Christina Hofer ist Mitarbeiterin bei wohnpartner Wien. Konfliktarbeit, Gemeinwesen und Vernetzung sind die Grundpfeiler ihrer Arbeit. © PID/Jobst

Ein Tag mit wohnpartner Wien: "Wir machen aus dem Gemeindebau eine Gemeinschaft"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN begleitet Christina Hofer einen Tag lang bei ihrer Arbeit. Das wohnpartner-Team sorgt für Begegnung, vermittelt bei Konflikten und bringt frischen Wind in den Gemeindebau.

Die besten Ideen entstehen im Gespräch. Beim Sommerfest im Liesinger Ella-Lingens-Hof hatte Margarete Denner beim Plaudern mit Christina Hofer von wohnpartner Wien eine zündende Idee: ein Handarbeitskreis beim wöchentlichen Café-Treff. Margarete Denner ist nicht nur eine aktive Bewohnerin des Hofs, sondern auch leidenschaftliche Häklerin. Am liebsten macht sie kleine putzige Stofftiere nach der japanischen "Amigurumi"-Art. Heute veranstaltet wohnpartner den ersten Handarbeits-Treff, bei dem Margarete den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Tricks zum Häkeln verrät.

"Unsere BewohnerInnen-Zentren sind Orte der Begegnung und des Austauschs und bieten reichlich Platz für nachbarschaftliche Aktivitäten", sagt Christina. Engagierten Mieterinnen und Mietern wie Margarete Denner stehen bei wohnpartner immer Tür und Tor offen. Alle können ihr Grätzel aktiv mitgestalten. 

Derzeit gibt es sechs von wohnpartner betreute BewohnerInnen-Zentren im 3., 10., 12., 21. und 23. Bezirk. Die Aktivitäten reichen von Sport- und Gesundheitsprojekten über Kunst- und Kreativwerkstätten bis hin zu generationenübergreifenden Aktivitäten wie dem Eltern-Kind-Café oder der Lernbegleitung. Wienweit sind für wohnpartner neun Teams im Einsatz. Christina ist im Team 13/23. Das heißt, sie ist in Liesing, Hietzing und Teilen von Favoriten unterwegs.

Christina und ihr Kollege Franz Swischaj stehen wie das gesamte Team jederzeit für Fragen und Wünsche zur Verfügung. © PID/Jobst

Der Ansprechpartner im Gemeindebau

Vor dem nachmittäglichen Treff im Ella-Lingens-Hof steht noch ein Rundgang durch den Hof auf dem Programm. Begleitet wird sie dabei von ihrem Kollegen Franz Swischaj, da die Rundgänge immer zu zweit unternommen werden. "Wir zeigen Präsenz vor Ort und nehmen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern aktiv Kontakt auf. Es ist uns wichtig, die Menschen zu fragen, wie es ihnen geht und ob sie irgendwelche Anliegen haben", sagt Christina.

Die Arbeit von wohnpartner beruht auf drei Säulen: Konfliktarbeit, Gemeinwesen und Vernetzung. "Wir haben ein sehr gutes und aktives Beschwerdemanagement. Die Mieterinnen und Mieter können uns direkt ansprechen, wenn wir im Gemeindebau unterwegs sind, oder uns auch elektronisch oder per Telefon kontaktieren. Außerdem leitet uns die städtische Hausverwaltung Wiener Wohnen auch nachbarschaftliche Konflikte weiter, um die wir uns ebenfalls kümmern", sagt Christina. Da Christina im Hof bekannt und als Ansprechpartnerin geschätzt ist, wenden sich viele Menschen direkt an sie, sehr oft bei Routine-Rundgängen durch die Wohnhausanlage. Auch heute wird sie angesprochen. Zwei Frauen finden, dass einige Kinder zu laut spielen.

Christina bittet die Kinder, ein bisschen leiser zu spielen. © PID/Jobst

Ziel ist, die Menschen zusammenzubringen

"Gerade im Sommer ist es manchmal so, dass das Ruhebedürfnis mancher Menschen mit dem Aktivitätsdrang von anderen nicht harmoniert", sagt Christina. Das Team von wohnpartner organisiert dann Aussprachen oder Hofgespräche und fördert damit den Dialog zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sind Konflikte eingefahren und lassen sich nicht ohne außenstehenden neutralen Vermittler lösen, bietet wohnpartner auch kostenlose Mediationen an. Heute ist das aber nicht nötig. Christina bittet die Kinder, ein bisschen leiser zu spielen, und die Burschen kommen der Bitte auch gleich nach.

Die zweite Säule, das Gemeinwesen, bezieht sich auf Veranstaltungen und Aktivitäten, die wohnpartner organisiert und fördert. Neben dem Handarbeitskreis gab es schon Tauschläden, Lernbegleitungen, Ausstellungen, Deutschkurse und Feste. Sehr beliebt bei den Mieterinnen und Mietern sind die wöchentlichen Café-Treffs. Bei deren Organisation helfen die Bewohnerinnen und Bewohner gerne freiwillig mit.

Margarete Denner (rechts) und ihre Amigurumi-Stofftiere kommen gut an und ihre Häkeltipps sind heiß begehrt. © PID/Jobst

Ein offenes Ohr ist Grundvoraussetzung

Christina kehrt ins BewohnerInnen-Zentrum zurück und bereitet den Handarbeitskreis vor. Gemeinsam mit Frau Denner verteilt sie einige der Stofffiguren auf dem Tisch und legt auch ein paar Bücher mit Vorlagen hin. "Die Figuren von Frau Denner sind so schön, man könnte sie ohne Weiteres im Geschäft verkaufen", findet Christina. "Es ist immer toll, wenn die Initiative von den Mieterinnen und Mietern selbst kommt und sie sich gemeinsam an ein Projekt machen." Von der Idee mit dem Handarbeitskreis sind alle im Team begeistert.

Christina stieß vor eineinhalb Jahren zum Team. Sie hat sich nach einem Studium der Kulturanthropologie und Sozialpädagogik initiativ beworben weil sie von den Grundsätzen bei wohnpartner begeistert war: sozial, weltoffen, partizipatorisch, tief verankert in der Gemeinschaft. "Bei diesem Job ist kein Tag wie der andere. Wir lernen jeden Tag dazu, sind auch eine lernende Organisation und werden mit Schulungen, Reflexions- und Fokusgruppen laufend weitergebildet. Dieses Wissen versuchen wir auch weiterzugeben und begleiten zum Beispiel Peer-Mediationsprojekte an Schulen und bieten Ausbildungen für Mietervertreterinnen und -vertreter oder die Schulung 'Kommunikation und Konfliktmanagemen' für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Haus- und Außenbetreuung von Wiener Wohnen an."

Auch das von wohnpartner organisierte Schachspielen findet Anklang bei den BewohnerInnen. © PID/Jobst

NachbarInnen werden Freunde

Die dritte Säule von wohnpartner ist die Vernetzung. Das Team ist Ansprechpartner bei allerlei Problemen und mit vielen anderen sozialen Organisationen in Wien bestens vernetzt, etwa mit dem Fonds Soziales Wien. Auch im Gemeindebau treibt man die Vernetzung voran. Mit dem Projekt "Willkommen Nachbar!" etwa werden neuzugezogene Familien ihren neuen Nachbarinnen und Nachbarn vorgestellt. "Unser großes Ziel ist, aus dem Gemeindebau eine Gemeinschaft zu machen. Das gelingt uns auch sehr gut, denke ich", sagt Christina.

Wie aufs Stichwort trudeln die ersten Gäste zum Handarbeitskreis im Café ein. Der Gemeinderaum füllt sich rasch und Margarete Denner erklärt mit viel Elan ihren Nachbarinnen und Nachbarn, wie man die süßen Stofftiere häkelt. Parallel dazu haben Christina und ihre Kolleginnen und Kollegen eine nachbarschaftliche Schachpartie organisiert. Ein Profi vom Wiener Schachklub ist extra gekommen, um den Gemeindebaubewohnerinnen und -bewohnern, egal ob jung oder alt, Profi oder Anfänger, ein paar Kniffe zu verraten. Überall im Ella-Lingens-Hof ist jetzt was los, dank engagierter Bewohnerinnen und Bewohner und wohnpartner.

Rund um das BewohnerInnen-Zentrum im Ella-Lingens-Hof hat sich eine lebendige Gemeinschaft gebildet. Christina ist mittendrin. © PID/Jobst

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