Gemeinsam schwitzt es sich doppelt so gut ;) © Getty Images

 

Winterzeit ist Saunazeit

Die Sauna ist besonders in der kalten Jahreszeit beliebter Entspannungsort. Ganz ohne Fleiß läuft hier der Schweiß. Doch aufgepasst: Richtig schwitzen will gelernt sein. Wir haben nützliche Tipps für Sie!

Bei einem Besuch der Therme oder des Hallenbades sollte auf jeden Fall auch der Saunabereich aufgesucht werden, denn der Gang in die Sauna stärkt das Immunsystem. Doch wie genau nimmt das Schwitzen im holzverkleideten Raum Einfluss auf unsere Gesundheit? Der Begriff Sauna kommt aus dem Finnischen und wird übersetzt auch Schwitzbude oder finnisches Bad genannt. Mithilfe eines Ofens wird der Raum auf 70 bis 105 Grad Celsius erhitzt. Das Schwitzen soll die Gesundheit fördern und eine entspannende Wirkung erzeugen. In ganz Europa gibt es unterschiedliche Saunaarten.

Saunieren statt Grippeviren

Der regelmäßige Gang in die Sauna dient vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten. Zudem kann der Besuch auch bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, beispielweise bei chronischen Rückenschmerzen. Bei einem Gang wird die Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad Celsius erwärmt. Es entsteht ein künstliches Fieber. Dieses hat im Körper dieselben Auswirkungen wie echtes Fieber, wodurch das Abwehrsystem aktiviert wird. Das heißt, der Körper beginnt sich selbst zu reinigen und schwitzt Schadstoffe einfach aus.

Nach dem anschließenden Kaltbad entspannt sich die Muskulatur. Außerdem werden der Stoffwechsel, der Kreislauf, das Immunsystem und die Atmung angeregt. Ein gutes Training für das Herz-Kreislauf-System. Obendrein wird eine wohltuende Wirkung auf das subjektive Wohlbefinden erzeugt. Einen weiteren positiven Effekt hat das Saunieren auf die Haut, denn durch die Hitze verlangsamt sich zum Beispiel die Hautalterung. Zudem kommt es durch die wiederholten Wasseranwendungen zu einer sehr gründlichen Reinigung der Hautoberfläche und der Poren. So entsteht eine weiche und geschmeidige Haut.

Der Körper übt durch regelmäßige Saunagänge, seine Kerntemperatur zu halten, egal ob draußen Winter oder Hochsommer herrschen. Das bedeutet, wer oft in die Sauna geht, friert im Winter nicht so schnell und schwitzt selbst bei tropischen Temperaturen nur leicht. Ein Schwitzgang hat also positive Effekte auf die körperliche, aber auch auf die seelische Gesundheit.

Tipps für den Saunagang

1.) Der Klassiker

Vor dem Besuch einer Sauna sollte immer, und wir wiederholen, wirklich immer geduscht werden! Schließlich schwitzt man nicht alleine. Körperhygiene ist wichtig. Und dazu gehört eine gründliche Reinigung der Haut. Danach abtrocknen ist ein Muss. Nass beginnt man viel langsamer zu schwitzen und der Effekt ist dahin.

2.) Schwitzen im Sitzen

Man bettet seinen Körper auf Holzbänke. Klingt jetzt unbequemer, als es ist. Da die Sauna von mehreren Leuten besucht wird, ist wichtig, jedes Mal ein Handtuch unterzulegen. Das sollte groß genug sein, damit auch die Füße draufpassen. Wer will schon im Schweiß der Vorgängerin oder des Vorgängers sitzen.

3.) Nicht schwer und nicht leer

Die Hitze fördert die Durchblutung und fordert den Körper. Blöd nur, wenn der gerade mit dem Verdauen eines leckeren Bratens oder Schnitzels beschäftigt ist. Deshalb gilt: Vor dem Saunieren keine schweren oder fettigen Gerichte zu sich nehmen. Ebenso ungeschickt ist aber auch, mit komplett leerem Magen die Hitzekammer zu betreten. Da läuft der Kreislauf schon mal auf Hochtouren.

4.) An Verrenkungen nicht denken

Die Sauna ist ein Ort der Ruhe und Entspannung. Man konzentriert sich ganz auf sich und seinen Körper. In der Hitze ist die Sauerstoffkonzentration reduziert. Das liegt auch am engen Raum mit vielen Personen. Deshalb fällt das Atmen schwerer. Herumfuchteln oder lautstarke Diskussionen führen ist also keine gute Idee. Besser die Stille und die Temperatur genießen.

5.) Don't drink and sweat

Wie beim Autofahren ist Alkoholgenuss auch vor dem Schwitzgang suboptimal. Dadurch werden die Blutgefäße zusätzlich zum Effekt der Wärme erweitert. Das kann gesundheitlich sehr gefährlich werden. Trinken ist dennoch wichtig. Am besten Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte.

6.) Nicht übertreiben!

Wer noch nie oder bisher nur selten in der Sauna war, muss keinesfalls die Starke oder den Starken markieren. Für Neulinge reichen acht bis zehn Minuten vollkommen. Bei Wiederholungstäterinnen und -tätern dürfen es schon mal 15 Minuten sein. Ganz wichtig: Die letzten Minuten aufrecht sitzen. So pendelt sich der Kreislauf ein und man übersteht den Kälteschock danach besser. Ideal sind zwei bis maximal drei Gänge am Tag und das zwei bis drei Mal die Woche.

7.) Schritt unters kühle Nass

Nach dem Saunagang ist der Körper entsprechend aufgeheizt. Ein Schritt unter die kühle Dusche ist jetzt das Richtige. Es muss nicht der Sprung ins eisige Tauchbecken sein. So stürzt sich das Herz-Kreislauf-System nicht todesmutig von der Eisbergspitze, sondern kommt langsam und gesund wieder in Schwung. Gesunde Menschen sollten diese Art der Abkühlung aber aushalten.

8.) Chill and relax

Saunieren ist kein Leistungssport, sondern dient der körperlichen und mentalen Entspannung. Darum: Mindestens zwei Stunden Zeit einplanen. Gehetzt entspannt es sich nun mal nicht gut.