Das Wiener Radwegenetz erstreckt sich über 1.379 Kilometer quer durch ganz Wien. © WienTourismus/Peter Rigaud

Radfahren in Wien: Was ist erlaubt und was nicht?

Dank der vielen Radwege ist Radfahren in Wien sicher und bequem. Oft ist man auch schneller als mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch wie verhält man sich als RadfahrerIn im Straßenverkehr richtig?

In der Früh schnell auf das Rad gesprungen. Mit der linken Hand wird gelenkt und mit der rechten telefoniert. Multitasking am Rad ist kein Problem. Schnell noch gegen die Einbahn gefahren, man will doch pünktlich im Büro erscheinen. Am Abend noch ein, zwei oder drei Feierabendbiere, und um am Nachhauseweg niemanden zu gefährden, wird der Gehweg zum Radweg. Ist doch alles kein Problem, oder doch?

CLUB WIEN hat bei der Mobilitätsagentur Wien nachgefragt und klärt darüber auf, was mit dem Fahrrad erlaubt ist und was nicht.

Spätestens wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen locken, holen viele ihr Fahrrad aus dem Keller. Doch bevor es wieder auf die Straßen geht, sollte das Fahrrad unbedingt durchgecheckt werden. "Das Funktionieren von Kette, Kugellager und Bremsen sollte auf alle Fälle überprüft werden. Denn wenn die Bremsbeläge abgefahren sind, die Bremsen nicht richtig eingestellt wurden oder das Öl die Kette nicht mehr richtig schmiert, kann es im Straßenverkehr gefährlich werden. Wurde das Rad im Winter bei jedem Wetter bewegt, dann steht im Frühjahr eine gründliche Reinigung der Kette an", rät Kathrin Ivancsits von der Mobilitätsagentur Wien.

Im Frühling lässt sich gut in die Fahrradsaison starten. Davor gilt es aber ein paar Dinge zu beachten. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

Ist das Fahrrad wieder startklar, heißt es jetzt nur noch, sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Worauf müssen Fahrradfahrerinnen und -fahrer im Wiener Verkehr achten?

Auch auf den Fahrradwegen heißt es, respektvoll und sicher zu fahren. © iStockphoto

Dürfen Radfahrerinnen und Radfahrer gegen die Einbahn fahren?

In der Regel gelten Einbahnen auch für Radfahrende. Eine Ausnahme sind Straßen mit dem Zusatzschild „Ausgenommen Radfahrer“. Hier darf am Rad auch gegen die Einbahn gefahren werden. Das Rechtsfahrgebot gilt auch in Einbahnstraßen. Wohnstraßen hingegen sind immer in beide Richtungen befahrbar.

Plötzlich regnet es, aber das Fahrrad muss trotzdem nach Hause. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das sicher kein Problem, oder? Wann darf man sein Fahrrad mit in die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen?

Außerhalb der Stoßzeiten dürfen Fahrräder in den U-Bahnen ohne zusätzliche Kosten transportiert werden. In Straßenbahnen und Bussen hingegen ist die Mitnahme von Rädern nicht gestattet. Die Ausnahme sind zusammengeklappte Falträder. Diese dürfen zu jeder Tageszeit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden.

Zu folgenden Zeiten ist es erlaubt, das Fahrrad in der U-Bahn mitzunehmen:

Montag bis Freitag (werktags): 9 bis 15 Uhr und ab 18 Uhr 30
Samstag, Sonntag und Feiertag: ganztägig

In der S-Bahn ist die Fahrradmitnahme innerhalb von Wien mit einem Halbpreisticket oder kostenlos mit der Jahreskarte der Wiener Linien möglich. Es gibt keine zeitliche Beschränkung.

Gibt es eine generelle Helmpflicht?

Eine Helmpflicht gilt für alle Kinder bis zum zwölften Geburtstag, auch in Kindersitzen, im Lastenrad oder in Anhängern. Für Erwachsene gibt es keine Helmpflicht.

Auch beim Fahrradfahren gibt es eine Promillegrenze. Daher gilt, nach dem Feierabendbier besser zu Fuß nach Hause gehen. © WienTourismus/Peter Rigaud

Nach der Arbeit noch schnell auf ein Feierabendbier? Ab wie viel Promille darf man nicht mehr auf das Fahrrad steigen?

Auch wenn für Radfahrerinnen und Radfahrer eine höhere Promillegrenze als beim Autofahren gilt, ist Alkohol am Steuer immer gefährlich und bestenfalls zu vermeiden. Das Autofahren ist bis zu einer Grenze von 0,5 Promille gestattet. Beim Fahrradfahren sind Werte von bis zu 0,8 Promille erlaubt, solange nicht gleichzeitig eine Gefahr für andere und die Betroffene oder den Betroffenen selbst besteht. Aber die Polizei darf im Falle einer Gefährdung bereits ab einem Wert von 0,5 Promille die Weiterfahrt untersagen und das Rad beschlagnahmen. Bei höheren Blutalkoholwerten sind Geldstrafen zwischen 800 und 5.900 Euro möglich. Zudem kann die Behörde im Falle von mangelnder Verkehrszuverlässigkeit bedingt durch Fahrradfahren unter Alkoholeinfluss der Fahrerin oder dem Fahrer den Kfz-Führerschein entziehen.

Auf der Straße herrscht starker Verkehr. Ist das Ausweichen auf den Gehweg erlaubt?  

Auf Gehsteigen und Gehwegen ist das Radfahren in Längsrichtung verboten. Erlaubt ist lediglich das Kreuzen von Gehwegen an den dafür vorgesehenen Stellen. Ausnahme sind Kinderräder mit einem maximalen Felgendurchmesser von zwölf Zoll, das sind circa dreißig Zentimeter. Diese gelten als Spielgeräte und dürfen auf dem Gehsteig gefahren werden. Kinder unter zwölf Jahren müssen von einer Aufsichtsperson begleitet werden, die mindestens 16 Jahre alt ist. Aber Achtung, die Aufsichtsperson darf trotzdem nicht mit dem Rad auf dem Gehsteig fahren.

Ring, ring! Das Handy läutet. Kein Problem, das Telefonieren während des Radfahrens ist doch erlaubt, oder?

Telefonieren ist beim Fahrradfahren nur erlaubt, wenn eine gesetzlich zulässige Freisprecheinrichtung verwendet wird. Auch das Tragen von Kopfhörern ist erlaubt. Sonstige Anwendungen, wie zum Beispiel das Verfassen von Nachrichten, sind während des Fahrradfahrens verboten.

Kinder müssen im öffentlichen Verkehr immer einen Helm tragen. Seien Sie ein Vorbild und schützen auch Sie sich mit einem Fahrradhelm. © iStockphoto

Wie alt müssen Kinder sein, um alleine mit dem Fahrrad zu fahren?

Kinder dürfen ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr mit einer abgelegten Radprüfung oder ab dem zwölften Lebensjahr auch ohne Radfahrausweis alleine auf der Straße fahren. Davor muss immer eine Aufsichtsperson, die mindestens 16 Jahre alt ist, dabei sein. Kinder dürfen bis zum achten Lebensjahr im Fahrradkindersitz mitgeführt werden.

Müssen Radfahrerinnen und -fahrer am Schutzweg stehen bleiben?

Ja, Zufußgehende haben am Schutzweg immer Vorrang. Ein ungehindertes und ungefährdetes Überqueren muss ihnen ermöglicht werden. Radfahrende sollten sich zudem dem Schutzweg bremsbereit nähern.

Wann muss das Licht am Fahrrad eingeschalten werden?

Bei Nacht oder schlechter Sicht müssen Lichter verwendet werden. Bei Tageslicht reicht die Ausstattung mit Reflektoren.

Der Fahrradweg endet, und was nun?

Nach Verlassen des Radstreifens haben Radfahrende Wartepflicht und der übrige Verkehr hat Vorrang. Diese Regel setzt alle anderen Vorrangregeln außer Kraft.

Mit dem Fahrradroutenplaner kommen Sie sicher und schnell an Ihr Ziel.

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