Die neue Teststraße auf der Donauinsel bei der Floridsdorfer Brücke wird von den WienerInnen sehr gut angenommen. © PID/David Bohmann

 

So bleibt Wien coronasicher

Gurgeltest per Fahrradbote, Schnelltests für Schulen – die Stadt hat bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um für den Winter gut gerüstet zu sein. Mit diesen und zahlreichen weiteren Maßnahmen kommen wir in Wien sicher durch den Lockdown.

Die medizinische Versorgung von Notfällen war und ist in Wien trotz Corona-Pandemie zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. "Damit das so bleibt, ist es wichtig, steigenden Neuinfektionen entgegenzuwirken. Dazu weiten wir die Testmöglichkeiten und die Maskenpflicht aus. Zudem werden die Kliniken des Wiener Gesundheitsverbunds und die Ordensspitäler enger zusammenarbeiten", so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Viele Tests

Bei einem Corona-Verdachtsfall meldet man sich beim Gesundheitstelefon 1450. Dieses entscheidet, ob - jetzt neu - der BotInnendienst Veloce einen Auftrag zur Probeneinholung erhält. Er bringt den Gurgeltest nach Hause und die Probe in ein Labor. Die Befundauskunft wurde auch dank zusätzlichem Personal deutlich beschleunigt.

Aufgrund des Erfolgs der Teststraße beim Ernst-Happel-Stadion wurde eine weitere in Wien eröffnet. Sie befindet sich bei der Floridsdorfer Brücke und ist vorwiegend für Personen mit Symptomen. Die sechs Testfahrspuren sind PatientInnen in Autos vorbehalten. Drei Walk-ins stehen symptomfreien Personen ohne PKW zur Verfügung.

 

Auch an Schulen können seit Kurzem Tests durchgeführt werden. Diese wickelt das mobile ÄrztInnenteam "Cluster Busters" des Wiener Gesundheitsverbunds ab. Entwickelt hat den COVID- 19-Schnelltest Bioinformatiker Armin Robubi aus der Klinik Donaustadt. Er liefert innerhalb von 30 Minuten ein Ergebnis. Antigen-Tests können auch von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte durchgeführt werden. Die Stadt Wien hat sich zwei Millionen Antigen-Tests gesichert. Damit sind schnelle und großflächige Tests in Pflegeeinrichtungen, Spitälern oder Ordinationen möglich. 20 Teams sind in Pflegewohnheimen im Einsatz. Pro Tag werden in 10 bis 20 Einrichtungen bis zu 2.000 Personen getestet.

Kliniken miteinander

Über den Winter wird eine starke Steigerung an Neuinfektionen beziehungsweise an Erkrankten, die im Spital versorgt werden müssen, erwartet. Um diese Herausforderung noch erfolgreicher bewältigen zu können, wird der Wiener Gesundheitsverbund jetzt von den Ordensspitälern unterstützt. "Bis dato waren 550 Betten sofort verfügbar. Steigt der Bedarf, kann jetzt die Anzahl verdoppelt werden", erklärt Wiens Gesundheitsstadtrat.

Strenge Kontrollen in den Öffis

"Wien wird den Maßnahmen des Bundes folgen und diese mit Ländern und Gemeinden mittragen", sagt Bürgermeister Michael Ludwig. Schon bisher war die Stadt Vorreiterin in Sachen Maskenpflicht in den Öffis. Sowohl in den Fahrzeugen als auch in den Stationen und Passagen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Wiener Linien kontrollieren die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit streng, bislang gab es mehr als 70.000 Ermahnungen und 244 Strafen.

Die Krise bewältigen wir nur gemeinsam

Bürgermeister Michael Ludwig: "Die Pandemie stellt uns immer wieder aufs neue vor große Herausforderungen. Jetzt heißt es: gesund bleiben und zusammenhalten. Keine Frage: Wir leben in einer herausfordernden Zeit – vielleicht sogar in der herausforderndsten Zeit, die wir alle bisher erlebt haben. Sorgen um die Gesundheit unserer Lieben, um den Arbeitsplatz, die Ausbildung der Kinder, Einsamkeit und Unsicherheit prägen den Alltag. Die Politik muss jetzt noch stärkere Maßnahmen setzen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht auf die Zukunft zu vergessen. Wien stellt mit einem 600 Millionen Euro schweren Konjunkturpaket und Investitionen in das Gesundheitssystem, die Infrastruktur und die Bildung sicher, dass die Stadt und ihre Menschen gestärkt aus der Krise kommen. Aber jetzt ist Ihr Beitrag gefragt und darum ersuche ich Sie: Seien Sie vorsichtig und bleiben Sie gesund!"

Antigen-Tests bringen schnell Klarheit, darum hat die Stadt Wien ein Kontingent von 2 Millionen Tests reserviert.

PCR- oder ANTIGEN-Test?

Der PCR-Test weist das Erbgut des Virus nach. Er muss im Labor gemacht werden und es dauert recht lange, bis das Ergebnis vorliegt. Der Antigen-Test hingegen weist nicht das Erbmaterial des Virus nach, sondern die Eiweiße, die es umschließen. Die Testflüssigkeit wird auf ein Teststäbchen aufgetragen und innerhalb weniger Minuten gibt es ein Ergebnis. Damit sind schnelle und großflächige Testungen, zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen und Spitälern, möglich.

Schutz für ältere Menschen

Alle rund 17.000 Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegewohnhäusern sollen durchgetestet werden. 20 Test-Teams sind dafür seit Anfang November im Einsatz. Pro Tag werden bis zu 2.000 Personen getestet. Damit kann die Stadt ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen noch besser schützen.

Infos auf einen Blick

Wir lernen täglich mehr über das Corona-Virus. Auf der Corona-Internetseite der Stadt Wien gibt’s alle Infos auf einen Blick – und jetzt auch neu den Symptom-Checker. Einfache Ja/Nein-Fragen, die online über Computer oder Smartphone beantwortet werden, klären das Infektionsrisiko ab und geben Handlungsempfehlungen – ob zum Beispiel ein Test nötig ist. "Das entlastet die Gesundheitsberatung 1450, die bisher hauptsächlich damit beschäftigt war", sagt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Das ist nur eines von vielen Services, welche die Website bietet. Auch über Hilfsangebote zum Einkaufen, Förderungen für die Wirtschaft oder wie man Nachbarinnen und Nachbarn unterstützen kann, informiert sie.

Auskunft in vielen Sprachen

Damit alle Wienerinnen und Wiener zu zuverlässigen Infos kommen, gibt es die Internetseite auch in Englisch, Bosnisch/Kroa- tisch/Serbisch, Türkisch und Gebärdensprache. Außerdem informieren ExpertInnen in 24 Sprachen innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.

Checkboxen

Corona oder doch Grippe? Wenn sich in der kalten Jahreszeit Viruserkrankungen häufen, ist es wichtig, schnell Klarheit zu schaffen. Darum wird es in der ganzen Stadt insgesamt 30 Checkboxen geben, wo innerhalb von nur 30 Minuten getestet wird und ein Ergebnis feststeht. Die ersten drei stehen in Favoriten, Ottakring und der Donaustadt. Ist der Test negativ, können die Patientinnen und Patienten vor Ort behandelt werden. Im Fall eines positiven Resultats muss die Person in Quarantäne.

Gratis-Grippeimpfungen

Im Rahmen der städtischen Gratis-Grippeimpfung haben bereits 90.000 Wienerinnen und Wiener einen Termin in den städtischen Impfstellen gebucht. Verfügbare Termine im Dezember sollen in erster Linie von älteren Menschen und besonders gefährdeten Gruppen genutzt werden. Terminvereinbarung über impfservice.wien oder telefonisch unter 1450.

Verhalten in Kliniken

ZUGANG INS SPITAL: Das Betreten der Spitäler ist nur mit Registrierung und über einen bewachten Haupteingang möglich.

GESUNDHEITS-CHECK: Jede eintretende Person muss Fieber messen und Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben.

MUND-NASEN-SCHUTZ: Das Tragen eines Mund- Nasen-Schutzes ist Pflicht. Die Hygienemaßnahmen und Abstände müssen eingehalten werden.

BESUCHE UND TERMINE: Patientinnen und Patienten können jeden zweiten Tag von einer Person Besuch erhalten. Ambulanzbesuche sind nach Terminvereinbarung möglich.

PFLEGE-EINRICHTUNGEN: Die zehn Pflege-Einrichtungen des Wiener Gesundheitsverbunds haben eigene Isolierstationen eingerichtet. Der Gesundheitszustand neu einziehender Personen wird dort genau beobachtet, Verdachtsfälle können von gesunden Personen getrennt werden.