Marija Jukic hat Freude beim Austausch mit zwei Bewohnerinnen. © PID/Christian Jobst

Ein Tag unter Gesundheits- und KrankenpflegerInnen: "Unterstützung, wo sie gebraucht wird."

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. Wir begleiten Marija Jukic. Sie hat im Haus An der Türkenschanze des Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) immer ein offenes Ohr für die Anliegen der BewohnerInnen.

6.45 Uhr. Im Haus An der Türkenschanze im 18. Bezirk liegen die meisten Bewohnerinnen und Bewohner noch in ihren Betten. Nicht so Marija Jukic und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Tagdienst. Sie starten jetzt mit einer Team-Besprechung in den Arbeitstag.

Ganz zu Beginn der Schicht steht die Dienstübergabe. "Die Kolleginnen und Kollegen vom Nachtdienst informieren uns, ob in der Nacht vorher etwas Nennenswertes passiert ist und ob während des Dienstes etwas Spezielles zu beachten ist", erklärt Marija Jukic. Bei der Besprechung werden auch die Pflegedienste und Aufgaben im Team von Marija eingeteilt.

Die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin kümmert sich nicht nur um die HausbewohnerInnen, sondern auch um die Planung der Pflegedienste. © PID/Christian Jobst

"Ich bin für die Bewohnerinnen und Bewohner da. Ich versuche sie bestmöglich in allen Bereichen zu unterstützen. Das bedeutet, ich helfe ihnen beim Anziehen, bei der täglichen Hygiene oder auch in medizinischen Belangen wie etwa dem Blutdruckmessen oder Medikamenteeinteilen", sagt Marija. Dabei hilft ihr ihre Erfahrung. Als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin war sie bereits 15 Jahre lang im ambulanten Bereich in einem Krankenhaus tätig. Ebenso in der mobilen Hauskrankenpflege und nun im Langezeitpflegebereich. "Die Arbeit ist sehr ähnlich wie die Aufgaben bei der Hauskrankenpflege. Die Bewohnerinnen und Bewohner im Haus können beim unterstützten oder betreuten Wohnen in ihren eigenen Appartements bleiben."

In der Dienstbesprechung wird Organisatorisches abgesprochen und der Tag strukturiert. © PID/Christian Jobst

Pflegeservice rund um die Uhr

Nach der Besprechung geht es für Marija hinauf in den Behandlungsraum in den 2. Stock. In den sogenannten ambulanten Bereich kommen die Bewohnerinnen und Bewohner selbstständig. Die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger händigen Medikamente aus und kontrollieren die gesundheitliche Verfassung. Wöchentlich kommen auch Fachärztinnen und -ärzte ins Haus.

Marija Jukic ist mit dem Blutdruckmessgerät immer schnell zur Stelle. © PID/Christian Jobst

Ein Service, den die derzeit 320 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sehr zu schätzen wissen. Ebenso wie die Krankenpflegestation, die rund um die Uhr besetzt ist. "Sollte ein Notfall eintreten, müssen die Seniorinnen und Senioren nur auf den Notfallknopf in ihrem Zimmer oder am Handgelenk drücken. Dann sind wir sogleich zur Stelle", erklärt Marija.

Berücksichtigung individueller Wünsche

Die Wohnungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses An der Türkenschanze verteilen sich auf fünf Stockwerke. Ungefähr 170 Personen bekommen derzeit unterschiedliche Pflegeleistungen. Dazu zählen unter anderem Hilfe bei der täglichen Hygiene, beim Anziehen, Essen und die Begleitung bei verschiedenen hausinternen Aktivitäten. "Um 7 Uhr beginnen wir mit der Pflege und Betreuung. Wir helfen beim Waschen, Anziehen und dem Vorbereiten auf den Tag", sagt Marija. Dabei gehen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen auf die Wünsche und Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner ein. "Wenn jemand länger schlafen und zum Beispiel erst um 11 Uhr duschen möchte, wird das im Pflegeplan vermerkt", sagt Marija.

Auch die Hilfe beim Anziehen gehört zu Marijas Aufgabenbereich. © PID/Christian Jobst

"Die genaue Diensteinteilung und Koordination der Pflege- und Betreuungsaufgaben ist eine große Herausforderung", sagt Marija. Trotzdem bereitet ihr der Beruf viel Freude. "Ich bin gerne jeden Tag viel unter Menschen und genieße den Austausch und die Gespräche. In meiner Familie arbeiten alle im Gesundheitsbereich", erzählt Marija.

Essenszeit bedeutet Geselligkeit

Ab 12 Uhr wird das Essen serviert. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die mobil sind, kommen selbstständig in den großen Speisesaal und essen gemeinsam. Heute gibt es zum Beispiel, neben zwei anderen Menüs, gedünsteten Lachs mit Couscous und Gemüse, als Nachspeise selbst gemachte Linzer Schnitten. In den 30 Küchen der Häuser zum Leben wird täglich frisch gekocht und auch gebacken. Diesmal haben die Zubereitung der Mehlspeise allerdings einige Seniorinnen übernommen. Gemeinsam mit Marija wurde der Teig gerührt, die Marmelade verstrichen und das fertige Backwerk in den Ofen geschoben. "Wir bieten viele verschiedene Workshops und auch einen Backkurs im Haus an. Einige der Bewohnerinnen und Bewohner haben immer gerne gebacken. Das wollen wir ihnen auch weiterhin ermöglichen", erklärt Marija.

Die älteren Damen haben sichtlich Spaß beim Backen. © PID/Christian Jobst

Unterstützung, wo sie gebraucht wird

Marija Jukic und ihre Kolleginnen und Kollegen sind den ganzen Tag im Einsatz. Hände eincremen hier, Hilfe beim Schuhanziehen, Medikamenteausteilen oder Blutdruckmessen da. Immer gibt es etwas zu tun. "Mein Arbeitsalltag ist vielfältig. Zu meinen Hauptaufgaben gehören die Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch das Planen, Organisieren und Dokumentieren nimmt viel Zeit in Anspruch."

Zur Körperpflege gehört auch das Händeeincremen dazu. © PID/Christian Jobst

Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner im Haus An der Türkenschanze liegt bei 85 Jahren. "Ich lebe jetzt seit drei Jahren gemeinsam mit meiner Schwester und ihrem Mann im Haus An der Türkenschanze und bin sehr zufrieden. Die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sind immer freundlich und aufmerksam. Egal mit welchen Anliegen ich zu ihnen komme. Als aktive Person, die ich immer schon gewesen bin, nehme ich hier im Haus an verschiedenen Aktivitäten teil. Vom Turnen übers Kartenspielen bis zum Gedächtnistraining ist alles dabei", erzählt Bewohnerin Margaretha Anderka.

Nach dem Feierabend ist vor dem Feierabend

Marija Jukic' Dienst endet gegen 17 Uhr. Doch ihr Arbeitstag ist noch lang nicht vorbei. "Momentan studiere ich nebenbei noch Pflegemanagement in Krems. Obwohl es sich vielleicht seltsam anhört, aber für mich ist das Studieren Ergänzung zu meinem Beruf und Ausgleich in einem. Zusätzlich tauche ich gern in die Welt des Gesangs ein. Ich gehe gerne in die Oper, singe aber auch selbst", sagt Marija.

Nach Dienstschluss versperrt Marija Jukic das Büro. © PID/Christian Jobst

Vorteilspartner CLUB WIEN

Restaurant Five Senses

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ein Glas Prosecco zu jedem Abend- und Mittagessen

Erfahren Sie mehr 30842

Sigmund Freud Museum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt im Sigmund Freud Museum!

Erfahren Sie mehr 31106

Volkskundemuseum Wien

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Mitglieder 2 Euro Ermäßigung auf den Kartenpreis für Erwachsene.

Erfahren Sie mehr 31122

WERK X

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt an beiden Spielorten von WERK X!

Alle Vorteilspartner