Gut, klassische Pinzen-Schönheit ist unser Backwerk keine. Geschmacklich sind wir aber auf einem guten Weg! © Bohmann

 

So bäckt man (k)eine Osterpinze

Für viele WienerInnen ist die Osterpinze mindestens so wichtig wie der Besuch des Osterhasen. Allerdings wird das Gebäck selten selbst gemacht. Wir haben uns an das Backwerk gewagt.

Eine selbst gemachte Osterpinze haben wir ganz ehrlich noch nie gegessen. Warum auch? Man kriegt sie in jeder Bäckerei und sie hat den Ruf, nicht ganz einfach zu sein. Aber gerade in Zeiten, in denen man viel zu Hause ist, wächst die Neugier, Dinge selbst anzugehen. Immer mehr Menschen entdecken die Freude des Selbstmachens und wir zählen uns auch zu den „Do it yourself“-Afficionados. Unser Osterziel also: Pinze selbst backen.

Die Pinze ist ein Gebäck aus Germteig, das ursprünglich aus Italien kommt. Der Name hat angeblich denselben Ursprung wie das Fladenbrot Pita. Warum das so ist, sollte uns gegen Ende der Backzeit schmerzhaft bewusst werden. Von Friaul aus kam die Pinze nach Österreich und wurde dort prompt als Ostergebäck auserkoren und so verspeisen wir die süße Köstlichkeit auch heute noch rund um den Besuch des Osterhasen.

Beim Backen braucht man vor allem Geduld. Es ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem man den Teig gleich mehrmals ruhen und wachsen lassen muss. Klingt so, als könnte da leicht etwas schiefgehen. Und in unserer Küche gilt leider Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, geht auch schief. Von drohendem Misserfolg ließen wir uns aber noch nie beirren und in dem Sinne legen wir auch gleich los.

Zutaten

  • 500 Gramm Mehl
  • 1 Packung Germ
  • Salz
  • 100 Gramm Zucker
  • 2 Eier
  • Vanilleextrakt
  • 120 Milliliter Milch
  • 100 Gramm zerlassene Butter
  • Muskatnuss
  • Piment
  • 1 Schuss Zitronensaft
  • Eidotter zum Bestreichen

 

Zubereitung

Die Pinze beginnt, indem man einen Vorteig, ein sogenanntes Dampfl, macht. Dazu mischen wir ein bis zwei Esslöffel Mehl, einen guten Schuss Milch und einen gehäuften Esslöffel Zucker. Jetzt bröckeln wir den Germ hinein. Das Dampfl muss jetzt stehen und wir warten darauf, dass es sich in der Größe verdoppelt.

Jetzt sieben wir das Mehl in eine Schüssel, geben Zucker, einen Schuss Vanilleextrakt, Eier, Milch, Zitronensaft, Salz, ein wenig Piment sowie Muskat und die zerlassene Butter dazu. Das Dampfl kommt dazu und wir kneten das Ganze zu einem geschmeidigen Germteig. Der soll ganz glatt sein. Jetzt wär auch der Zeitpunkt, zusätzlich Früchte unterzumischen, sofern gewünscht. Rosinen sind eine gute Wahl, Belegkirschen finden wir auch sehr spannend. Wir verzichten heute darauf.

Der Teig muss jetzt rasten und sollte sich in der Größe verdoppeln. Das dauert, Pi mal Daumen, eine halbe Stunde.

Danach kneten wir den Teig noch einmal durch, teilen das gute Stück in vier gleich große Teile. Diese platzieren wir auf ein befettetes Backblech. Die einzelnen Stücke ritzen wir mit einem Messer kreuzförmig ein, um der Pinze ihr charakteristisches Aussehen zu geben. Lerneffekt des Tages: Ein bisschen mit dem Messer ritzen, bringt wenig. Wir haben das so gemacht, als Resultat ging die Pinze oben gar nicht auf und man sieht von der angestrebten Musterung eigentlich nichts. Besser wäre gewesen, mit einer Schere richtig tief einzuschneiden. Beim nächsten Mal machen wir es so.

Jetzt beschmieren wir das Backwerk mit verquirltem Eidotter und backen es bei 180 Grad etwa 30 bis 35 Minuten lang. Beim Rausnehmen nicht die Finger verbrennen und abkühlen lassen. Voilà, die Pinze ist fertig! Blöd nur, dass sie eigentlich gar nicht wie eine Pinze aussieht. Stattdessen haben wir ein dickes und süßes Fladenbrot. Ein Test zeigt, dass die Konsistenz und der Geschmack einer Osterpinze schon sehr nahekommen, alleine optisch war das der berühmte Satz mit X.

Fazit: Vor Weihnachten backen viele Familien gemeinsam Kekse. Vor Ostern sollten alle gemeinsam Pinzen backen! Allzu schwer ist es wohl nicht, auch wenn wir die Optik versemmelt haben. Wo sind wir falsch abgebogen? Vielleicht zu wenig gerastet, vielleicht zu wenig Germ? Nicht tief genug eingeschnitten? Fest steht: Wir brauchen noch mehr Übung.

Geschmacklich aber sind wir überzeugt. Definitiv besser als jene aus dem Supermarkt. Plus: Sie können der Fantasie freien Lauf lassen. Vielleicht reizt Sie eine Pinze mit Kokos, Rum oder Nuss? Wir probieren all das nächstes Jahr aus. Wer selbst bäckt, hat schließlich auch kreativ die Schürze an. Spaß hatten wir auf jeden Fall!

Viel Spaß beim Bessermachen!