Rollos wie diese schaffen zumindest ein wenig Abhilfe gegen die Sommerhitze in Wohnräumen. Effektiver ist außen liegender Sonnenschutz. © Getty Images

 

Der Sommer wirft seinen Schatten voraus

Der nächste Sommer kommt bestimmt und damit auch die nächste Hitzewelle. Mit großer Vorbereitungszeit startet die Stadt Wien nun eine Verschattungsoffensive: Sie fördert die Nachrüstung von Sonnenschutz an Fenstern und Balkontüren.

Die letzte Hitzewelle ist den Wienerinnen und Wienern noch in bester Erinnerung. Nicht nur in den Straßen der Stadt, auch in den Wohnungen wurde es bisweilen unerträglich heiß. Die Rekordzahl an tropischen Nächten - wenn die Außentemperaturen 20 Grad nicht unterschreiten - tat ihr Übriges. So manche versuchten sich mit Klimageräten Abkühlung zu verschaffen. Das geht des enormen Stromverbrauchs wegen aber nicht nur ins Geld, sondern ist auf lange Sicht auch nicht besonders umweltfreundlich.

Spürbare Verbesserung

Eine bessere Möglichkeit, für angenehme Temperaturen in den eigenen vier Wänden zu sorgen, ist die sogenannte Verschattung. Damit ist Sonnenschutz an Fenstern sowie Balkon-, Loggia- und Terrassentüren gemeint, also Jalousien, Rollos oder Fassadenmarkisen. Ab sofort wird das Anbringen eines außen liegenden Schutzes von der Stadt Wien mit einem Zuschuss von 50 Prozent der Kosten und mit maximal 1.500 Euro pro Wohneinheit gefördert.

"Außen liegender Sonnenschutz wie Rollläden, Jalousien und Markisen können bei Sommerhitze spürbare Verbesserung bringen", erklärt Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál. "Sie reduzieren das sommerliche Aufheizen von Wohnräumen wirklich deutlich. Wichtig ist mir, dass sich unsere Nachrüstaktion an die Wohnungsnutzenden von Miet- und Eigentumswohnungen richtet. Und dass sie für geförderte wie frei finanzierte Wohnhäuser gilt. Damit ist eine größtmögliche Auswirkung gesichert."

 

Voraussetzungen für die Förderung

Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, muss das Gebäude, indem man wohnt, mehr als 20 Jahre alt sein. Außerdem müssen Rechnung und Qualitätsnachweis des Sonnenschutzes der MA 50, Wohnungsverbesserung, Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle vorgelegt werden. Am Tag der Antragstellung darf die Rechnung maximal sechs Monate alt sein, die Zustimmung der Hauseigentümerin oder des Hauseigentümers ist dabei unumgänglich. Selbstverständlich können - und sollen - auch Mieterinnen und Mieter einer Gemeindebauwohnung um die Förderung ansuchen. Die Aktion gilt bis zum 31. Dezember 2025, budgetiert sind sechs Millionen Euro pro Jahr. Details finden alle Interessierten hier.

"Diese Förderung ist ein Gebot der Zeit und fällt in den Bereich der Klimawandelanpassung", erklärt ein Vertreter der MA 50. "Die Stadt Wien setzt seit Jahren Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Reduktion des CO2-Ausstoßes. Da im Sommer die Hitzetage in der Stadt zunehmen, ist es uns ein Bedürfnis, die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt dabei zu unterstützen, ihren Wohnraum vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Zudem trägt der außen liegende Sonnenschutz dazu bei, die Installation einer Klimaanlage mit hohem Energieverbrauch - und damit weiterer CO2-Produktion - zu vermeiden."

Weniger Hitze durch Grünflächen

Kleingarten-, Einfamilien- und Reihenhäuser sind von der Förderung übrigens ausgeschlossen. Der Grund liegt darin, dass Bauten dieser Art üblicherweise im locker bebauten Gebiet liegen. Durch Grünflächen, etwa Gärten oder Vorgärten, ist die Hitzewirkung geringer. "Wohnungen in mehrgeschoßigen Gebäuden dagegen sind besonders von der sommerlichen Überhitzung betroffen, da diese meist im dicht bebauten Gebiet liegen", so der MA 50-Vertreter.

Ob Jalousie mit Lamellen, blickdichte Rollos oder Fassadenmarkisen: Für welche Art des Sonnenschutzes sich die Mieterinnen und Mieter entscheiden, bleibt ihnen letztlich selbst überlassen. Die Förderung der Stadt Wien sollten Sie aber in jedem Fall beanspruchen.