Als Springerin ist Schulwartin Simone Kremsner in vielen Schulen im Einsatz. Auch der Gehsteig vor dem Schulhaus zählt zu ihren Einsatzgebieten. © PID/Fürthner

Ein Tag unter SchulwartInnen: "Ich liebe das Lachen in den Gängen"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN hat Simone Kremsner einen Tag lang bei ihrer Arbeit begleitet. Als SchulwartIn-Springerin sorgt sie an Schulen in ganz Wien für angenehme Plätze zum Lernen.

Für SchulwartIn-SpringerInnen wie Simone Kremsner sind Kinder, die sich ihren Namen merken, eine Auszeichnung. "Wir sind meist nur kurz in einer Schule, da ist es nicht leicht, einen Eindruck zu hinterlassen", sagt die Schulwartin bei der MA 56 - Wiener Schulen. Wenn Simone von Kindern so wie heute schon frühmorgens mit einem herzlichen "Guten Morgen, Simone!" begrüßt wird, freut sie das ganz besonders. Als Springerin hat sie keinen fixen Schulstandort, sondern springt nach Bedarf für kranke Kolleginnen und Kollegen ein. Aktuell ist sie in der Volksschule in der Selzergasse 19 in Rudolfsheim-Fünfhaus im Einsatz.

Einfühlungsvermögen ist gefragt

"Es ist schon eine besondere Herausforderung, als Springerin zu arbeiten", sagt Simone, die seit zwei Jahren Schulwartin ist. "Man braucht sehr viel Einfühlungsvermögen, da man oft keine Zeit hat, sich mit Kindern sowie Lehrerinnen und Lehrern bekannt zu machen." Wie lange sie wo ist, variiert stark. "Manchmal bin ich nur einen Tag in einer Schule, manchmal ein paar Wochen." In der Selzergasse ist Simone nun die zweite Woche und beim morgendlichen Einlass zeigt sich, dass sie bei den Kindern schon einen Eindruck hinterlassen hat.

"Wir Schulwartinnen und Schulwarte sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Kinder. Wenn mal etwas zu Bruch geht oder ein Saft ausgeschüttet wird, kommen sie zu uns und freuen sich, wenn sie ein Lächeln sehen statt eines sauren Gesichts", sagt Simone. Mit ihrer sonnigen Art kommt sie überall gut an. "Die Kinder kommen am Anfang immer auf einen zu und fragen: 'Wer bist du?' oder 'Wo ist der Schulwart?'", sagt sie. "Da ist der erste Eindruck dann schon sehr wichtig." Auch wenn Simone meist nur kurz an einer Schule ist, fällt es ihr mitunter schwer, Schulen wieder zu verlassen. "Klar, man lernt die Kinder sowie das Lehrpersonal ein bisschen kennen und muss dann doch wieder gehen."

Jede Schule ist anders

Doch nicht nur Kinder gilt es kennenzulernen. Auch das Schulhaus an sich stellt Simone immer wieder vor gewisse Herausforderungen. "Kein Schulhaus gleicht dem anderen", sagt Simone. "Sie alle haben ihre Eigenheiten und da muss man sich erst einmal zurechtfinden. Darum ist es immer wichtig, wenn man von den Kolleginnen und Kollegen eine gute Übergabe bekommt." Die Unterschiede sind zahlreich. Manche Schulen machen noch einen morgendlichen Einlass, andere nicht. Die Haustechnik und Alarmanlagen variieren, wieder andere haben unterschiedliche Nassbereiche im Turnsaal. Auch die Heizräume gleichen sich nie.

Ein sauberes Haus für Wiens Kinder

Schulwartinnen und Schulwarte arbeiten in der Regel in zwei Schichten, Früh- und Spätschicht. Simone hat heute die Frühschicht. Das heißt, sie startet am Morgen mit einer Reinigung. Zuerst kommt der Turnsaal an die Reihe. "Das ist einfach einer von den Räumen, die man später schlecht reinigen kann, weil sie meist in Gebrauch sind", sagt Simone. Zwischen zwei Basketballkörben beginnt sie mit dem Reinigen. Mit geübten Schwüngen reinigt sie den Boden. Danach widmet sie sich dem Lagerraum und wischt einige Turnutensilien ab, darunter auch die Reifen.

Auch die Stiegenhäuser reinigt Simone, noch bevor die Kinder eintreffen. "Ich brauche dazu auch oft den Staubsauger. Und der ist später einfach zu laut." Staubwischen steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Nachdem die Stiegen geputzt worden sind, geht Simone an die WC-Anlagen. Dort hat sie einen ganz fixen Ablauf. "Zuerst kontrolliere ich, ob überall genug Papier da ist. Dann leere ich die Mistkübel aus und sprühe die WCs ein. Ich benutze ein Mittel mit Kristallin, das hilft gut gegen Gerüche. Gerade bei den Buben ist das oft nötig." Sie lässt das Mittel kurz einwirken, dann wird es abgewischt.

Die Sauberkeit hat bei Simone einen sehr hohen Stellenwert und sie hat hohe Ansprüche an sich selbst. "Ich bin schon stolz darauf, wenn an meinen Schulen alles sauber und in Ordnung ist. Das motiviert mich, auch weil ich dann meinen Job gut gemacht habe. Ich denke, wir Schulwartinnen und Schulwarte zeigen so, dass auch wir ein wichtiger Teil der Wiener Schulen sind." Dass Simone nur kurz in den Schulen ist, schmälert ihren Ehrgeiz nicht, im Gegenteil. "Wenn die Kollegin oder der Kollege zurückkommt, dann muss bei der Übergabe alles picobello sein."

Jede/-r SchulwartIn hat einen eigenen Stil

Nachdem die Schülerinnen und Schüler eingetroffen sind, ist Simones Arbeitsradius eingeschränkt. "Ich nutze die Zeit, um noch da und dort abzustauben. Zwischendurch reinige ich auch einige Klassen. Darum ist es wichtig, dass ich gleich am Anfang die Stundenpläne lerne, um zu wissen, wo ich wann hineinkann." Jetzt ist auch die Zeit, um am Dienstlaptop die eingehenden E-Mails zu lesen.

Wenn eine Klasse leer ist, beginnt Simone zu putzen. "Ich beginne mit dem Ausleeren der Mistkübel", sagt Simone. Dann reinigt sie die Waschbecken mit einem Reinigungsmittel gegen Kalk und Wasser. Die Klassen reinigen die Schulwarte meist, wenn die Schülerinnen und Schüler weg sind. Simone kehrt dann den Dreck von den Böden aus allen Klassen auf den Gang und beseitigt alles in einem Aufwasch. "Ich habe auch hier meine eigenen Abläufe. Montags staube ich immer die Tafeln ab und am Mittwoch die PCs und die Fensterbretter."

Ein weiterer täglicher Fixpunkt ist die Kontrolle des Heizraums. Simone achtet darauf, dass alle Anzeigen, etwa die Druckluft, im grünen Bereich sind.

SchulwartInnen sind unverzichtbar

So schaffen es die Schulwartinnen und Schulwarte, in zwei Schichten das ganze Haus zu reinigen. In den lebhaften Wiener Schulen gibt es immer genug zu tun. Doch genau diese Lebhaftigkeit liebt Simone an ihrem Job. "Ich mag das Miteinander an den Schulen, sowohl mit der Kollegenschaft als auch mit den Kindern und den Lehrkörpern. Es wird einfach immer so viel gelacht, das finde ich herrlich", sagt Simone. Mit ihrer positiven Einstellung und einem offenen Ohr trägt sie ihren Teil zu einem gelungenen Schulalltag bei, und zwar in jeder Schule, in die sie kommt.