Johann Schwungfeld koordiniert Baustellen bei der MA 31 – Wiener Wasser. © PID/Christian Fürthner

Ein Tag unter Rohrlegern: "Wir legen das Fundament der Wiener Wasserversorgung"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN begleitet Johann Schwungfeld von der MA 31 - Wiener Wasser einen Tag lang bei seiner Arbeit. Er und sein Team bereichern Wiens Wasserleitungen um eine neue Ader.

Johann Schwungfeld marschiert ganz am Ende der Wittgensteinstraße im 13. Wiener Gemeindebezirk stadtauswärts. Rechts beginnt der Lainzer Tiergarten, links stehen Weinstöcke. Eine 400 Meter lange Baugrube, diese länglichen Gruben nennt man Künette, durchschneidet die Straße. Hier schafft die MA 31 - Wiener Wasser eine dritte überregionale Transportleitung, die den Wasserbehälter Lainz mit großen Wasserbehältern im Westen und Norden von Wien verbindet. Die neue Leitung ist eine Absicherung gegen eventuelle Ausfälle auf einer der beiden bereits bestehenden Leitungen. Damit steht die Versorgung der Wienerinnen und Wiener mit frischem Wasser auf noch sichereren Beinen. Alle Arbeiten, die hier aktuell durchgeführt werden, haben Johann und sein Team seit über einem Jahr geplant.

Von der Arbeit der MA 31 profitiert die ganze Stadt. Insgesamt versorgt die Abteilung rund 1,9 Millionen Wienerinnen und Wiener mit frischem Quellwasser. Die beiden Hochquellleitungen sind in Summe 330 Kilometer lang. Durchschnittlich verbraucht die Wienerin beziehungsweise der Wiener 130 Liter Wasser täglich. Pro Tag werden in der Stadt 370 Millionen Liter benötigt. Das Hochquellwasser betreibt außerdem 16 Wasserleitungskraftwerke, die umweltfreundlichen Ökostrom erzeugen, und versorgt 950 Trinkbrunnen mit kostenlosem Wasser für Passantinnen und Passanten.

Dieser imposante Schacht wird in eine Baugrube gehoben. Der Betonteil wiegt circa 35 Tonnen. © PID/Christian Fürthner

Ein wichtiger Bauteil

"Im Rahmen unserer Arbeit werden wir eine der zwei Leitungen, die von Lainz wegführen, für 48 Stunden außer Betrieb nehmen, um das neue Wasserrohr an das Verteilnetz anzuschließen. Damit das reibungslos und ohne Beeinträchtigungen für die Wienerinnen und Wiener abläuft, haben wir alle Schritte minutiös geplant", sagt Johann. Heute wird ein Fertigteilschacht in eine schon ausgehobene Baugrube gehoben. Das wird mit einem Mobilkran bewältigt. "Den Schacht brauchen wir, um diverse Armaturen bedienen zu können. Unter einer Armatur verstehen wir eine Absperrvorrichtung in der Rohrleitung oder eine Vorrichtung zur Wassermengen-Messung. Sollte es eine Notwendigkeit geben, können wir von hier aus die Wasserzufuhr drosseln oder ganz sperren." Außerdem kann man im Schacht das Getriebe der Armatur reinigen oder die Gängigkeit prüfen.

Johann prüft Länge und Beschaffenheit der Bewehrungseisen. Hier wird in weiterer Folge das Rohr durchgeführt und einbetoniert. © PID/Christian Fürthner

Der Schacht hat seitlich Ausnehmungen mit hervorstehenden Bewehrungseisen. Durch diese Ausnehmungen werden später die Rohre durchgeführt und der verbleibende Raum wird ausbetoniert. Die Rohre haben einen Durchmesser von einem Meter, im Fachjargon nennt man sie 1.000er-Rohre. Trotz der massiven und dicken Wände hebt der Kran den Schacht mühelos an. Beim Absenken helfen Johann und seine Kollegen mit Seilen dabei, den Schacht genau zu positionieren.

Bereit für die Punktlandung: Mit starken Seilen lenkt das Team den sich senkenden Schacht. Der Kran wurde extra für diesen Einsatz bestellt. © PID/Christian Fürthner

In wenigen Minuten ist der Schacht in der Baugrube. "Gefertigt wurde er genau hier an Ort und Stelle. Manchmal betonieren wir solche Schächte auch direkt in der Arbeitsgrube, diesmal wurde aber entschieden, dass es so technisch leichter ist."

Die Isolierung am Rohr wird vorsichtig abgeschabt. © PID/Christian Fürthner

1.200 Meter Rohr

Damit ist der Arbeitstag aber noch nicht zu Ende. Unter Johanns Aufsicht macht sich die Rohrlegerfirma daran, von einem der bereit liegenden neuen Rohre ein Stück für eine Abzweigung abzuschneiden. Insgesamt werden hier 400 Meter der Transportrohre verlegt. Zusätzlich werden im Zuge dieser Baustelle noch 800 Meter diverse andere Rohre geringerer Dimension eingebracht. "So ein sechs Meter langes Rohrstück hat zweieinhalb Tonnen." Bevor man das Rohr schneiden kann, muss man die Kunststoff-Isolierschicht an der betreffenden Stelle abnehmen. "Sonst sind schlicht und einfach die Schweißarbeiten nicht durchführbar", sagt Johann. Mit Hammer und Meißel wird die Isolierung vorsichtig abgeschabt.

Mit schwerem Gerät wird das Rohr abgetrennt. Der vordere Teil wird die Verbindung zu dem großen Stahlrohr sein. © PID/Christian Fürthner

Ist das geschafft, kommt der Schnitt. "Wir schneiden das Rohr schräg, sodass eine Verbindung zweier Rohre mit Richtungsänderung möglich wird", sagt Johann. "Dabei muss sehr genau gearbeitet werden, damit durch die Verbindungsflächen eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist." Johann greift darum schon vorab zu seinem wichtigsten Arbeitsgerät: dem Maßband. "Das Verlegen eines Rohres ist Maßarbeit. Jede noch so kleine Abweichung kann zu großen Problemen führen." Erst wenn Johann alles vermessen hat und zufrieden ist, wird geschnitten. Dann fliegen die Funken und das notwendige Formstück wird mit einem präzisen Eingriff hergestellt.

Achtung rutschig: Die Isolierung des Rohrs erschwert das Absenken. © PID/Christian Fürthner

Voller Einsatz in der Künette

Bleibt noch, das Rohr in die Grube zu bringen. Hier kommt ein wesentlich kleinerer Kran zum Einsatz. Dabei ist Vorsicht geboten. "Die Isolierung der Rohre ist extrem rutschig. Es kann leicht passieren, dass das Rohr anfängt, durch die Halterung zu gleiten. Wenn die Rohre vom Regen nass sind, wäre der Einsatz fast unmöglich", sagt Johann. Er steigt in die Künette, um das Rohr unten in seine richtige Lage zu bringen. Langsam gleitet das Teilstück hinab. An dieser Stelle wird es später an das bereits verlegte Rohr angeschweißt. "Wir schaffen eine Verbindung zwischen dem neuen 1.000er-Rohr und einem bestehenden 1.800er-Rohr", sagt Johann.

Mit der Wasserwaage stellt Johann sicher, dass alles wie geplant sitzt. © PID/Christian Fürthner

Die größte Herausforderung an dem ganzen Projekt sind für ihn weder die millimetergenauen Schweißarbeiten noch der Umgang mit tonnenschwerem Arbeitsgerät. Es sind die vielen Hauskanäle in der Wittgensteinstraße. "Wir können unsere Trinkwasserrohre nicht einfach gerade verlegen. Wir müssen die bestehenden Hauskanäle, die ein bestimmtes Gefälle und eine vorgegebene Tiefe haben, berücksichtigen. Für die Schweißarbeiten ist der Ausdruck Millimeterarbeit daher absolut treffend."

Das Rohr wird erfolgreich eingesetzt. Die Schweißverbindung wird am folgenden Tag hergestellt. Für Johann und sein Team läuft in der Wittgensteinstraße alles nach Plan. In wenigen Wochen wird das Rohrnetz des Wiener Wassers, und somit die Lebensader der Stadt, um eine neue Leitung reicher sein.

Johann beschließt seinen Arbeitstag mit einer Besprechung vor Ort. Die nächsten Arbeitsschritte müssen durchgegangen werden. Bei dem Großprojekt läuft alles nach Plan. © PID/Christian Fürthner

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