Im Radcamp lernt man das richtige Verhalten beim Abbiegen. Schulterblick, Arm raus, Schulterblick. © PID/Fürthner

 

Der Drahtesel-Nachwuchs tritt in die Pedale

Klimafreundlich, gesund und ganz nebenbei auch noch lustig. Radfahren ist eine der besten Arten, sich in der Stadt zu bewegen. Umso wichtiger also, dass Kinder lernen, mit dem Rad umzugehen. Die Sommer-Radcamps der Mobilitätsagentur helfen dabei.

Die ersten Kinder fahren über das Gelände des Sommer-Radcamps im Stadion Center. Die einen treten schon ganz selbstbewusst in die Pedale, die anderen finden erst den richtigen Tritt. Alle sind sie aber hochkonzentriert, denn niemand will bei der Übung schlecht aussehen. Auf dem Programm steht der Schulterblick. Eines nach dem anderen kurven die Kinder durch die Übungsstraße und wechseln Spuren. Der Schulterblick sitzt zu einhundert Prozent.

Die Sommer-Radcamps der Mobilitätsagentur machen Kinder fahrradfit. Ziel ist für viele, nach dem Ende des Camps bei der freiwilligen Radfahrprüfung mit fliegenden Fahnen zu bestehen. Nach der geschafften Radfahrprüfung dürfen Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren selbstständig, ohne Begleitperson, mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen. Auf gut Deutsch: Freiheit! Selbst mit dem Rad ins Schwimmbad, zur Schule oder zur Oma. Ziemlich cool. Kein Wunder das die kleinen Drahteselpilotinnen und -piloten mit so viel Einsatz bei der Sache sind.

 

Gemeinsam Radeln lernen

Auch der Mobilitätsagentur sind die Camps ein Anliegen. „Im Rahmen unseres Programms ‚Die Stadt & Du‘ bieten wir erfolgreich Fahrradkurse für Schulklassen an. Heuer konnte die große Nachfrage COVID-19-bedingt leider nicht bedient werden, denn durch den sehr eingeschränkten Schulbetrieb konnten diese nicht stattfinden. Trotzdem wollten wir den Kindern die Möglichkeit bieten, das Radfahren zu üben und sich auf die Radfahrprüfung vorzubereiten“, sagt Julius Holländer von der Mobilitätsagentur. „Aus diesem Grund gibt es jetzt im August zwei Sommer-Radcamps, welche intensiv auf die Radfahrprüfung vorbereiten.“ Eines findet diese Woche statt, das andere folgt ab 24. August. Das Camp findet übrigens in Kooperation mit ferien4kids.at im Rahmen des Feriencamps Stadion Center statt.

Gesund und umweltfreundlich

Ganz nebenbei profitieren die Kinder von den vielen Vorteilen, die das Radeln so mit sich bringt. Denn Radfahren ist einfach ein gesunder Sport, und Bewegung schadet ja nie. Ganz nebenbei freut sich die Umwelt mit. „Radfahren ist, neben dem Zufußgehen, die klimafreundlichste Art, sich in der Stadt fortzubewegen“, sagt Holländer. Doch um selbst zu radeln, muss sowohl theoretisch als auch praktisch das Grundlegende sitzen.

„Das Camp führt zunächst an das Thema Radfahren heran. Gemeinsam mit zertifizierten Radfahrtrainerinnen und -trainern der Radfahrschule Schulterblick üben die Kinder die für das Radfahren erforderlichen Fertigkeiten“, sagt Holländer. „Jeden Tag wird das Fahrrad gefahren – es gibt Übungseinheiten im Verkehrsgarten der Polizei bzw. des ÖAMTC, aber auch auf den Radwegen der Stadt sind die Kinder unterwegs. Zudem werden technische Grundkenntnisse zum Fahrrad vermittelt. Und natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz.“

Fürs Leben lernen

Kinder sollen selbstsichere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden. Dazu muss man gewisse Fertigkeiten besitzen. „Da wären zum einen motorische Grundkenntnisse. Beispielsweise Radfahren üben bis man gut bremsen, sicher Kurven fahren oder auch abbiegen kann.“ Zum anderen ist Wissen über die Verkehrsregeln unerlässlich. Nur wer genau weiß, wie das Miteinander im Straßenverkehr funktioniert, kann sicher unterwegs sein. Darum wird bei den Camps auch eifrig gebüffelt, aber auch viel gelacht. Vor allem die Ausfahrten sind ein Hit, das Gelernte im Straßenraum anzuwenden ist natürlich die ultimative Bestätigung.

Die Mobilitätsagentur hat übrigens viele weitere Angebote für Kinder im Programm. „Angefangen im Kindergarten (Mobilitätsbox) über die Volksschule („Die Stadt & Du“) bis hin zu außerschulischen Radkursen. Auch für Eltern haben wir das passende Angebot: Unsere Broschüre ‚Mit Kindern unterwegs in Wien‘ bietet Tipps zur aktiven Mobilität mit Babys und Kleinkindern in der Stadt“, sagt Holländer.

Besonders freut man sich aber darüber, dass eine neue Generation die Liebe zum Fahrrad entdeckt. Denn die Zukunft gehört dem gesunden und nachhaltigen Straßenverkehr.