Christian Fürst ist Hallenwart in der Sport & Fun-Halle Donaustadt. Er kümmert sich um sämtliche Anliegen und hält die Sportanlage in Schuss. Dazu gehört auch das blaue Raumteiler-Netz, vor dem er steht. © PID/Markus Wache

Ein Tag unter HallenwartInnen: "Wir bringen den Ball ins Rollen"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN begleitet Hallenwart Christian Fürst einen Tag lang bei seiner Arbeit. Er und seine KollegInnen von der MA 51 - Sportamt ermöglichen den WienerInnen ein gelungenes Sporterlebnis.

In der Sport & Fun-Halle Donaustadt herrscht Hochbetrieb. Es hallt das Dribbeln von diversen Bällen, das hohle Klackern auf den Tischtennistischen und lautes Gelächter durch den Raum. Nicht der schlechteste Arbeitsplatz, wie auch Hallenwart Christian Fürst findet.

"Ich bin seit der Eröffnung in der Halle und ich möchte die Arbeit hier nicht mehr missen", sagt er. Christian ist bereits seit einigen Jahren Hallenwart und die Sport & Fun-Halle in der Erzherzog-Karl-Straße ist nicht seine erste Station. Bevor er im Jahre 2006 in die Donaustadt kam, arbeitete er in der Handballhalle Margareten. Im Dienste der MA 51, dem Sportamt der Stadt Wien, schaut Christian darauf, dass der Sportbetrieb reibungslos läuft.

Kontrollen und Arbeiten im Außenbereich, darunter Rasenmähen, erledigt Christian schon am Morgen. Danach verstaut er den Rasenmäher wieder im Geräte-Container. © PID/Markus Wache

Beachvolleyball und Krafttraining

Bevor die Sporthalle um 9 Uhr öffnet, sieht Christian nach dem Rechten. Und zwar nicht nur in der Halle, sondern auch im Außenbereich, wo es Outdoor-Sportanlagen gibt. Christian ist für insgesamt rund 4.000 Quadratmeter Fläche zuständig. Eine Mammutaufgabe, für die er sich eine klare Routine festgelegt hat: Mit seiner Kontrolle fängt er draußen an. Er sieht nach, ob noch Bälle vom Vortag auf der Wiese liegen oder ob Hobbysportlerinnen und -sportler ihre Wasserflaschen liegen gelassen haben. Christian mäht den Rasen und stutzt Sträucher oder Bäume. Ist draußen alles im Lot, geht's für Christian in die Halle. Für Sportbegeisterte ist sie ein wahres Paradies. Hier kann man nicht nur Basketball, Badminton und Fußball spielen, sondern sich sogar auf echtem Sand im Beachvolleyball versuchen. Außerdem gibt es Tischtennis und Tischfußball-Tische. Für Fitnessfreaks steht eine eigene Fitnessplattform mit Cardio-Geräten für die Kondition und Hanteln fürs Training der Muskeln zur Verfügung.

Der Beachvolleyballplatz braucht Pflege. Jeden Morgen wird er abgespritzt und zwischendurch immer wieder geglättet. © PID/Markus Wache

Der Beachvolleyball-Platz ist eindeutig der Star in der Halle. Egal, ob es heiß ist, regnet oder schneit, der Court ist das ganze Jahr über bespielbar und eine der begehrtesten Stationen. Dass der Platz so gut in Schuss ist, ist Christians Verdienst. Jeden Tag geht er mit dem Schieber, einer Art Rechen ohne Zinken, über den Court und verteilt den Sand gleichmäßig auf dem Spielfeld. Außerdem befeuchtet Christian den Sand regelmäßig. "Unser Sand ist sehr feinkörnig. Durch das Bewässern bleibt er am Spielfeld und klebt nicht auf den Füßen. Er soll sich ja nicht in der Halle verteilen", sagt Christian.

Christian schließt den Wasserhahn und schaut auf die Uhr: "Jeden Moment müssen sie aufkreuzen", sagt er. Wie auf Kommando strömen die ersten Kinder in die Halle: "Im Sommer finden hier Sportcamps statt. Diese laufen meistens über die ganze Woche. Uns besuchen aber auch immer einige Hortklassen. Das restliche Jahr über sind bis 15 Uhr Schulklassen in der Halle, danach steht sie allen offen", erklärt Christian. Bis zu 150 Personen können hier gleichzeitig Sport betreiben.

Christian und sein Kollege Anthony Hamminger besprechen die aktuelle Einteilung der Hortklassen und Sportcamps. © PID/Markus Wache

Volleyballnetze und Basketbälle, E-Mails und Akten aus Papier

Zu den Aufgaben eines Hallenwarts zählt auch der Verwaltungsbereich. Christian checkt regelmäßig seine E-Mails auf Anfragen wie etwa zur Verfügbarkeit der Halle. Die kommen von Hobbysportlerinnen und -sportlern genauso wie von ganzen Schulklassen. "Solche Verwaltungstätigkeiten sind eigentlich ein ziemlich großer Teil unserer Aufgaben. Es rufen ja auch viele Leute an und verlangen diverse Auskünfte. Viele fragen zum Beispiel, welche Schuhe erlaubt sind", sagt Christian. Während Schuhe mit schwarzen Sohlen wegen ihrer "Gummi-Spuren" in vielen Sporthallen nicht genutzt werden dürfen, spielt das hier keine Rolle. "Wir bewegen uns hier auf Gussasphalt. Welchen Schuh man trägt, spielt da keine Rolle." Sportbeläge gibt es nur bei Fußball, Basketball und Volleyball, doch auch die sind nicht empfindlich. Einzig beim Beachvolleyball gilt: nur barfuß.

Spindverteiler und "Tischtennis-Doktor"

Nach der Ankunft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sportcamps ist Christian auch schon an der Rezeption gefragt. Auch für die Vergabe der Spinde ist er verantwortlich. Er tauscht Spindschlüssel gegen Ausweise. "Du willst sicher einen ganz oben, oder?", fragt Christian einen Buben, der offensichtlich zum Basketballspielen gekommen ist und hoch hinaus will. "Nein, ich bin doch viel zu klein!" "Ach so, na dann kriegst du das Kasterl ganz unten!" Ehe man sich versieht, wuseln die Nachwuchssportlerinnen und -sportler durch die ganze Halle. Die Sportcamps werden immer von Betreuerinnen und Betreuern vor Ort geleitet. Trotzdem ist Christian Ansprechpartner für alle. Von eingedrückten Tischtennisbällen bis zu Schrammen am Knie: Er hat für alle Anliegen ein offenes Ohr.

Manchmal muss Christian auch den Streitschlichter geben. "Es bleibt mir nicht erspart", sagt er und lacht. "Natürlich kann es vorkommen, dass sich die Kinder mal ein bisschen streiten. Auf dem Fußballplatz gehen schon mal die Emotionen hoch." Das sei ganz normal, meint Christian. Außerdem ist er lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie man das Gerangel beendet: "Wenn man den Kindern erklärt, dass sie ein bisschen Geduld brauchen oder dass die ganz Kleinen auch mal an der Reihe sind, werden die Großen plötzlich geduldig", sagt Christian. Die Hausregeln sind denkbar simpel: "Gut benehmen, keinen Alkohol, kein Rauchen und Spaß haben!"

Christian ist selbst passionierter Fußballer und steht den Kindern mit Rat und Tat zur Seite. Wie hier am Rand des Fußballplatzes. © PID/Markus Wache

Heute kann Christian den Kids beim Streetsoccer entspannt zusehen, gestritten wird nicht. Bei Fußballfragen ist Christian sowieso der richtige Ansprechpartner. Hat er doch früher selbst in der niederösterreichischen Regionalliga im Mittelfeld gekickt. Danach war er Nachwuchstrainer bei Hellas Kagran in der Donaustadt. "Fußball ist meine Leidenschaft seit ich ein Kind bin. Damals hatten wir keinen Luxus so wie die Sport & Fun-Halle, aber auch im Prater und im Gänsehäufel haben wir auf der Wiese prima gekickt."

Auch Tochter Sophie ist im Sportfieber. Sie träumt von einer Karriere im Fußballnationalteam der Damen. Hier gemeinsam mit ihrem Vater, Christian. © PID/Markus Wache

Heute ist Christian, der in der Mollardgasse in Mariahilf aufgewachsen ist, vor allem Mentor seiner Tochter Sophie. Die spielt Fußball in der Schule und zeigt sich von den jüngsten Erfolgen der Damen-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft motiviert. "Sie hat schon gesagt: 'Da möchte ich auch spielen!'. Da bin ich als Vater schon auch dankbar, dass es in Wien so ein tolles Sportangebot gibt und sie ihren vielen Hobbys nachgehen kann."

Beim Aufpumpen der Bälle ist Fingerspitzengefühl gefragt, sonst könnten sie platzen. © PID/Markus Wache

Feingefühl ist gefragt

Damit die Kinder ungestört spielen können, braucht es ordentliche Bälle. Christian schnappt sich einen Einkaufswagen voller Fuß-, Basketball- und Volleyballbälle, um sie draußen aufzupumpen. Dabei ist eine gewisse Routine und Fingerspitzengefühl gefragt. "Kolleginnen und Kollegen, die erst kurz dabei sind, passiert es schon mal, dass sie die Bälle zu weich oder zu hart aufpumpen. Da gehen sie dann auch leichter kaputt." Christian ist beim Aufpumpen routinierter. Er weiß genau, wann ein Ball genügend Luft hat. Ein Basketball etwa ist dann perfekt aufgepumpt, wenn er hüfthoch zurückspringt, nachdem er aus Schulterhöhe auf den Boden gefallen ist. Beim Fußball hängt die Ballhärte vom Alter ab: "Für Kinder, die eher selten kicken, lass ich den Ball lieber etwas weicher, sonst tun ihnen garantiert die Füße weh", sagt Christian.

Christian fährt mit der Poliermaschine über den Basketballplatz. © PID/Markus Wache

Polieren für einen glänzenden Tagesabschluss

Als Nächstes will Christian die Kunstbeläge polieren. Diese werden so gereinigt und gepflegt, dass man auch beim Sporteln guten Halt hat. Da es ja keine Banden zum Festhalten gibt, ist uns lieber, der Boden hat ein bisserl mehr Grip, als dass die Kinder wild durch die Gegend rutschen. Sicherheit geht vor", sagt Christian und holt die fahrbare Poliermaschine. Damit bringt er den Basketballplatz auf Hochglanz. Methodisch fährt er das Spielfeld ab und lässt dabei keinen Fleck aus. Die Kinder machen inzwischen Pause und schauen Christian bei der Arbeit zu.

Langsam, aber sicher geht das Sportcamp für heute zu Ende. Nach und nach verhallen die aufgeregten Kinderstimmen und es kehrt Ruhe in der Halle ein. Auch Christians Arbeitstag ist fast vorbei. Bevor er nach Hause geht, räumt er die Bälle weg, entsorgt den Müll und überprüft noch einmal alle Sportgeräte. Vor allem die Tischtennisschläger schaut er sich genau an: "Manche Kinder lieben es einfach, an den Belägen der Schläger zu kletzeln, bis sie sich lösen und runtergehen." Morgen kommen die Kinder der Sportcamps wieder. Darauf freut sich Christian schon: "Für mich gibt es nichts Schöneres, als lachenden Kindern beim Sporteln zuzuschauen."

Während des Sportcamps war es heiß. Christians Kollege Anthony Hamminger sorgt für Erfrischung. © PID/Markus Wache

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