Lösen Sie sich mit dem Räucherritual von alten Lastern und heißen Sie das neue Jahr willkommen. Wie Sie richtig räuchern erklären wir Ihnen hier. Viel Spaß! © Getty Images

 

So räuchern Sie zu Weihnachten richtig

Auch heute wird in der Weihnachtszeit mit Weihrauch, Myrrhe und Co das Zuhause von negativen Einflüssen befreit und das neue Jahr willkommen geheißen. Doch wie räuchert man richtig und warum?

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind auf die Erde nieder, auch begleiten uns Jahr für Jahr uralte traditionelle Brauchtümer und Traditionen. So gibt es rund um den Heiligen Abend viele verschiedene Feiertage und Brauchtümer, die das Fest zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Einer der ältesten Bräuche ist das Räuchern von Haus und Hof. Es dient der Reinigung, soll vor Bösem schützen und Segen und Gesundheit ins Zuhause bringen. Doch wie räuchert man richtig? Welche Kräuter darf man dafür verwenden? Was hat es mit den Rauhnächten auf sich, woher kommt dieses uralte Ritual und welche Rituale gibt es noch? Fragen über Fragen und der Stadt Wien Vorteilsclub klärt auf.

Die mystischen Rauhnächte

Die geheimnisvollen Rauhnächte zwischen Weihnachten und Dreikönig sind eine Zeit der Reinigung, des Wandels und des Neubeginns. Auch heute noch können uns die alten Rituale dazu anregen, Rechenschaft über das alte Jahr abzulegen und Schutz fürs neue zu wünschen. Die zwölf Nächte beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Sie stehen symbolisch für die zwölf Monate im neuen Jahr und sagen uns jeweils die Ereignisse im zugeordneten Monat vorher. Deshalb werden sie auch "Losnächte" (Losen = lauschen = vorhersagen) genannt. Rauhnacht kommt aber auch von rau, also von dem Wilden, dem Haarigen. Abgeleitet vom dem Perchtengefolge, das um diese Zeit durch die Gegenden zog und sein Unwesen trieb. Perchten sind die Gefolgschaft der alpenländischen Göttin Perchta.

Die alpenländische Göttin Perchta

Perchta, oder auch Percht genannt, ist eine der lebendigsten Göttinnen Europas, deren Rituale in vielen Gegenden bis heute aufrechterhalten sind. Die Zeit der Percht sind die Tage zwischen den Jahren, also die Rauhnächte. Von dieser Zeit wird allgemein angenommen, dass die normalen Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind und die Grenzen zwischen dem Dasein und Jenseits fallen. Man sagt, dass Perchta zu dieser Zeit mit ihrem Gefolge (Hunde, Schweine, Hasen und weitere Urwesen) durchs Land zieht und die verstorbenen Seelen einsammelt. Mittels Segenssprüchen, Räucherungen, aber auch Opferspeisen wie Brot, Gebäck oder Fleisch versuchte man, Schutz von Percht zu bekommen. Ein Besuch dieser Wesen galt/gilt als glücks- und segenbringend für Haus, Hof und die ganze Familie. Heutzutage wird oft angenommen, dass man mit Perchtenläufen, Räucherungen und Co die Geister vertreiben wollte. Doch statt sie zu vertreiben, versuchte man, sie mittels der süßen Düfte des Weihrauchs und der Opfergaben anzulocken, damit sie Haus, Tiere und Hof vor dem Bösen schützen. Dazu muss gesagt werden, dass, bevor die Elektrizität erfunden worden war, der Winter immer ein Kampf ums Überleben bedeutete. Deshalb waren die Menschen damals auch für jedes schützende Ritual und jeden Segensspruch dankbar.

Rauhnachts-Rituale

Wer die Rauhnächte und ihre besonderen Schwingungen und Energien miterleben möchte, kann dies mit verschiedenen Ritualen machen. Das Wünschen zu dieser Zeit hat besonders viel Kraft, da die Grenzen zwischen den Welten besonders dünn sind und das Universum unsere Bitten leichter empfangen kann. Zu den Rauhnachtsritualen gehören unter anderen das Räuchern (reinigt Haus, Wohnung und Körper von den Lasten des alten Jahres), Traumtagebuchführen (Träume und Ereignisse an diesen Tagen sind von besonderer Bedeutung und bringen Botschaften für das kommende Jahr), Feuerritual, Meditieren, Glücksritual.

 

Das Räucher-Ritual

Räuchern ist eine der ältesten Formen der Aromatherapie. In früheren Zeiten räucherte man vorwiegend, um Ahnen anzurufen, Glück und Wohlstand anzuziehen oder böse Geister von Haus und Hof fernzuhalten. Heute dient es der energetischen Raumreinigung, Selbstheilung, alte und schädliche Energien werden beseitigt und die Raumenergie wird neu belebt. Zusätzlich verwendet man Räucherwerk bei Meditationen, zum Entspannen, zur Stärkung der körperlichen Lust, zur Unterstützung und Vertiefung der Liebe oder einfach nur aus Freude am Duft.

Beim Räuchern wirkt immer das Element Feuer, es bringt seine Qualität als Wandler mit in den Prozess der Duftentstehung. Im Gegensatz zum Verdunsten werden die grobstofflichen Energien der Kräuter und Harze in flüchtigere Dimensionen, nämlich Rauch, verwandelt. Durch den Atem nehmen wir diese Energien in uns auf, was auch eine Transformation anstößt. Auch als Räucherstäbchen oder -kegel kann man sich die Feuerenergie und die damit verbundene Transformation zunutze machen: egal ob gemütlich daheim im Wohnzimmer oder entspannt an lauen Sommertagen im Garten oder auf der Terrasse. Neben dem unvergleichlichen Dufterlebnis profitiert man immer auch von der Verwandlungskraft des Feuers.

Doch wie räuchert man richtig?

Bevor Sie sich nun ans Räuchern machen, sollten Sie alle Utensilien vorbereiten und bereitlegen. Dazu benötigen Sie:

  • ein feuerfestes Räuchergefäß
  • Räucherkohle
  • Räuchersand
  • Räucherzange, um Verbrennungen zu vermeiden
  • Räucherwerk (z. B. eine Räuchermischung zur Reinigung oder für Harmonie)

Besonders gut geeignet sind Räuchermischungen, die speziell für die Reinigung von Räumen, Auren und Energien konzipiert wurden. Beliebte Kräuter zum Räuchern sind aber auch Salbei (hat eine starke Reinigungskraft), Kampfer (löscht alte Informationen im Haus), Angelikawurzel (erhellt die Raumschwingung), Weihrauch (bringt Segen, erhöht die Energie) oder auch Wacholder (vertreibt negative Einflüsse) und Myrrhe (desinfiziert, klärt reinigt und gibt Ruhe).

Die Vorbereitung:

  1. Zuerst bereiten Sie das Räuchergefäß vor, je nachdem, welches Räuchergefäß Sie verwenden, ob mit Sand oder nur mit Sieb (am besten, Sie lassen sich im Geschäft beraten oder erkundigen sich vorweg ausführlich im Internet). Bei einem ursprünglichen Räucherwerk wird mit Sand und Kohle geräuchert.
  2. Füllen Sie dazu Ihr Räuchergefäß etwa halbvoll mit Räuchersand. Danach entzünden Sie die Räucherkohle. Die meisten Räucherkohlen sind schnellentzündlich und glühen gleichmäßig durch. Fassen Sie die Kohle fest mit der Räucherzange und halten Sie sie über eine Kerze oder ein Feuerzeug. Nun können Sie beobachten, wie kleine Funken des Schnellanzünders durch die Kohle ziehen.
  3. Legen Sie die Kohle auf den Sand in der Räucherschale und warten Sie, bis sie rundherum mit einer feinen Ascheschicht bedeckt ist, was ungefähr fünf bis sieben Minuten dauert. Dies ist sehr wichtig, denn nur dann hat die Kohle die optimale Temperatur, um sowohl die Wirkung als auch den Duft des Räucherwerks bestmöglich zu aktivieren.
  4. Jetzt können Sie Ihr Räucherwerk auf die Räucherkohle legen. Je nachdem, wie lange Sie räuchern wollen, sollten Sie dementsprechend viel Räucherwerk verwenden. Wenn Sie richtig ordentlich mit Rauch ausräuchern wollen, verwenden Sie mehr Räucherwerk. Wollen Sie einen ganzen Tag lang einen angenehmen Duft haben, dann verwenden Sie anstatt eines Räuchergefäßes mit Kohle ein Räucherstövchen mit Sieb. Auf das Sieb wird dann das Räucherwerk gelegt und mittels eines Teelichts langsam verbrannt.

Das Räucherritual:

Nach der Vorbereitung und dem Entzünden des Räucherwerks startet man nun mit dem eigentlichen Ritual. Insgesamt macht man drei Durchgänge. Der erste dient der Reinigung, der zweite der Harmonisierung und der dritte der Energieaufladung.

1. Reinigung: Achten Sie darauf, dass Türen und Fenster, die ins Freie führen, geschlossen sind. Die Reinigung geht immer gegen den Uhrzeigersinn. So sind auch die Räuchermischungen von den Inhaltsstoffen aufgebaut. Gehen Sie mit der Räucherschale durch jeden Raum, so lange, bis der Rauch im Raum steht. Beim Reinigen darf und soll der Rauch richtig aufgehen, damit sich alles lösen kann. Kurz einwirken lassen und nachfolgend ausgiebig lüften.

2. Harmonisieren: Je nach Wetter geht man beim Harmonisieren bei offenen oder geschlossenen Fenstern durch die Räume. Die Reihenfolge und Richtung durch die Räume können individuell bestimmt werden. Einfach wieder in jedes Eck räuchern und das System beruhigen. Die liegende, harmonische Acht in der Bewegung der Räucherschale kann das Harmonisieren unterstützen.

Zwischendurch kann immer wieder gelüftet werden. Das Lüften bringt frische Luft und Energie herein. Die Unruhe, die durch das Loslassen und das Lüften entsteht, wird mit dieser Räucherung in Einklang gebracht.

3. Energieaufbau: Die Fenster sind geschlossen und man geht jetzt wieder im Uhrzeigersinn – also links startend nach rechts – durch die einzelnen Bereiche. Der Rauch darf etwas intensiver als beim Harmonieren sein und sich gut verteilen, muss allerdings nicht mehr in den Räumen stehen. Dieser angenehme Duft bleibt dezent in der Wohnung erhalten. Bei Bedarf kann man anschließend natürlich lüften.

Der komplette Räuchervorgang kann leicht ein, zwei oder mehrere Stunden dauern, je nach Büro-, Haus- oder Wohnungsgröße. Die Veränderung ist danach spürbar.

Tipp: Wer sich nach der Räucherung erschöpft oder ausgelaugt fühlt, kann danach duschen gehen. Das Räuchern ist ein intensiver Wandlungsprozess, in den man natürlich selbst integriert ist. Am besten die Haare unter den Wasserstrahl halten, um die Aura zu reinigen und sich zu erden.

Wohnung, Haus oder Büro ausräuchern kann man zu jeder Zeit und so oft man will. Besonders beliebt ist es zu Weihnachten, da man hier Abschied vom alten Jahr nimmt und das neue willkommen heißt. Wer keine Drei-Stufen-Räucherung machen will, kann auch eine einfache Räucherung vornehmen mittels des Räucherstövchens. Das Räucherwerk hilft hier vermehrt beim Meditieren, Entspannen oder auch beim Lernen oder Arbeiten.