Mit dem richtigen Schuhwerk und der nötigen Geduld steht einem erfolgreichen Start in die Laufsaison nichts im Weg. © iStockphoto

 

Wie gelingt der Start in die Laufsaison?

Wie fange ich mit dem Laufen an? Wie motiviere ich mich? Zum Start der Laufsaison hat CLUB WIEN bei den LaufexpertInnen Wolfgang Konrad und Ilse Dippmann Tipps eingeholt.

Die Frage, die gerade im Frühling viele beschäftigt, ist: Worauf muss ich achten, wenn ich mit dem Laufen anfange? "Der größte Anfängerinnen- und Anfänger-Fehler ist, gar nicht erst zu beginnen", sagt Ilse Dippmann, Organisatorin des ASICS Österreichischen Frauenlaufs. Aufgrund der aktuellen Situation müssen viele ihr übliches Sportprogramm einschränken. Alleine eine Runde um den Block zu laufen anstatt Gewichte im Fitnessstudio zu stemmen ist aber eine gute Alternative. Beachten Sie bitte dennoch die Regelungen und halten Sie Abstand zu anderen Läuferinnen und Läufern oder Spaziergängerinnen und Spaziergängern!

Für AnfängerInnen ist Geduld eine Tugend

"Geh zuerst. Und wenn du Lust hast, laufe", sagt Wolfgang Konrad, Geschäftsführer des Vienna City Marathons. "Viele Expertinnen und Experten geben den umgekehrten Rat. Aber ich finde, so ist es positiver und nachhaltiger. Noch viel wichtiger ist aber, dass Laufneulinge viel zu schnell beginnen. Man sollte so langsam laufen, dass einen Kinder überholen." Das Material ist dabei nicht unwesentlich. Sportschuhe sind Hightech-Produkte, die bequem sein müssen und vor Verletzungen schützen sollen. "Es ist klüger, bei der Bekleidung zu sparen, als beim Laufschuh", sagt Konrad.

Aller Anfang ist schwer. Dass sich die Mühe lohnt, steht aber außer Zweifel. Laufen tut den Menschen einfach gut, ist auch Wolfgang Konrad überzeugt. "Laufen senkt den Blutdruck und kann sogar bei Diabetes helfen. Es ist eine Erfolgsgeschichte für den Körper aber befreit auch den Geist. Man kann sich ganz auf seine Atmung konzentrieren, der inhalierte Sauerstoff sorgt für neuen Schwung und positive Energie."

Keine Chance dem Schweinehund

Gegnerin beziehungsweise Gegner für viele Anfängerinnen und Anfänger ist der innere Schweinehund. "Der innere Schweinehund lässt sich am besten überwinden, wenn man sich Ziele setzt. Nur so wird man sich langfristig motivieren können." Diese Technik nutzt sie auch selbst. "Ich motiviere mich für das Laufen, vor allem auch bei Schlechtwetter, mit dem Gefühl danach. Wenn ich glücklich, munter, körperlich und geistig erfrischt nach einer Laufeinheit zurückkehre, weiß ich: Es hat sich gelohnt." Ziele sind der Treibstoff aller erfolgreichen Läuferinnen und Läufer.

 

Kinder brauchen Vorbilder

Ausreden gibt es also keine. Auch das Alter gilt nicht. Können auch Kinder laufen? Tun sie doch schon längst, sagt Wolfgang Konrad: "Sobald Kinder gehen können, beginnen sie auch zu laufen. Ganz von selbst. Kinder darf man auf gar keinen Fall in ihrem Bewegungsdrang einschränken. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Kinder beim Fangenspielen schon bis zu sieben Kilometer laufen." Ilse Dippmann hofft, dass Eltern den Kleinen ein gutes Vorbild sind, denn die schauen sich viel bei Mama und Papa ab. Dass Laufen kindertauglich ist, steht auch für sie fest.

Zu spät ist es sowieso nie. "Wenn der Bewegungsapparat noch funktioniert, spielt die Zahl der Jahre überhaupt keine Rolle", sagt Konrad. Laufen und Alter haben eigentlich gar nichts miteinander zu tun, ist auch Ilse Dippmann überzeugt: "Ich denke, der Begriff 'Seniorinnen oder Senioren' ist im Zusammenhang mit dem Thema Laufen nicht zeitgemäß. Erstens ist man nie zu alt, um mit dem Laufen zu beginnen, und zweitens kenne ich genügend ältere Läuferinnen und Läufer, die um einiges fitter als so manche 20-Jährigen sind." Für beide steht außerdem fest: Wer läuft, bleibt länger jung.