Georg Meixner ist seit zehn Jahren bei der MA 33 - Wien Leuchtet. Der gelernte Elektriker sorgt dafür, dass Straßenlaternen, Ampeln und Würfeluhren funktionieren. © PID/Christian Fürthner

Ein Tag unter Lichttechnikern: "In Wien gehen die Lichter nie aus"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten zwei Techniker der MA 33 – WIEN LEUCHTET bei der Nachtschicht.

Wenn es in Wien dämmert und der Abendverkehr auf der Tangente langsam stadtauswärts rollt, beginnt für Georg Meixner in der Zentrale der MA 33 in der Senngasse in Simmering die Schicht. Der 35-Jährige ist einer von 155 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei "Wien Leuchtet", die dafür sorgen, dass in Wien nie die Lichter ausgehen. Er und seine Kolleginnen und Kollegen sind neben 154.000 Leuchten und 244.000 Lampen auch für 1.300 Ampelanlagen und 74 Würfeluhren zuständig. 

Georg zieht seine Arbeitskleidung vor dem Korb des "Steigers" an. Im Spezial-LKW arbeitet er in großer Höhe und mit Starkstrom. Zu seiner Schutzkleidung gehören isolierte Schuhe und ein Klettergurt zur Sicherung. © PID/Christian Fürthner

"Das Wichtigste in meinem Job - neben einer guten Ausbildung als Elektriker - ist es, schwindelfrei zu sein", sagt Georg. Der Vater eines achtjährigen Buben ist das zehnte Jahr bei der MA 33. "Vorher habe ich in der Privatwirtschaft gearbeitet. Bei der MA 33 ist das ganz anders. Kein Einsatz gleicht dem anderen. Störungen bei Ampelanlagen zum Beispiel können ganz unterschiedlich sein, weil auch die Schaltungen je nach Kreuzung und Anzahl der Signale anders sind. Ich mag diese Herausforderung", sagt Georg.

Heute fährt Georg die Nachtschicht. Von 18 Uhr bis 6 Uhr am nächsten Tag werden er und sein Teamkollege Christian Mühlecker mit dem "Steiger" - ein LKW mit Hubarm und Korb - in ihrem Rayon im Süden der Stadt unterwegs sein: Favoriten, Simmering, Meidling, Hietzing und Liesing. Drei Steiger sind in Wien rund um die Uhr im Einsatz, dazu kommen vier weitere, die in der Tagschicht zwischen 7 und 15 Uhr für geplante Montagen und Wartung eingeteilt sind. Auf der Ladefläche ihres LKW haben Georg und Christian alles für die häufigsten Reparaturen dabei: Glühbirnen und LED-Leuchten für Ampeln und Straßenlaternen, Sicherungen und Ersatzteile wie Abdeckungen, Reflektoren oder Schutten für Ampeln.

Auf der Ladefläche ihres LKW haben die Techniker alles mit, was sie unterwegs für Reparaturen brauchen. Georg überprüft eine Glühbirne für eine Verkehrsampel. Sie gleichen äußerlich jenen für den Haushalt, unterscheiden sich aber in der Stärke des Wolframdrahtes. © PID/Christian Fürthner

Geht in einer Gasse bei einer Lampe das Licht nicht an, blinkt eine Ampel oder geht eine Würfeluhr nach, rückt ein "Steiger" mit zwei Technikern aus und behebt das Problem. Wiens Ampeln sind vernetzt, der Verkehrsrechner in der MA 33-Zentrale erkennt, wenn ein Signal ausgefallen ist. "Bei Straßenlaternen sind wir hingegen auf die Meldung von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen", sagt Georg. Jede und jeder kann beim Lichttelefon 0800 33 80 33 ausgefallene Lampen, Ampeln oder nachgehende Würfeluhren melden. Die Nummer der Gratis-Hotline steht prominent auf jedem Fahrzeug der MA 33. "Die nächste Schicht bekommt die Störungsmeldung vom Schichtleiter als Auftrag mit. Binnen ein paar Stunden ist dann alles repariert", sagt Georg.

Der erste Auftrag führt Georg und Christian zur Würfeluhr beim Zentralfriedhof. Während Georg im Korb zur Uhr abhebt, sichert Christian den "Steiger". Der Verkehr fließt auf der Simmeringer Hauptstraße weiter. Neben den 74 Würfeluhren ist die MA 33 auch für insgesamt 198 öffentliche Uhren an Gebäuden und Kirchen zuständig. "Mechanische Werke sind Geschichte", sagt Georg und klappt das Ziffernblatt auf. Der Antrieb der Uhr ist elektrisch, das Zeitsignal kommt über ein Kabel. "Die alten Werke waren störungsanfällig. Die neuen schauen jetzt vielleicht nicht mehr so spektakulär aus wie ihre mechanischen Vorgänger, dafür ist das System aber viel zuverlässiger."

Georg prüft das Innenleben einer Würfeluhr beim Zentralfriedhof. Das Werk ist schon lange nicht mehr mechanisch. © PID/Christian Fürthner

Ähnlich wie die Steuerung der Würfeluhren erfolgt wird auch die Straßenbeleuchtung in Wien nicht mehr händisch, sondern automatisch aufgedreht. Ein Sensor erkennt, ob die Lichtstärke unter 50 Lux fällt. Zum Vergleich: 1 Lux entspricht der Helligkeit einer brennenden Wachskerze. Die zentrale Steuerung sendet ein Signal aus, in den Straßenzügen geht nach dem Dominoprinzip das Licht an.

Die Techniker der MA 33 sind an 365 Tagen im Jahr Tag und Nacht im Einsatz. "Auch zu Weihnachten oder Neujahr muss die Straßenbeleuchtung funktionieren und müssen die Ampeln schalten", sagt Georg. Er und seine Kollegen werden auch zu spontanen Einsätzen gerufen, zum Beispiel nach Verkehrsunfällen oder Unwettern. "Wenn ein Auto eine Ampel beschädigt hat, arbeiten wir mit der Feuerwehr zusammen. Wenn ein LKW eine Oberleitung der Bim abreißt, haben nicht nur die Wiener Linien etwas zu tun, sondern auch wir. Oft ist dann auch die Straßenbeleuchtung in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt Georg.

Georg beim Tausch des Leuchtmittels bei einer Straßenlaterne. Zehn Minuten dauert der Tausch eines LED-Moduls an einer modernen Lampe. "Wenn das Problem bei der Fassung oder beim Kabel liegt, wird es kniffliger", sagt Georg. © PID/Christian Fürthner

Nach dem Service an der Würfeluhr geht es weiter zum Hauptbahnhof und ins Sonnwendviertel. Hier überprüft Georg die Ampelanlage und die Lichtmasten. Ampeln und öffentliche Beleuchtung werden laufend auf die stromsparende LED-Technik umgerüstet, bei neuen Anlagen, wie hier im Stadterweiterungsgebiet, leuchten fast ausschließlich LEDs anstelle von Leuchtröhren. Glühbirnen mit Wolframdraht sind bei Ampeln Wien-weit ein Auslaufmodell. 1.011 Anlagen von 1.300 sind schon auf LED umgestellt. "Die Glühbirne für ein Ampelsignal schaut nur auf den ersten Blick aus wie eine für die Lampe daheim, unterscheidet sich aber bei den Wolframdrähten, die langlebiger sind", erklärt Georg.

Eine Ampel am Hauptbahnhof schaltet auf Grün, nachdem Georg das LED-Modul überprüft hat. Glühbirnen sind bei Wiens Ampeln ein Auslaufmodell. Von den 1.300 Ampelanlagen sind 1.011 auf LED umgestellt. © PID/Christian Fürthner

Alle Ampelanlagen in Wien sind mit dem Verkehrsrechner in der Zentrale verbunden, gesteuert wird die einzelne Anlage aber von einem Computer vor Ort. Dieser Computer steckt in einem unscheinbaren grauen Kasten an einer Kreuzung und steuert, wann Autos, Linksabbiegerinnen und -abbieger, Bus, Bim, Fußgängerinnen und Fußgänger oder Radfahrerinnen und Radfahrer Grün bekommen und bei wem es rot leuchten muss, damit der Verkehr auch reibungslos über die Kreuzung kommt. Dazu kommen die akustischen Signale für sehbehinderte Menschen. "Jedes Signal ist auf sein Gegenstück abgestimmt. Die Schaltungen dafür können sehr rasch sehr kompliziert werden. Wenn mal was nicht passt, müssen wir als Techniker ziemlich lange prüfen und knobeln, wo der Fehler steckt", sagt Georg. Eine der größten Ampelanlagen der Stadt liegt in seinem Rayon: Jene am Matzleinsdorfer Platz mit 80 Signalen. Um die Fehlersuche zu erleichtern, ist bei jeder Ampel der Signalplan samt Schaltungen hinterlegt. Ein Display am Computer gibt den Fehlercode an, dann kann Georg den Code mit dem Plan vergleichen und den Fehler eingrenzen. 

Georg vergleicht den Schaltplan mit der Anzeige an der Steuerung der Ampelanlage am Hauptbahnhof. Jede Ampelanlage in Wien ist unterschiedlich und kann bis zu 80 Signale umfassen. Die Dokumentation, die bei jeder Ampel hinterlegt ist, erleichtert die Arbeit der Techniker. © PID/Christian Fürthner

Dass er täglich mit Hochspannung arbeitet, lässt den Techniker nach zehn Jahren kalt - Leichtsinn stellt sich aber nicht ein. "Brenzlig kann es beim Beheben von Sturmschäden bei alten Kupferleitungen werden, die es vereinzelt noch gibt. Da hat man schon Respekt davor. Aber wir haben auch Schutzkleidung und sind gut geschult."

Die Techniker der MA 33 - Wien Leuchtet arbeiten im Team. Während Georg im Korb des "Steigers" eine Lampe tauscht, überprüft Kollege Christian die Sicherungen. © PID/Christian Fürthner

Vorteilspartner CLUB WIEN

TGI FRIDAYS Vienna

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten im TGI FRIDAYS Vienna 10 Prozent Ermäßigung.

Erfahren Sie mehr 30838

Tanzschule Dorner

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung auf alle Paar- und Singlekurse in der Tanzschule Dorner!

Erfahren Sie mehr 30918

Golfclub Hainburg

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 20 Prozent Ermäßigung im Golfclub Hainburg!

Erfahren Sie mehr 31050

Komödie am Kai

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten in der Komödie am Kai 10 Prozent Ermäßigung auf den Kartenpreis!

Alle Vorteilspartner