Sabine Buliczek-Frank ist Mitarbeiterin der Stadtinformation. Sie kennt das Rathaus und die Angebote der Stadt Wien wie ihre Westentasche. © PID/Christian Jobst

Ein Tag in der Wiener Stadtinformation: "Wir bieten rundum Unterstützung"

Wer hält die Stadt am Laufen? Die MitarbeiterInnen der Stadt Wien. CLUB WIEN begleitet Sabine Buliczek-Frank einen Tag lang bei der Arbeit. Sabine und ihre KollegInnen sind die erste Anlaufstelle für BesucherInnen des Rathauses.

Wann startet das Film Festival auf dem Rathausplatz? Welche Ausstellung gibt es im Wien Museum? An wen kann man sich bezüglich des Parkpickerls wenden? Rund um die Stadt Wien und deren Angebote sowie die Tourismuseinrichtungen Wiens gibt es viele Fragen. Sabine Buliczek-Frank hat die Antworten. Sie sowie ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Stadtinformation beantworten täglich Hunderte Anfragen aus der ganzen Welt. Sie sind die menschlichen Nachschlagewerke der Stadt Wien und bieten bei einer Vielzahl an Themen Unterstützung an.

Sabine zeigt einem amerikanischen Touristen ein paar Ausstellungen zur Wiener Moderne, die aktuell zu sehen sind. © PID/Christian Jobst

Wie geht's zur Hofburg?

Ein junger Mann nähert sich dem Stadtinformationsschalter und schaut Sabine etwas fragend an. Der Mann ist erst vor wenigen Stunden aus den USA eingetroffen und möchte jetzt die Stadt entdecken. Vor allem Museen und die Hofburg interessieren ihn. Sabine rät ihm, die Vienna City Card zu kaufen. Die ist gleichzeitig ein Öffi-Ticket und bietet Ermäßigungen für den Eintritt zu Museen und Attraktionen in ganz Wien. Anschließend zeigt ihm Sabine ein paar Ausstellungen, die für ihn von Interesse sein könnten. Die Otto-Wagner-Schau im Wien Museum am Karlsplatz hat es dem US-Touristen besonders angetan. Sabine gibt ihm noch ein paar Broschüren mit und erklärt ihm ganz genau, wie er zur Hofburg kommt.

Sabine liebt den KundInnenkontakt

Das "Front Office", sprich der Kundinnen- und Kundenbereich beim Eingang, ist einer der wichtigsten Arbeitsbereiche von Sabine. Am Schalter in der Friedrich-Schmidt-Halle finden Besucherinnen und Besucher nicht nur Dutzende Broschüren rund um die Stadt Wien, von der Bildung bis zur Kultur, sondern auch Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner wie Sabine, die in allen Belangen qualifiziert weiterhelfen können. Sabine liebt den direkten Kundinnen- und Kundenkontakt. In der Tat war das einer der Hauptbeweggründe für sie, 2012 vom Fonds Soziales Wien zur Stadtinformation zu wechseln.

"Ich wollte den Kontakt mit Menschen sowie Touristinnen und Touristen aus aller Welt haben. Außerdem bin ich sehr kulturinteressiert und das ist ja auch Teil meiner Arbeit hier", sagt Sabine. Bereut hat sie den Schritt keine Sekunde. "Meine Tätigkeit ist abwechslungsreich, spannend und man lernt täglich Neues dazu." Die wichtigste Eigenschaft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtinformation ist ganz klar: "Man muss Menschen mögen und kommunikativ sein."

Egal ob per E-Mail oder Telefon: Sabine und ihre KollegInnen beantworten alle Anfragen nach bestem Wissen und Gewissen. © PID/Christian Jobst

Anfragen aus aller Welt

Ebenso wichtig wie die Arbeit im "Front Office" ist die Arbeit an Sabines Büroplatz. Als sie dort eintrifft, warten schon diverse E-Mail-Anfragen auf sie. Zum Beispiel hat ihr ein griechischer Student, der bald ein Auslandssemester in Wien machen will, geschrieben. Er sucht nach Informationen zu Wohnheimen und Unterkünften. Sabine schickt ihm die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie ein paar Broschüren zur Universitätsstadt Wien. "Wir bekommen viele E-Mails von Menschen, die nach Wien ziehen, aber auch von Touristinnen und Touristen", sagt Sabine. Touristische Anfragen machen einen Großteil ihrer Arbeit aus. Meistens geht es darum, was man sich in Wien anschauen kann. "Die Leute interessieren sich sehr für Museen und Ausstellungen. Aktuell im Jahr der Wiener Moderne sind Ausstellungen zu Klimt und Schiele besonders gefragt."

Wienerinnen und Wiener wiederum interessieren sich stark für Veranstaltungen, die im Rathaus stattfinden, wie zum Beispiel die "Spieletage" für Kinder und Jugendliche. Oft wird Sabine auch nach den Stadtwanderwegen und der Fußwegekarte der Mobilitätsagentur gefragt. Aber auch Themen der Stadtverwaltung sind keine Seltenheit. Fragen nach Reparaturen von Straßen kommen ebenso vor wie nach Beihilfen.

Die Handysignatur zu beantragen, dauert nur wenige Minuten. © PID/Christian Jobst

Handysignatur und Fundservice

Eines der häufigsten Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ist aber die Handysignatur. Mit der wird das Handy zum elektronischen Ausweis. Damit kann man viele Amtswege digital erledigen. Die Stadtinformation ist eine der Registrierungsstellen für die Handysignatur. Sabine braucht dafür nur das Handy, für das die Signatur ausgestellt werden soll, und einen Ausweis der Person, die die Signatur beantragt. Sie gibt die Informationen in ein Online-Formular ein und wenige Minuten später ist das Mobiltelefon freigeschaltet.

Die Stadtinformation registriert auch alle Objekte, die in der Fundbox am Rathausplatz landen. Wer etwas verloren hat, kann sich hier melden und - vorausgesetzt es wurde abgegeben - sein Hab und Gut zurückerlangen. "In der Box finden wir alles Mögliche, von Kameras über Brillen bis hin zu Telefonen", sagt Sabine.

Sabine zeigt bei der Führung das Helmut-Zilk-Porträt von Maria Lassnig. An der Stirnseite des Stadtsenatssitzungssaals hängt immer das Porträt des letzten verstorbenen Bürgermeisters. © PID/Christian Jobst

Entdeckungstour durch das Rathaus

"Am meisten gefällt mir, dass ich Menschen helfen kann. Wir bekommen so viel positives Feedback und auch Lob von unseren Kundinnen und Kunden; das ist für mich das Schönste", sagt Sabine und checkt die Uhr. In zehn Minuten steht schon der nächste Programmpunkt an: eine Rathausführung. Das Team aus der Stadtinformation macht auch die Führungen, sei es für Pensionistinnen und Pensionisten, Schulklassen oder Ehrengäste des Bürgermeisters.

Sabine kennt das Rathaus wie ihre Westentasche. Bei 1.500 Zimmern keine leichte Übung. Wie schafft sie es, sich all die Daten und Fakten zum Rathaus und zu den Angeboten der Stadt Wien zu merken? "Am allerwichtigsten ist ein grundlegendes Interesse an der Sache. Es hilft, wenn man Grundwissen mitbringt. Außerdem tauschen wir uns mit den Kolleginnen und Kollegen laufend aus." Gerade am Anfang musste auch Sabine einige Stunden damit verbringen, die Informationen über das Rathaus auswendig zu lernen.

Sabine hatte bei ihren Führungen auch schon prominente Zuhörerinnen und Zuhörer. "Einmal habe ich eine Führung mit dem österreichischen Maler Gottfried Helnwein und Stadtrat Michael Ludwig gemacht. Da waren wir auch auf dem Dach. Das war sehr spannend für alle."

Sabine unterhält ihre Führungsgäste mit etlichen Anekdoten rund um das Rathaus. © PID/Christian Jobst

Heute begleitet Sabine eine Pensionistengruppe durch das Rathaus. Es geht zuerst Richtung Stadtsenatssitzungssaal. Unterwegs informiert Sabine über die Geschichte des Rathauses. Das ist auch ihr Lieblingsteil der Führung. Sie erzählt vom Architekten des Rathauses, Friedrich Schmidt, nach dessen Plänen viele Sakralbauten, darunter Maria vom Siege am Mariahilfer Gürtel, die Brigittakirche im 20. Bezirk oder die Weinhauser Kirche in Währing, erbaut wurden und wie er den neogotischen Stil des Rathauses mit diversen sakralen Elementen bereicherte. Beispiele dafür sind die vielen Buntglasfenster und die Spitzbögen oder der kathedralenartige Festsaal.

Von jungfräulichen Kaminen und Mooreichen

"Meine Lieblingsgeschichte ist jene von der Entstehung des Rathauses", sagt Sabine. "Der damalige Bürgermeister, Cajetan von Felder, und Friedrich Schmidt wollten auf dem Josefstädter Glacis, einem Exerzier- und Paradeplatz des Kaisers, bauen. Der wollte das aber nicht. Also sagten sie ihm, dass der Gemeinderat dem Projekt schon zugestimmt habe, woraufhin der Kaiser grünes Licht gab. Danach gingen die beiden zum ahnungslosen Gemeinderat und erzählten, dass der Kaiser schon 'Ja' gesagt hat. So kam das Rathaus zu diesem herrlichen Standort."

Der Gemeinderatssitzungssaal ist Sabines Favorit. Spannend findet sie, dass hier so viele wichtige Entscheidungen für Wien getroffen werden. © PID/Christian Jobst

Auf dem Weg durch das Rathaus präsentiert Sabine den Gästen viele spannende Fakten zum Rathaus. Der Kamin im Stadtsenatssitzungssaal zum Beispiel war ein Geschenk der Hafnerinnung und wurde, in Ermangelung eines Abzugs, nie benutzt. Der Boden im Festsaal wurde aus Mooreiche gebaut, dem besten Tanzparkett der Welt. Und die Steine, aus denen das Rathaus gebaut wurde, stammen aus allen Ecken des Kaiserreichs und symbolisieren damit die Monarchie. Diese Idee von Friedrich Schmidt durfte seinen Plänen auch den Zuschlag gebracht haben.

Sabines Lieblingsraum ist der Gemeinderatssitzungssaal. "Ich finde, dieser Raum ist wunderschön. Er strahlt so viel Geschichte aus und der imposante Luster sowie das Freskenband imponieren mir jedes Mal aufs Neue."

Die Führung endet, wo sie begonnen hat: in der Stadtinformation. Dort ist schon wieder jede Menge los. Eine Schulklasse wartet auf eine Führung, ein paar Touristinnen fragen nach klassischen Wiener Cafés und ein Mann aus Penzing möchte wissen, wo er ein Parkpickerl bekommt. "Das ist der Alltag bei uns in der Stadtinformation. Wir sind für alle da", sagt Sabine.

Die Gäste haben während der Führung viele Fragen. Sabine nimmt sich gerne Zeit, alle zu beantworten. © PID/Christian Jobst

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