Lebensmittel gehören nicht in den Mist. Wer bereits beim Einkauf darauf achtet, was und wie viel man wovon braucht, kann Abfall leicht vermeiden. © Bilderbox.com

 

So vermeiden Sie Lebensmittelabfälle

Ganz nach der Devise: "Besser zu viel als zu wenig" legten sich viele WienerInnen in den letzten Monaten einen Vorrat an Lebensmitteln an. Vieles davon landete verdorben im Müll. Doch Lebensmittel sind wertvoll und Abfälle können leicht verhindert werden.

Die Angst, zu Hause plötzlich vor einem leeren Kühlschrank oder im Supermarkt vor leeren Regalen zu stehen, war in letzter Zeit sehr groß. Weshalb sehr viel auf Vorrat eingekauft wurde. Doch wenn viel gekauft wird, ist die Gefahr groß, dass einiges davon verdirbt und weggeworfen werden muss. Das ist schade, denn die Waren haben oft eine lange Reise hinter sich und Transportwege sowie Produktionsbedingungen belasten häufig unsere Umwelt. Dennoch werden viele noch genießbare Nahrungsmittel weggeworfen. Rund ein Drittel der zuvor teuer gekauften Lebensmittel landet so ungenützt im Müll. Weltweit verursacht die Lebensmittelproduktion rund ein Viertel bis ein Drittel aller Treibhausgas-Emissionen, die maßgeblich zum Klimawandel beitragen.

Im Frühsommer startet zudem die Urlaubszeit und auch wenn wir heuer keine weiten Reisen unternehmen können, machen doch viele innerhalb von Österreich Urlaub. Da stellt sich dann die Frage: Wohin mit verderblichen Produkten, wenn man länger nicht zu Hause ist? Wegwerfen? Niemals! Mit ein paar einfachen Tipps können Lebensmittelabfälle leicht verhindert werden. CLUB WIEN und die MA 22 zeigen, wie es geht.

Auf die Planung kommt es an

Bereits beim Einkauf sollte man darauf achten, wie viel wovon erworben wird. Nur für den eigenen Bedarf einzukaufen, schont Umwelt und Geldbörsel gleichermaßen. So sollte man sich immer zuerst fragen:

  • Was und wie viel brauche ich?
  • Wann brauche ich was? Leicht Verderbliches sollte erst kurz vor der Verwendung gekauft werden, zum Beispiel Faschiertes.

Zum anderen können überschüssige genießbare Lebensmittel weitergegeben werden. Das bietet sich besonders vor dem Urlaubsantritt an. Das ist traditionell eine Zeit, in der viele Sorge haben, dass ihre Lebensmittel während ihrer Abwesenheit verderben. Eine Möglichkeit sind etwa öffentliche Kühlschränke, sogenannte Fair-Teiler. Wie und wo das am besten geht, hat die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) in einem aktuellen Leitfaden zusammengestellt. Dieser trägt den Namen "Das is(s)t es mir wert. Tipps und Möglichkeiten der Lebensmittelweitergabe in Wien" und ist der ideale Ratgeber zum Thema. Unter der Dachmarke LebensmittelPunkt Wien vereint die Stadt Wien herausragende Lebensmittel-Initiativen in Sachen Nachhaltigkeit.

 

Richtig lagern und verbrauchen

Die Umweltschutzabteilung der Stadt Wien hat ein paar praktische Tipps zusammengestellt, wie man Lebensmittelvorräte möglichst gut verbrauchen kann, um so wenig wie möglich wegwerfen zu müssen:

  • Optimale Vorratshaltung verbessert die Haltbarkeit: Um Bakterien, Schimmelpilzen und Motten keine Chance zu geben, müssen Vorratsschränke, Brotdosen und Kühlschrank regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Ein Schuss Essig, heißes Wasser oder schonendes Spülmittel helfen, den Schmutz zu beseitigen.
  • Auf die Haltbarkeit achten: Kontrollieren Sie regelmäßig, bei welchen Lebensmitteln demnächst das Mindesthaltbarkeits- oder das Verbrauchsdatum erreicht wird. Stellen Sie diese Lebensmittel griffbereit nach vorne. Auch im Eiskasten gilt: Neue Einkäufe nach hinten und ältere nach vorne schlichten.
    • Vorsicht: Die Mindesthaltbarkeit ist nicht das Verfallsdatum. Lebensmittel sind sehr oft noch lange Zeit genießbar, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Beispielsweise Joghurts sind über ein Monat nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit noch zum Verzehr bestens geeignet. Bei der Entscheidung, ob die Waren noch gut sind, vertrauen Sie auf Ihre Sinne - in der Reihenfolge: schauen, riechen und schmecken.
    • Das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“), das bei leicht verderblichen Lebensmitteln angegeben werden muss, also beispielsweise bei rohem Fleisch, Faschiertem oder frischem Fisch, ist jedoch immer einzuhalten. Denn wenn das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, kann ein Verzehr die Gesundheit gefährden.
  • Kühlen, ja oder nein: Nicht alle Lebensmittel sind für den Eiskasten geeignet und sollten besser in einer geeigneten Box, Sackerl oder Schüssel aufbewahrt werden. Dazu gehört beispielsweise Brot, das im Kühlschrank sehr schnell austrocknet. Wickeln Sie es besser in ein Geschirrtuch oder geben Sie es in eine Brotbox. So bleibt es länger frisch. Wenn Sie wegfahren, können Sie das Brot auch einfach einfrieren. Auch kälteempfindliches Gemüse wie Paradeiser oder Zwiebeln verlieren im Eiskasten ihr Aroma. Gurken und Zucchini verlieren hingegen Wasser und werden schwammig. Kälteempfindliche exotische Früchte wie Bananen werden im Kühlschrank rasch braun, Mangos und Ananas verlieren ihren Geschmack. Bewahren Sie das Gemüse und Obst am besten in einer (Obst-)-Schüssel auf und verzehren Sie es zeitnah.
  • Tipp: Um Kohlrabi, Karotten oder Radieschen länger frisch zu halten, sollte man vor der Lagerung das Grünzeug entfernen und das Gemüse anschließend in ein feuchtes Küchentuch wickeln. Wenn Radieschen und Co doch schlapp geworden sind, kann man sie einfach für einige Minuten in frisches Wasser geben und sie werden schnell wieder knackig.
  • Kühl, dunkel und trocken: Lang haltbare Lebensmittel wie Getreide, Gewürze oder Konserven können bei Raumtemperatur im Vorratsschrank gelagert werden. Warme Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit sollten vermieden werden.
  • Tupperware, Verpackung und Co: Wenn Sie frisch gekocht haben, das Essen aber für eine ganze Mannschaft reicht, bewahren Sie die zubereiteten Speisereste gut auf, beispielsweise in Tupperwaren. So sind sie noch einige Tage länger genießbar. Achten Sie auch immer darauf, bevor Sie neue Produkte öffnen, bereits geöffnete Verpackungen aufzubrauchen.
  • Rechtzeitig verarbeiten oder einfrieren: In ein paar Tagen geht es ab in den Urlaub, der Kühlschrank ist aber noch immer ziemlich voll? Kochen Sie noch vor der Reise ein paar Mahlzeiten und frieren Sie die überschüssigen Lebensmittel oder auch zubereiteten Speisen ein. So wartet nach dem Urlaub bereits ein köstliches Mahl zu Hause auf Sie.
  • Kreative Restlverwertung: Werden Sie kreativ und zaubern Sie aus Ihren Resten köstliche neue Speisen. Geben Sie dazu einfach die vorhandenen Lebensmittel in Google ein und suchen Sie nach einem Rezept.

CLUB WIEN wünscht viel Spaß beim Ausprobieren und achten Sie auf Ihre Lebensmittel, denn wer richtig aufbewahrt, tut nicht nur sich und seiner Geldbörse etwas Gutes, sondern auch der Umwelt.