20.NOVEMBER 2018 
Fortschritt
Erkin Bayirli von Wunderwuzzi-Roboter und Wilfried Lepuschitz von PRIA freuen sich schon darauf, beim Robotics Day 2018 Wissbegierigen die Welt der Roboter näherzubringen. © Bohmann

Robotics Day Vienna 2018

Am 23. November findet der "Wiener Tag der Roboter" statt. Künstliche Intelligenz zum Staunen, Kennenlernen und auch Anfassen. CLUB WIEN hat den Organisatoren vorab einen Besuch abgestattet.

Der Robotics Day Vienna findet 2018 zum ersten Mal im Rahmen der European Robotics Week in Kooperation mit der Wiener Langen Nacht der Roboter statt. Veranstaltungsort des Robotics Days ist das TGM (HTL Wien 20). Organisiert wird er vom Practical Robotics Institute Austria (PRIA), gemeinsam mit dem Wiener Unternehmen Wunderwuzzi-Roboter. Die Veranstaltung wird vom Verband Österreichischer Softwareindustrie (VÖSI) unterstützt. Gefördert wird der Robotics Day Vienna 2018 von der Wirtschaftsagentur Wien, einem Fonds der Stadt Wien.

Wilfried Lepuschitz ist Geschäftsführer von PRIA, Erkin Bayirli ist für das Unternehmen Wunderwuzzi-Roboter verantwortlich. Die beiden kennen sich mit der Robotic-Materie bestens aus.

CLUB WIEN: Wie läuft der Robotics Day ab?

Erkin Bayirli: Vormittags finden Roboter-Workshops für angemeldete Schulklassen statt. Nachmittags präsentieren Wiener Institutionen und Unternehmen für Jung und Alt an verschiedenen Mitmachstationen eine Vielzahl an Robotern zum Staunen, Lernen und Anfassen.

Was ist die Idee dahinter, was soll vermittelt werden?

Wilfried Lepuschitz: Roboter sind ein wichtiger Teil unserer Welt geworden, haben Einzug gehalten in vielen Bereichen unseres Lebens und sind kaum mehr wegzudenken. Der Robotics Day soll Leuten zeigen, wofür Roboter gut sind, dass sie nützlich sind und man keine Angst vor ihnen zu haben braucht. Dabei wird der Bogen gespannt vom sogenannten Educational Robotics, sprich Roboter für Schülerinnen und Schüler zum Lernen und für die Bildung, bis hin zu Industrierobotern und den Unternehmen dahinter. Im Zuge dessen werden die verschiedenen Bereiche der Robotik spielerisch nähergebracht, um Begeisterung unter den Teilnehmenden für das spannende Feld der Robotik zu wecken.

An wen richtet sich der Robotics Day?

Erkin Bayirli: Grundsätzlich an alle, die sich für Wissenschaft und Technik interessieren, dezidiert sollen vor allem Schülerinnen und Schüler angesprochen werden, an diesem Tag zu kommen und vieles rund um Robotik zu erfahren. Vormittags gibt es speziell dafür Workshops für geladene Schulklassen, am Nachmittag gibt es ein offenes Format, wo auch Eltern mit ihren Kindern sowie generell alle Interessierten bei den Mitmachstationen der verschiedenen Institutionen, Vereine und Unternehmen teilnehmen können.

Der Robotics Day hat sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Wiener Organisationen, Initiativen und Unternehmen, die schon länger präsent sind oder sich in den letzten Jahren rund um die Robotik gebildet haben, ein Mal pro Jahr zusammenzuführen.

Unter welchen Gesichtspunkten wurde das Programm zusammengestellt?

Wilfried Lepuschitz: Die Vormittagskurse für Schulen richten sich vor allem an Schulen, die wenig Zugang zu außerschulischen und hier speziell technisch-orientierten Bildungsinitiativen haben. Durch die Förderung der Wirtschaftsagentur Wien und die Unterstützung des Verbands Österreichischer Software Industrie (VÖSI) ist es möglich, dass die Schulklassen kostenlos teilnehmen können. Der Nachmittag gestaltet sich nicht nur als reine Ausstellung zum Anschauen, sondern lädt auch ein, direkt bei den Stationen der verschiedenen Ausstellerinnen und Aussteller die Roboter anzufassen und mit ihnen zu experimentieren.

Worum handelt es sich beim Practical Robotics Institute Austria (PRIA)?

Wilfried Lepuschitz: Das Practical Robotics Institute Austria (PRIA) wurde 2012 von Robotik-Spezialisten der TU Wien und des TGM gegründet. PRIA dient der Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses und führt Forschungsaufgaben im Feld der Robotik durch. In der Pädagogik und Ausbildung ist unser Ziel, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Forschung, Technologie und Innovation zu steigern. Unter anderem führen wir hierfür Workshops in Schulen durch und organisieren jährlich eine Robotik-Konferenz für Schülerinnen und Schüler. Überdies beschäftigen wir uns in der Forschung und Entwicklung mit Industrie-4.0-Themen, im Speziellen mit innovativen Steuerungsarchitekturen für die Robotik und industrielle Automation.

Wer oder was sind die Wunderwuzzi-Roboter und wer steckt dahinter?

Erkin Bayirli: Das Wiener Einzelunternehmen Wunderwuzzi-Roboter wurde im März 2017 gegründet, aufbauend auf dem gleichnamigen Verein, der zwei Jahre zuvor ins Leben gerufen wurde. Mit spannenden Roboter-Selbstbau-Kursen bieten die Wunderwuzzi-Roboter einen einfachen Einstieg für Kinder und Jugendliche in die faszinierende Welt der Robotik an. Um auf spielerische Weise Wissen zu vermitteln und Neugier auf Technik zu wecken. Die Wunderwuzzi-Workshops sowie die Bausets, die man erwerben kann, sind niederschwellig gestaltet. Sprich, sie sind leistbar, für Buben und Mädchen gleichermaßen interessant und bereits für das Grundschulalter geeignet. Die Kurse schaffen Selbstvertrauen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Darüber hinaus wird die Idee transportiert, Dinge auch einmal selber zu machen oder zu reparieren.

Wer sind die Austellerinnen und Aussteller und wie wurden sie ausgewählt?

Wilfried Lepuschitz: Die beiden Veranstalter des Robotics Days, PRIA und Wunderwuzzi-Roboter, sind stark verwurzelt im Bereich der Educational Robotics. Und durch das Netzwerk innerhalb dieses Bereichs sind vor allem einige andere Initiativen vertreten, die vergleichbare Ziele verfolgen. Gleichzeitig wird die Bandbreite erhöht, indem Universitätsinstitute im Forschungsbereich der Robotik sowie Unternehmen aus der Industrierobotik eingeladen sind, ihre Innovationen der Wiener Bevölkerung öffentlich zu zeigen. Dabei ist der Fokus, möglichst lokale Initiativen, sprich Wien und Wien Umgebung, zusammenzuführen.

Einen spannenden Blick in die Zukunft gewährt zum Beispiel Blue Danube Robotics. Das Wiener Jungunternehmen entwickelte eine Sensorhaut für Roboter. Damit kann eine Maschine spüren, wenn sie irgendwo anstößt, und sofort anhalten. Das macht die Bewegung der Roboter sicherer, für Mensch und Maschine. Zu den Ausstellerinnen und Ausstellern gehören auch die TU Wien, die FH Technikum Wien, Bildungsserver Wien, die Österreichische Computer-Gesellschaft und viele mehr.

Wien gilt mittlerweile als Innovations-Hotspot. Woran liegt das? Welche Rolle spielt Wien an der Schnittstelle von Elektronik, Mechanik und Programmierung?

Erkin Bayirli: Wien ist allein aufgrund seiner Größe zweitgrößte deutschsprachige Stadt nach Berlin und sechstgrößte Stadt innerhalb der Europäischen Union. Eine wichtige Großstadt mit all ihren Universitäten, Fachhochschulen, höheren technischen Schulen und Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus gibt es in Wien eine vitale Infrastruktur für Start-ups. Es steht eine Vielzahl an Förderungen, Unterstützungen und Beratungsinitiativen zur Verfügung. Dabei spielt die Robotik eine verbindende Rolle, sie vereint verschiedene technische Richtungen wie Elektronik, Mechanik und Programmierung. Der Bedarf von automatisierter Fertigung wächst immer mehr in der Produktion von alltäglichen Produkten.