Sanela Salimovic im Festsaal des Rathauses.
Seit vier Jahren gehört Sanela zur Saalgruppe im Rathaus. Dienstbeginn ist um 6 Uhr früh. © PID/Alexandra Kromus

Ein Tag unter Raumpflegerinnen: "Wir sorgen für Ordnung im Rathaus."

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Raumpflegerin Sanela Salimovic einen Tag lang bei der Arbeit. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hält sie die Säle des Rathauses in Schuss.

Ein kurzer Gruß zum Rathaus-Portier. Dass es draußen langsam hell wird, registriert Sanela nur kurz. Dann ist sie schon auf dem Weg in den Keller, wo die Garderoben untergebracht sind. Sie tauscht ihr privates Gewand gegen die Dienstkleidung. Weiße Hose, weißes T-Shirt und ein türkis-gelb-gestreifter Kittel. Darüber eine leichte Weste. "Weil es in der Früh noch etwas kühl ist", sagt sie und wechselt ein paar Worte mit den Kolleginnen. Wer putzt wo? Ist wer krank? Was gibt es Neues? Wie geht es den Kindern? Dann ist es Zeit, den Putzwagen zu holen.

Der erste Weg führt in die Garderobe im Keller. Dort wird Privatkleidung gegen Dienstkleidung getauscht. © PID / Alexandra Kromus

4.000 Quadratmeter Reinigungsfläche

Seit vier Jahren ist die 36-Jährige Raumpflegerin bei der MA 34. Arbeitsplatz ist das Rathaus. Dort gehört sie zur sogenannten Saalgruppe. Gemeinsam mit sechs Kolleginnen ist sie zuständig für die Reinigung der Volkshalle, der Wappensäle, des Festsaals und des Gemeinderatssitzungssaals. Stiegen, Garderoben und Toiletten kommen noch dazu. "Das sind rund 4.000 Quadratmeter", sagt Sanela. Insgesamt verfügt das Rathaus über rund 52.000 Quadratmeter Reinigungsfläche. Um die in Schuss zu halten, gibt es derzeit 49 Raumpflegerinnen sowie 28 Hausarbeiter. Ohne straffen Zeitplan wäre das Pensum nicht zu schaffen. Arbeitsbeginn ist daher um 6 Uhr. Da ist es von Vorteil, wenn man nicht weit entfernt wohnt. "Mit dem 2er habe ich eine direkte Verbindung aus Ottakring hierher. Das dauert rund 20 Minuten."

Um in die Säle zu kommen, muss Sanela jeden Tag durch ein unterirdisches Gänge-Labyrinth. © PID / Alexandra Kromus

Rund zehn Minuten braucht Sanela dann noch von der Garderobe zu dem Kammerl, wo die Arbeitsutensilien verstaut sind. Der Weg dahin ist ein Labyrinth. Gänge links. Stiegen rauf. Stiegen runter. Als Neuling kann man hier leicht die Orientierung verlieren. "Einmal falsch abgebogen und schon steht man vor der falschen Tür", erinnert sie sich an ihre Anfänge zurück. Jetzt bewegt sie sich zielsicher durch das Untergeschoß. Gutes Schuhwerk ist unumgänglich. Dann öffnet sie eine Tür und holt den Putzwagen mit Tüchern, Wischmopp, Reinigungsmitteln, Mistsäcken und Wasserbehälter heraus. Den rollt sie in Richtung Gang. Erste Station heute ist der Gemeinderatssitzungssaal.

Sanela auf dem Weg in den Gemeinderats-Sitzungssaal. Sie schiebt ihren Putzwagen, in dem alles drin ist, was sie braucht. © PID / Alexandra Kromus

Geputzt wird genau nach Plan

"Da ist um 9 Uhr Sitzung. Bis dahin muss alles sauber sein", sagt Sanela. Im Saal arbeiten sich bereits zwei Kolleginnen mit Staubsauger und Staubtuch durch die hinteren Bankreihen. Der Raum besticht durch Fresken, Rosetten, Ornamente, Gold, viel Holz und einem mit 213 Glühbirnen bestückten Luster. Schön anzuschauen, für das Reinigungspersonal aber jedes Mal eine Herausforderung. Gereinigt wird er daher nur alle zwei Jahre. "Aber nicht von uns", erklärt Sanela. "Das machen zwei Hausarbeiter. Die sind speziell dafür geschult, weil man dafür eine Hebebühne und einen Luftdruckreiniger braucht. Und einen ganzen Tag Zeit", erklärt Sanela. Noch aufwendiger ist das Putzen der historischen Fenster. "Dafür muss sogar eine Woche anberaumt werden."

Sanela und ihre Kolleginnen sind ein eingespieltes Team. © PID / Alexandra Kromus

Heute stehen nur Routinearbeiten an. Dass hier in Kürze 100 Abgeordnete Stadtpolitik machen werden, hat die Frauen nur anfänglich beeindruckt. Mittlerweile sind sie daran gewöhnt, dass bei dem Saal Menschen ein- und ausgehen, die viele nur aus dem Fernsehen kennen. "Für uns ist das nichts Besonderes mehr", sagt Sanela. So oft trifft man sich ja auch nicht. Meist nur kurz bei Sitzungsende. "Wenn sich die Abgeordneten dann bei uns bedanken, freut uns das natürlich." Mappen, Zettel, Brillen, auch Jacken oder Schals werden hin und wieder schon vergessen. "Das bringen wir alles in die Geschäftsstelle, wo es auch abgeholt werden kann." Wem was gehört, wissen die Frauen aber: Jeder Sitzplatz ist mit einer Namenstafel gekennzeichnet. 

Vor Sitzungsbeginn steckt eine der Raumpflegerinnen die Schlüssel in die Lade der Abgeordneten. © PID / Alexandra Kromus

Die befindet sich auf einer absperrbaren Lade. Die Schlüssel dafür befinden sich in einem Kasten im Eingangsbereich des Gemeinderatssitzungssaals. Vor einer Sitzung holt sie eine der Raumpflegerinnen heraus und steckt sie in die zugehörigen Laden. Heute hat das Sanelas Kollegin erledigt. Die drei sind ein eingespieltes Team. Sie arbeiten konzentriert, jeder Handgriff sitzt. In rund zwei Stunden sind Redepult, Bänke, Sessel, Boden, Galerie sowie alle zugehörigen Räume gereinigt. Mehr ist für heute hier nicht vorgesehen. In die Laden hineingeschaut wird übrigens nicht. "Da sind sicher keine Geheimnisse versteckt", sagt Sanela lachend. 

Jede Woche wird ein Reinigungsplan erstellt. Dadurch wissen die Raumpflegerinnen, welcher Saal wann geputzt werden muss. © PID / Alexandra Kromus

Was wann geputzt wird, bestimmt der wöchentliche Reinigungsplan. Darin aufgelistet sind alle Saalbelegungen mit Beginn- und Schlusszeiten. "Wir wissen dann, wie lange wir davor, danach oder dazwischen putzen können", sagt Sanela. In der Theorie zumindest. In der Praxis schaut das oft anders aus. Wenn Reden zum Beispiel länger dauern oder die Gäste den Saal nicht rechtzeitig verlassen. "Wir sitzen dann schon auf Nadeln", erzählt Sanela. Gereinigt wird in dem Fall nur das Wichtigste. Tische und Boden zum Beispiel. "Es hängt aber immer davon ab, was in dem Saal passiert ist. Eine Komplettreinigung geht sowieso nicht jeden Tag."

Als Faustregel gilt: zuerst das Akute und wenn Zeit ist das Gründliche. Bei rund 1.100 Veranstaltungen pro Jahr ist es allerdings nicht leicht, eine Generalreinigung unterzubringen. Am ehesten bietet sich der Sommer an. Da wird es auch im Rathaus ruhiger. Dann werden Böden und Holzvertäfelungen eingelassen, Teppiche und Polstermöbel durchgebürstet, die Fenster geputzt und die Luster gereinigt. Diese Aufgabe übernehmen allerdings die 28 Hausarbeiter.

Life Ball stellt Personal vor große Herausforderung

Am häufigsten belegt ist der Festsaal. Mit 71 Metern Länge, 20 Metern Breite und rund 19 Metern Höhe ist er der größte historische Saal Österreichs. Dementsprechend gerne wird er gebucht. Die Aussicht auf das gegenüberliegende Burgtheater, ein beeindruckendes Gewölbe, drei Galerien und zehn monumentale Statuen aus der Geschichte Wiens - all das macht ihn zu einem wahren Schmuckstück. "Für mich ist er der schönste Saal im Haus. Auch wenn er aufwendig in der Reinigung ist", sagt Sanela und stellt den Putzwagen ab. Dass er so wandelbar ist, fasziniert sie. "Er schaut immer anders aus. Einmal mit Sitzreihen, dann mit einer Bühne und Blumenarrangements. Und wenn er für einen Ball hergerichtet ist, mit schöner Dekoration und Licht, ist er einfach traumhaft."

Nach einem Vortrag ist weniger zu reinigen als nach einem Ball. © PID / Alexandra Kromus

Heute wirkt der Festsaal eher nüchtern. Nur Sessel und ein Redepult sind zu sehen. Für den Vortrag zu Mittag reicht das aber. Selina staubt ab und wischt den Boden. Auch hinterher sind keine gröberen Reinigungsarbeiten zu erwarten. Bei Bällen schaut das ganz anders aus. Vor allem der Life Ball stellt das Personal vor große Herausforderungen. "Bei so vielen Gästen ist es normal, dass mehr zu tun ist", sagt Sanela. Damit bis zum nächsten Morgen alles wieder sauber ist, hilft eine externe Firma mit. "Anders würden wir das in der kurzen Zeit nicht hinkriegen. Auch wenn wir alle unser Handwerk gut beherrschen. Den effizienten Umgang mit Putzmitteln und Staubtuch lernen wir hier nämlich als Erstes."

Dienstschluss ist um 14 Uhr. Den Nachmittag verbringt Sanela mit ihren Kindern. © PID / Alexandra Kromus

Mittlerweile ist es fast Mittag. Die Feststiege und der kleine Wappensaal stehen noch auf dem Plan. Um 14 Uhr ist Sanelas Arbeitstag zu Ende. "Da zahlt sich das frühe Aufstehen wieder aus", sagt sie. Der Nachmittag gehört den Kindern. Bleibt da noch Zeit für den Frühjahrsputz? Sanela lacht laut: "Den gibt es bei mir nicht. Ich erledige das laufend. Einmal die Fenster, dann der Boden, dann die Kästen. Wie ich eben Zeit habe. So kommt nie viel zusammen. Dieses System bewährt sich nicht nur am Arbeitsplatz."

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