Der Abfluss ist verstopft? Klempner anrufen? Nein, danke! Mit ein paar Tipps und Tricks können Sie Reparaturen ganz einfach selbst machen. CLUB WIEN zeigt, wie es geht. © Getty Images

 

So werden Sie zur/zum HeimwerkerIn

Der Laptop spinnt, das Handy macht Probleme, die Heizung leckt. Nicht jedes Gebrechen muss von einem Profi repariert werden. Welche Reparaturen Sie ganz einfach selbst machen können, verrät Ihnen CLUB WIEN.

Eine hängende Türklinke, ein Riss in der Fliese oder eine verstopfter Abfluss – keine Gründe, gleich einen Handwerksdienst anzurufen. Viele Dinge im Haus oder in der Wohnung können mit ein bisschen Geschick und dem richtigen Know-how ganz einfach repariert werden. Dass man beim eigenständigen Reparieren auch noch Geld spart und Müll vermeidet, ist da ein schöner Nebeneffekt. CLUB WIEN verrät ein paar Reparaturtipps und -tricks, die man leicht zu Hause umsetzen kann. 

Auf die richtige Nutzung kommt es an

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, dass man zu Hause selbst Hammer und Zange in die Hand nehmen muss, ist es wichtig, die Geräte von Beginn an richtig einzusetzen und so Schäden vorzubeugen. "Verzichten Sie bei Waschmaschinen beispielsweise auf Waschzusätze wie Bleichmittel. Diese greifen Gummiteile wie die Türmanschette an. Auch das Laufenlassen von halbleeren Maschinen soll vermieden werden, da die Maschine bei jedem Waschgang stärker abgenützt wird. Lassen Sie zudem die Maschine zwischen den Waschgängen offen und entfernen Sie das Restwasser aus der Türmanschette. Dies beugt Schimmel vor, der sich gerne bei stehendem Wasser bildet", so Markus Piringer, Leiter vom Reparaturnetzwerk Wien.

Grundsätzlich tut es allen Geräten gut, in regelmäßigen Abständen gereinigt und gepflegt zu werden. "Brösel in der PC-Tastatur können diese schädigen und funktionsunfähig machen. Auch bei Kaffeemaschinen, Gartengeräten und Staubsaugern (Luftfilter) kann eine regelmäßige Reinigung Schäden vorbeugen", erklärt Piringer. Doch nicht nur die Hardware ist zu reinigen, auch die Entrümpelung des Computers von Software, die man nicht mehr braucht, ist in regelmäßigen Abständen zu empfehlen.

Wenn dann doch ein Schaden auftritt, so wird’s repariert:

 

Waschmaschine

Ein rätselhafter Gestank tritt plötzlich auf, die Türe lässt sich nicht öffnen oder der Schleudergang startet nicht mehr? Für viele Waschmaschinen-Probleme gibt es häufig eine einfache Lösung. Wenn beispielsweise das Wasser nicht abgepumpt wird oder ausläuft oder Bauteile wie Keilriemen, Motor oder Laugenpumpe defekt sind – diese Schäden können oft in Eigenregie schnell behoben werden. Achten Sie auf folgende Dinge:

  • Wasser tritt aus: Überprüfen Sie, ob bestimmte Bauteile wie der Einlaufschlauch oder der Einspülkasten undicht oder verstopft sind. Diese können häufig selbst gereinigt, Ersatzteile nachgekauft und selbst eingebaut werden.
  • Wasser lässt sich nicht abpumpen: Sollte die Maschine das Wasser nicht abpumpen, kann das durch einen Fremdkörper wie Münzen ausgelöst werden. Diese Teile lassen sich von der Trommelseite wieder entfernen.
  • Flusensieb - regelmäßig reinigen: Allzu oft ist ein verstopftes Flusensieb der Übeltäter und Grund, warum Ihre Waschmaschine streikt. Kontrollieren und reinigen Sie daher immer zuerst das Flusensieb, bevor Sie einen Handwerksdienst bestellen.
  • Essig gegen Verkalkung: Um Ihre Waschmaschine vor Verkalkung zu schützen, braucht es nicht immer ein teures chemisches Mittel. Ein herkömmlicher Haushaltsessig ist auch eine gute Alternative. Leeren Sie den Essig in die Waschtrommel. Starten Sie nun einen 60-Grad-Celsius-Waschgang ohne Wäsche und Waschmittel. Nach dem Aufheizvorgang den Waschgang unterbrechen und die saure Lösung einige Stunden einwirken lassen, anschließend abpumpen. Regelmäßig wiederholen - bei hartem, kalkhaltigem Wasser ein bis zwei Mal im Jahr.

Verstopftes Abflussrohr

Wer kennt das nicht, trotz eines Abflusssiebs landen ständig Dinge im Abflussrohr, die dort nicht hingehören und nach und nach das Rohr verstopfen. Die Folge: Das Wasser fließt nicht mehr richtig ab. Doch keine Sorge, für oberflächliche Verstopfungen muss man nicht gleich die Installateurin oder den Installateur rufen und auch auf chemische Mittel kann man leicht verzichten.

Für einen chemiefreien Rohrreiniger vermengen Sie einfach Backpulver mit Salz. Schütten Sie dieses Gemisch in den Abfluss und gießen Sie warmen Essig hinterher. Abschließend spülen Sie einen Liter heißes Wasser nach. Wenn sich die Verstopfung noch nicht gelöst hat, kann man auch mit einer Saugglocke oder einer Rohrspirale nachhelfen.

Aus alt mach neu: Fliesenreparatur

Mit der Haarbürste abgerutscht? Die schwere Glasflasche auf den Fliesenboden fallen lassen oder ein neues Regal an die Wand gebohrt? Immer wenn ein Gewicht auf die Fliesen einwirkt, das nicht geplant war, kann es zu einem Riss kommen oder die Fliese zerbricht. Auch Fehler beim Verlegen sowie die Verwendung des falschen Klebers führen zu Schäden. Doch was nun? Mit ein wenig Sorgfalt, Vorwissen und den richtigen Materialien kann jede und jeder selbst seine Fliesen wieder auf Vordermann bringen. Tipp: Wird ein neuer Fußboden verlegt, bitten Sie die Bodenlegerin oder den Bodenleger immer darum, etwas von den übrig gebliebenen Materialien da zu lassen. Dieses können Sie dann für kleinere Reparaturen gut nützen.

Schneiden Sie zunächst mit einem stabilen Cutter den Fugenmörtel rund um die kaputte Fliese heraus. Entfernen Sie dann die kaputte Fliese Stück für Stück mit Hammer und Meißel. Befreien Sie den Untergrund von altem Fliesenkleber und Staub und setzen Sie die neue Fliese mit Fliesenkleber ein. Jetzt müssen Sie nur noch die Fugenmasse anbringen. Unter Umständen hebt sich die neue Fliese die ersten Tage farblich noch etwas ab, doch das gleicht sich mit der Zeit aus.

Tropfender Wasserhahn

Es gibt kaum ein nervtötenderes Geräusch, als das regelmäßige Plopp eines Wasserhahns, der tropft. An Schlafen oder Arbeiten ist hier nicht mehr zu denken, dabei kann man das Problem oft ganz einfach selbst beheben. Häufige Ursache, wenn der Wasserhahn tropft, ist eine ältere Gummidichtung, die durch Temperaturbelastungen und chemische Prozesse porös geworden ist.

Um die Dichtung im Wasserhahn zu entkalken oder auszutauschen, stoppen Sie zunächst die Wasserzufuhr zum Hahn. Bei einem gewöhnlichen Küchen- oder Waschbeckenhahn schließt man dazu das Eckventil, das aus der Wand kommt. Tropft es in der Dusche oder Badewanne und es gibt kein separates Absperrventil, muss die Wasserversorgung für die ganze Wohnung gesperrt werden.

Bevor Sie dann den Wasserhahn auseinandernehmen, muss zunächst der restliche Druck abgelassen werden. Dazu dreht man den Hahn etwas auf. Dann werden die Armaturgriffe entfernt. Es reicht oft, wenn man dazu kräftig am Griff zieht. Wenn Sie noch keine neue Dichtung zur Hand haben, können Sie die alte derweil einfach umdrehen. Das funktioniert aber nur, wenn die Rückseite noch glatt und eben ist. Neue Dichtungen gibt es in jedem Baumarkt. Zum Zusammenbauen führen Sie einfach alle Schritte in umgekehrter Reihenfolge durch. Und das nervende Tropfen nimmt ein Ende.

Soforthilfe-Tipp bei tropfendem Wasserhahn: Wenn Sie noch keine neue Dichtung haben oder auch keine Zeit, den Wasserhahn zu reparieren, können Sie zumindest das nervige Geräusch schnell beseitigen. Dazu binden Sie einfach einen Faden so um den Hahn, dass das lose Ende bis zum Boden des Beckens reicht. Die Tropfen laufen dann am Faden entlang und erzeugen so kein Geräusch.

DIY - Reparaturen für zu Hause

Weitere Tipps und Tricks, wie Sie in Ihrem Eigenheim selbst Reparaturen vornehmen oder Ihre Geräte warten können, finden Sie in der Reparaturfibel des Reparaturnetzwerks Wien.

Wer seine Geräte doch lieber der Expertin oder dem Experten überlassen möchte, hat auch jetzt die Möglichkeit dazu: "Bei Elektrogroßgeräten wie Waschmaschinen, Herden oder Kühlschränken kommen die Reparateure in der Regel ins Haus. Auch Handy-Reparaturen werden vor Ort angeboten. Bei anderen Geräten werden von einigen Reparaturbetrieben Lieferservices angeboten oder man versendet das Gerät über einen Botendienst oder per Post. Bei PC-Reparaturen wird auch telefonische Beratung oder Fernwartung angeboten", erzählt Markus Piringer, Leiter des Reparaturnetzwerks Wien.

Weitere Infos dazu finden Sie hier.