V. l.: Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Bürgermeister Michael Ludwig, Innovationsstadträtin Ulli Sima, Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál, Klimaschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky, Finanzstadtrat Peter Hanke © PID/Christian Jobst

 

Mit voller Kraft gegen die Krise

Wien stützt Wirtschaft und Arbeitsmarkt mit einem Konjunkturpaket. Für Kultur und Tourismus gibt es Unterstützung für den Neustart nach dem Lockdown.

Wiens Stadtspitze war in Klausur und hat neue Arbeitsschwerpunkte festgelegt. Vorrangiges Ziel in den kommenden Monaten ist, die Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft zu bekämpfen. Langfristig geht es aber auch um die Absicherung der Lebensqualität. Dazu wurde ein Bündel an unterschiedlichen Maßnahmen geschnürt.

Herausforderung stellen

"Bis jetzt ist Wien ganz gut durch diese Krise gekommen", betont Bürgermeister Michael Ludwig. Das soll auch so bleiben. Einige Projekte wurden dazu schon auf den Weg gebracht. Neben der dringend notwendigen Unterstützung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, der Aufstockung von Personal im Bildungsbereich sowie der Starthilfe für Kultur und Tourismus nach dem Lockdown stellt sich Wien daher auch den Herausforderungen der Zukunft. "Dazu zählen die Bereiche Digitalisierung und Frauen ebenso wie die Bereiche Wohnen und Klimaschutz", erklärt Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál.

Millionen-Konjunkturpaket

Um die aktuelle Situation zu entschärfen, dreht die Stadtregierung an mehreren Hebeln. So wurde ein viertes Corona-Paket für Arbeitsmarkt und Wirtschaft über 20,5 Millionen Euro geschnürt. Damit wird etwa die "Joboffensive 50plus" fortgesetzt, die überbetriebliche Lehrlingsausbildung ausgebaut und eine Förderschiene für Einpersonenunternehmen (EPUs) eingerichtet. Rund zehn Millionen Euro fließen in einen neuen waff-Schwerpunkt zur Aus- und Weiterbildung von Frauen im digitalen Bereich. Dazu werden die Mittel für die Geschäftsbelebung auf vier Millionen Euro aufgestockt, wird in Infrastrukturprojekte wie den U-Bahn-Ausbau investiert und ein vier Millionen Euro schweres Förderpaket für den Kongresstourismus auf Schiene gebracht.

Mehr Personal für Bildungsbereich

Mehr Geld als je zuvor wird in die städtischen Bildungseinrichtungen fließen. "Wir starten eine Aufholjagd für Bildungschancen", wie Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr betont. Das Personal für Sprachförderung an städtischen Kindergärten wird von derzeit 300 auf 500 aufgestockt. Dazu kommen 220 neue Stellen für administratives Personal. Lehrerinnen und Lehrer sollen sich dadurch ihrer Kernaufgabe, dem Unterrichten, wieder verstärkt widmen können.

MieterInnen werden unterstützt

Auch bei Mietzahlungen macht sich die Krise bemerkbar. Wer wegen Jobverlust oder Kurzarbeit weniger Einkommen hat, kann daher um Wohnbeihilfe ansuchen. Ob Anspruch besteht, lässt sich schnell mit dem neuen Online-Wohnbeihilfe-Checker überprüfen. Außerdem hat die Stadt die populäre Sonnenschutz-Aktion erweitert; diese gilt nun auch für Gebäude, die erst zehn Jahre alt sind.

Co2-Neutral bis zum Jahr 2040

Neben den aktuellen Maßnahmen zur Krisenbewältigung behält die Stadtspitze auch längerfristige Ziele im Auge. So soll Wien bis 2040 CO2-neutral werden. Dazu wird eine Solar-Offensive für stadteigene Anlagen gestartet und das Zulassen privater Anlagen vereinfacht. Das bringt zusätzlich 1.200 neue "Green Jobs", der Anteil an umweltfreundlicher Energie kann damit verfünffacht werden. Auch Maßnahmen zur nachhaltigen Kühlung der Stadt sind geplant. Neben 25.000 neuen Bäumen sieht der Stadtentwicklungs- plan STEP 2035 zum Beispiel neue Parks und Freizeitanlagen auf mehr als 400.000 Quadratmetern vor. Beispiel dafür sind der Elinor-Ostrom-Park in der Donau- stadt und der Regionalpark "DreiAnger" im Nordosten. Im Süden soll der Liesingbach renaturiert werden.

Starthilfe für Kultur

Für Kinos und Kultureinrichtungen, die aufgrund der Corona-Krise geschlossen waren, stellt die Stadt eine Million Euro Sonderförderung zur Verfügung. Sie beteiligt sich unter anderem auch an der Sanierung des Gartenbaukinos mit zwei Millionen Euro.

Angebot für Tests wird ausgebaut

Derzeit ist es möglich, knapp 330.000 WienerInnen pro Woche auf Corona zu testen. Das kostenlose Angebot wurde aufgrund des verpflichtenden Berufsgruppentestens erhöht. Es gibt fixe Teststraßen beim Ernst-Happel-Stadion, auf der Donauinsel, in der Stadthalle und im Austria Center Vienna sowie neue Teststraßen in Hietzing (Schloss Schönbrunn) und Liesing (Mittelschule Anton-Baumgartner-Straße). Mittlerweile sind mehr als 50.000 WienerInnen gegen das Virus geimpft, fast eine halbe Million hat sich vorgemerkt.