Der Paternoster im Rathaus wird 2018 100. Jahre alt. © Bohmann

Paternoster: Der Kultlift im Wiener Rathaus

Lange auf die Liftkabine warten? Nicht mit dem Paternoster im Rathaus. Der Lift feiert 2018 seinen 100. Geburtstag. Obwohl die alten Aufzüge generell vom Aussterben bedroht sind, gibt es in Wien noch Exemplare die, ohne zu stoppen, immer weiterfahren.

Stiege sechs, Nordeingang Felderstraße. Wer hier das Wiener Rathaus betritt, hat die Chance, mit einem der wenigen Paternoster-Lifte Wiens zu fahren. Es ist einer der letzten Umlauflifte, die noch im Originalzustand erhalten sind. 1918 eröffnet, feiert der Aufzug 2018 seinen 100. Geburtstag. Von Altersschwäche ist aber noch lange nichts zu bemerken. Von Montag bis Freitag, 6.30 bis 16 Uhr, ist der Lift in Betrieb.

Wie war das mit dem Kopfstand?

An zwei starken Ketten hängend, verrichtet der Paternoster seinen treuen Dienst. Die Kabinen sind in ständiger Bewegung, einsteigen kann man jederzeit. Warten? Nicht hier. Oben und unten wird der Paternoster dann über große Scheiben in den jeweils anderen Schacht gesetzt. Es gibt den Mythos, dass man bei der Durchfahrt einen Kopfstand hinlegen würde. Wir haben keine Risiken gescheut und den Test in folgendem Video festgehalten. Für eine kleine Geburtstagsparty war natürlich auch noch Zeit.

Neben dem Exemplar im Rathaus gibt es noch einen weiteren bekannten Paternoster in Wien: im Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz. Insgesamt gibt es noch sieben solcher Lifte in der Hauptstadt. Der einzige Paternoster außerhalb Wiens befindet sich übrigens in Klagenfurt.

Erfunden wurde der Aufzug in England. Der allererste Paternoster wurde 1876 im General Post Office in London eingeweiht und beförderte Güter. Der erste für Personen taugliche Lift entstand ebenfalls in England und feierte 1884 Premiere, damals noch mit nur einer Kette. Die späteren Modelle, wie jener im Rathaus, waren dann schon weiterentwickelt.

Rosenkränze und Vaterunser

Bleibt nur noch eine Frage: Warum heißt der Aufzug eigentlich Paternoster? Liegt es an den Stoßgebeten, die man beim Ein- und Aussteigen von sich gibt? Mitnichten. Die Aufzüge sind absolut sicher und im Rathaus schützen klappbare Platten in allen Stockwerken auch die Füße bei der Durchfahrt. Der Name ist der Form und der Bewegung geschuldet. Die immer beweglichen Einzelkabinen erinnern an den Rosenkranz, die Zählkette für Gebete. Auch die wird beim Beten ständig bewegt und ist dem Lift somit nicht unähnlich. Den Rosenkranz nannte man früher auch Paternoster-Schnur. Man sagt auch, dass bei einer Fahrt im Rathaus von ganz unten nach ganz oben genug Zeit ist, ein Vaterunser zu beten.

Probieren Sie es doch mal aus!

Vorteilspartner CLUB WIEN

Restaurant Five Senses

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ein Glas Prosecco zu jedem Abend- und Mittagessen

Erfahren Sie mehr 30842

Märchenbühne "Der Apfelbaum"

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Mitglieder 10 Prozent Ermäßigung auf den Originalkartenpreis.

Erfahren Sie mehr 31088

Vienna's English Theatre

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten 10 Prozent Ermäßigung in Europas ältestem Fremdsprachentheater.

Alle Vorteilspartner