Kreativität und Handarbeit spielen in Saskia Staringers Leben eine große Rolle. Tischlerin ist daher der perfekte Job für sie. © PID/Christian Houdek

Ein Tag unter Lehrlingen: "Ich liebe den Geruch von Holz am Morgen"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Tischlerei-Lehrmädchen Saskia Staringer einen Tag lang bei ihrer Arbeit. Egal ob Fräsen, Hobeln oder Sägen: Die Lehrstelle hat sich für Saskia als Goldgriff erwiesen.

Tischlerei ist keine Profession für Langschläferinnen oder Langschläfer. Im Logistik-Center der MA 54 - Zentraler Einkauf startet die Schicht schon um sieben Uhr morgens. Das gilt nicht nur für die Meister, sondern auch für die Lehrlinge. Punkt sieben trifft auch Saskia Staringer in der Oswald-Redlich-Straße in Floridsdorf ein. Die angehende Gesellin ist schon im dritten Lehrjahr und kommt täglich mit den Öffis in die Arbeit. Dafür braucht sie nur eine halbe Stunde. Das frühe Aufstehen bereitet ihr keine Probleme. "Direkt nach der Schule war es schon hart. Ich war eine Langschläferin", sagt Saskia. Doch das ist im dritten Lehrjahr Geschichte. Mittlerweile liebt sie es, früher aus zu haben und den Nachmittag zu genießen.

Schlechte Laune am Morgen? Bei Saskia gibt es davon keine Spur. Rein in die Arbeitsmontur und los geht's. © PID/Christian Houdek

Eine geborene Bastlerin

Ihr Tag beginnt damit, dass sie sich bei ihrem Vorgesetzten meldet, um zu fragen, was heute auf ihrem Plan steht. Im Logistik-Center der MA 54 werden Möbel, darunter Schulbänke, Kästen, Regale oder auch Sessel, repariert und auch neu entworfen und gebaut. Hauptabnehmer sind Wiens Schulen und Kindergärten. Auf die neuen Projekte freut sie sich sehr. Das hat zwei Gründe. Erstens darf sie so kurz vor der Gesellenprüfung alles machen und hat das Know-how, sämtliche Tischlereiarbeiten auszuüben. Ausmessen, produzieren, sägen und auch ausliefern: Saskia kann alles. "Wenn ich an Maschinen arbeite, muss ein Ausbildner anwesend sein." Zweitens liebt sie ihre Arbeit.

Der Arbeitstag beginnt damit, dass sich Saskia bei ihren Vorgesetzten meldet. Roman Leroch zeigt ihr, was heute zu tun ist. © PID/Christian Houdek

"Für mich ist Tischlerin der perfekte Beruf. Ich bin sehr kreativ, mache gerne meine eigenen Sachen und mag es, am Ende des Tages zu sehen, was ich geschaffen habe", sagt die selbstbewusste Saskia. Die Liebe zum Basteln hat sie schon in der Kindheit vermittelt bekommen. "Mein Vater ist handwerklich begabt und ich hab immer gerne mitgeholfen. Einmal haben wir zum Beispiel eine Schaukel für meine kleine Schwester hergerichtet, mit Rutsche und Sandkiste."

Zinken für Laden zu machen, ist für Saskia mittlerweile eine leichte Übung. © PID/Christian Houdek

Vom Lehrmädchen zur Mentorin

Heute fängt sie damit an, Zinken und Schwalbenschwänze für Kästen und Laden zu bauen. Darunter versteht man Holzverbindungen, durch die zwei verschiedene Platten ineinandergreifen. Das ist mittlerweile eine leichte Übung für sie. Mit den Händen zu arbeiten, ist für sie sowohl Profession als auch Leidenschaft. Teamarbeit unter den Tischlerinnen und Tischlern wird in der Werkstatt großgeschrieben und auch das Thema Gleichbehandlung ist in der MA 54 selbstverständlich. Für viele Mädchen ist die junge Frau dank des Wiener Töchtertages ein Vorbild. Denn ein Mal im Jahr kommen Mädchen aus Schulen vorbei, um den Lehrlingsalltag kennenzulernen. Saskia wird dann zur Mentorin.

Auch wenn Saskia und ihre Kolleginnen und Kollegen immer viel zu tun haben, rennt der Schmäh in der Werkstatt. © PID/Christian Houdek

Schneiden und fräsen

Die Arbeit führt sie weiter zur Plattenkreissäge. Hier werden, der Name verrät es, Platten klein gesägt. Ein Arbeitsschritt, der ihr besonders Spaß macht. "Ich schneide gerne Holz. Ich liebe das Material, alleine der Geruch ist schon herrlich." Einzelteile für Möbelstücke zu schneiden oder zu fräsen, ist ein Highlight für sie. Bei ihrer Arbeit mag sie so gut wie alles, außer vielleicht das Absaugen. "Das ist ein Muss und auch für die Sicherheit wichtig. Aber es ist halt richtig staubig", sagt die angehende Tischlerin.

Die nächste Station, an der sie werkt, ist die Kantenleimmaschine. Hier werden Kanten auf Spanplatten geleimt. Die Maschine sieht, auch dank ihres Computermonitors, ziemlich kompliziert aus. "Das ist ganz leicht", so Saskia. "Einfach aufdrehen, die Kanten einspannen und dann das entsprechende Programm auswählen. Jetzt wollen wir, dass die Kante oben abgerundet wird. Hat man alles richtig eingestellt, muss man nur noch auf 'Los' drücken."

Im dritten Lehrjahr ist Saskia Meisterin aller Maschinen, von klein bis groß. Hier stellt sie ein Programm an der Kantenleimmaschine ein. © PID/Christian Houdek

Kreativ und engagiert

Nach der Mittagspause darf Saskia an einem spannenden Projekt mitarbeiten. Die MA 54 erstellt für die MA 10 - Wiener Kindergärten ein Stiegenmodell, mit dem Kinder selbst auf den Wickeltisch gehen können. Das Besondere: Die Stiegen sind an einem Kasten montiert, in den sie eingefahren und gesichert werden können. So ist es den Kindern nicht möglich, ohne Aufsicht zu klettern. "Dass wir so etwas hier machen, ist cool. Unser Projekt wird es bald in allen Kindergärten geben. Wir kreieren etwas ganz Neues, echt spannend!", sagt Saskia.

Dieser Wickeltisch ist ein Prototyp für die MA 10 - Wiener Kindergärten. Der Entwurf der MA 54 - Zentraler Einkauf wird bald in allen Kindergärten stehen. Mittendrin: Saskia Staringer. © PID/Christian Houdek

Als sich der Arbeitstag dem Ende nähert, erzählt sie von ihren privaten Projekten. "Ich habe mir jetzt ein Cajón gebaut." Das peruanische Instrument ist eine Kistentrommel und sieht aus wie ein Kasten. Gebaut hat sie das Cajón für den Eigenbedarf. Die Musik ist für Saskia ein ständiger Begleiter in ihrer Freizeit. Wenn sie mal abschalten will, trifft sie sich gerne mit Freundinnen und Freunden, am liebsten auf Konzerten. Diverse Festival-Eintrittsbänder an ihrem Handgelenk sind der Beweis dafür.

Auf dem Weg nach draußen spricht Saskia über den Lehrabschluss. Ende August wird sie ihre Ausbildung beendet haben. Mit dem Ende der Lehre schließt sich ein Lebenskapitel. Die Jahre haben ihr aber eines ganz klar gezeigt: Sie hat mit der Tischlerei den Job ihres Lebens gefunden.

Früh zur Arbeit zu gehen, ist für Saskia kein Nachteil. Da sie dadurch früher nach Hause kommt, hat sie noch mehr vom Tag. © PID/Christian Houdek

Video: Ein Besuch in der Tischlerei

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