetterlingskinder gesammelt werden konnten. "Es macht mich sehr stolz, wie sich der Cup in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. All das wäre ohne die Mitarbeit der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer niemals möglich gewesen, bei denen ich mich von Herzen bedanken möchte."

Für seinen wohltätigen Einsatz und seine Leidenschaft als Sporthallenwart gewann er 2017 das Goldene Staffelholz. Dies ist eine Auszeichnung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien. 2017 wurde sie unter dem Titel "Arbeiten für Wien, deshalb macht mein Job Sinn - Erzähl uns dazu Deine Geschichte!" verliehen. Für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde er von seinem Vorgesetzten. "Herr Dietmar Koppensteiner hat mich angerufen und meinte: Albert wie schaut's aus, du machst so viele tolle Projekte und vertrittst dadurch auch das 51er, möchtest du nicht beim Staffelholz teilnehmen?" Gefragt, getan. Albert schrieb seinen Bericht und reichte seine Geschichte ein. "Ich fühlte mich sehr geehrt, dass ich ausgewählt wurde. Als ich dann auch noch gewonnen habe, haben wir uns alle im Magistrat sehr gefreut." 

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