Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky bei einem Besuch des Bildungscampus Attemsgasse. © PID/Martin Votava

 

So gelingt der Schulstart

Wien setzt auf Bildung: 70 Ganztagsschulen in Wien sind ab diesem Schuljahr gratis. Das ist in Österreich einzigartig – ebenso die Ferienbetreuung. Die Stadt investiert außerdem laufend in die Schulsanierung und Digitalisierung.

Nicht nur rund 18.800 Taferlklasslerinnen und -klassler haben in diesem Herbst Premiere, ab dem Schulstart am 7. September sind erstmals keine Beiträge für den Besuch von 70 verschränkten Ganztagsschulen zu bezahlen. Sogar das Mittagessen ist inkludiert. Verschränkte Ganztagsschulen heißt, Unterrichts- und Freizeiteinheiten wechseln einander ab. Üben und Fördern werden in den Unterricht integriert, die Betreuung erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Damit macht die Stadt nach dem Gratis-Kindergarten den nächsten Schritt. "Wir gleichen soziale Unterschiede aus und schaffen gleiche Bedingungen für alle Kinder", erläutert Wiens Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Ganztagsschulen ausgebaut

Bereits heuer wurde die Zahl der verschränkten Ganztagsschulen durch Neubauten, Umbauten und Erweiterungen um sieben Standorte auf 70 erhöht. "Damit haben wir ab Herbst 63 Volksschulen und sieben Mittelschulen in verschränkter Form." Damit das Angebot vielen Kindern und Eltern zugutekommt, werden an bestehenden Ganztagsschulen die Schulplätze aufgestockt, wie in der Ganztagsvolksschule Novaragasse in der Leopoldstadt mit zehn Klassenräumen mehr. Insgesamt werden in Wien bis Herbst 200 neue Klassen geschaffen – einige davon in erweiterten Schulstandorten, andere in Neubauten.

Sanierungspaket

Zusätzlich lässt die Stadt derzeit 50 Standorte sanieren, 19 werden bis Herbst fertiggestellt sein. Insgesamt investiert Wien dieses Jahr mehr als 42 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Pflichtschulen. Das erste Schulsanierungspaket soll 2023 abgeschlossen sein – mit insgesamt 242 sanierten Schulgebäuden. Das zweite Schulsanierungspaket läuft bereits parallel dazu.

Digitale Schule

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Digitalisierung der Schulen. Dabei wird das WLAN-Netz flächendeckend ausgebaut. 40 Millionen Euro fließen in das Projekt "Schule digital". An Wiener Pflichtschulen hat es bereits begonnen. Bis 2022 soll es an allen Berufsschulen, polytechnischen Schulen und Mittelschulen ausgebaut werden. Schon vor dem Sommer wurden 5.000 Laptops für Wiener Pflichtschulen angeschafft und Pädagoginnen und Pädagogen werden im digitalen Bereich speziell geschult.

Wiener Herbst Camps

Auch in der Ferienzeit unterstützt Wien die Familien. Wien investiert heuer rund sieben Millionen Euro in das Ferienangebot für Kinder. "Um Eltern zu entlasten und Kindern Erlebnisse zu ermöglichen, bieten wir nach dem Erfolgsmodell der Summer City Camps erstmals die Wiener Herbst Camps an", so Czernohorszky. An 30 Standorten gibt es Tagescamps. Die Kosten betragen 50 Euro pro Woche inklusive Mittagessen. Die Anmeldung ist ab 3. September online möglich.

 

Schule kann mehr

"Wien setzt mit den kostenlosen Ganztagsschulen ein Zeichen für die Zukunft der Kinder. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Schule mehr ist als nur eine Bildungsanstalt. Sie ist ein wichtiger Ort der Begegnung, der Kommunikation und der Entwicklung von Kindern. Der finanzielle Hintergrund der Eltern darf nicht den Ausschlag dafür geben, welche Schulbildung ein Kind bekommt. Daher startet die Stadt Wien die Gratis-Ganztagsschule. So entlasten wir Wiener Familien um 40 Millionen Euro im Jahr 2021. Dieselbe Summe fließt in die Digitalisierung unseres Schulsystems. Auch in den Ausbau der Schulplätze und in die Modernisierung der Pflichtschulen investieren wir laufend. Ich hoffe, dass im Herbst die Schulen mit normalem Betrieb starten können. Kinder brauchen einen klar strukturierten Alltag und die Kontakte zu Gleichaltrigen. Darüber hinaus benötigen die Eltern Planungssicherheit. Es darf deshalb zu keiner großflächigen Schließung von Bildungseinrichtungen mehr kommen", so Bürgermeister Michael Ludwig.