30.MAERZ 2021 
Freizeit
Eierfärben einmal anders: Ganz besonders gut klappt das Bemalen mit Metallic-Edding-Stiften. © Bohmann/Weidinger

Ostereier im Boho-Chic

Bunt gefärbte Ostereier waren gestern. Heutzutage bemalt, verziert und dekoriert man die Eier im angesagten Boho-Stil: mit Ethno- und Folkloremuster, schwarz-weiß gemustert oder auch mit coolen Wiener Sprüchen. Der Vorteilsclub macht’s vor.

Es müssen nicht immer nur rot, gelb, blau und grün gefärbte Ostereier sein. Die bunten Eier bringen zwar Farbe in den Osterkorb, für den richtigen Pepp sorgen sie allerdings schon lange nicht mehr. Wussten Sie, dass man bereits 5000 vor Christi Eier bunt bemalte und sie zu Feierlichkeiten servierte? Später im Mittelalter durfte man während der Fastenzeit keine Eier essen, weshalb man die Eier, die täglich von den hauseigenen Hennen kamen, hart kochte und mit Pflanzenfarbe färbte. Das machte man, damit man die frischen von den hart gekochten Eiern unterscheiden konnte. Eier gelten darüber hinaus schon seit jeher als ein Fruchtbarkeitssymbol und bei den Ur-Christen waren sie sogar ein Zeichen der Wiederauferstehung. So etablierte sich das bunte Ei nach und nach als das Symbol für Ostern und darf natürlich in keinem richtigen Osterkorb oder auf dem Ostertisch fehlen. Doch auch das heiligste aller heiligen christlichen Feste kann ein wenig aufgepeppt werden. Beginnen wir dieses Jahr einfach mit dem Osterei und bringen ein wenig Abwechslung in den Osterkorb.

Das Ei

Bevor es an das Bemalen der Ostereier geht, müssen Sie zuerst einmal die richtigen Eier besorgen. Wenn Sie keinen Bauernhof Ihres Vertrauens in der Nähe haben oder selbst keine glücklichen Hühner zu Hause halten, heißt das ab in den Supermarkt. Wichtig dabei ist, Eier aus einer Bio-Haltung zu erwerben. Doch wie erkennt man diese?

Jedes Hühnerei innerhalb der EU ist mit einem Erzeuger-Code gekennzeichnet. Mit diesem Code werden die Eier direkt bei den Produzentinnen und Produzenten versehen. Der Code informiert die Käuferinnen und Käufer über die Haltungsform der Hühner, das Herkunftsland und die Nummer des Erzeugerbetriebs. Ein Beispiel eines Erzeuger-Codes lautet 1 AT 1234567. Hierbei steht die erste Zahl auf dem Ei für die Haltungsform der Hühner. Je niedriger die Zahl, desto besser die Haltung. Das heißt, 0 bedeutet Bio-Freilandhaltung, 1 steht für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Käfighaltung ist in Österreich seit 2009 verboten.

Die beste Wahl für sich und die Umwelt ist dementsprechend ein Ei mit der Kennzeichnung 0 für Bio-Freilandhaltung oder 1 für Freilandhaltung. Zu finden in jedem Supermarkt.

Achtung: Gerade zu Ostern gibt es in vielen Supermärkten bereits bunt gefärbte, hart gekochte Ostereier zu kaufen. Diese sind häufig aus Betrieben mit Bodenhaltung.

Tipp: Besuchen Sie einen der vielen Wiener Märkte. Hier bieten viele (Bio-)Bäuerinnen und (Bio-)Bauern ihre Produkte an. Der Vorteil: Sie wissen genau, woher die Eier stammen, können nicht nur sechs oder zwölf Stück kaufen und haben die Möglichkeit, bei Unklarheiten direkt die Bäuerin oder den Bauer vor Ort zu fragen.

Nachdem Sie die Eier gekauft haben, können Sie diese entweder ausblasen oder hart kochen. Wir verwenden unsere Eier für den Osterkorb, aber auch als Dekoration am Osterstrauch. Damit dieser die Eier auch tragen kann, müssen sie leicht sein und werden deshalb ausgeblasen. Wer mit seinen Eiern aber beim traditionellen Eierpecken antreten oder und diese zur Osterjause servieren möchte, sollte sie auf jeden Fall lieber hart kochen.

Eier ausblasen: So wird’s gemacht

Schritt 1: Für das Ausblasen oder Auspusten der Eier stechen Sie mit einer großen Nadel jeweils am stumpfen und spitzen Ende des Eis, das heißt oben und unten, ein Loch hinein. Tipp: Haben Sie einen Eierkocher zu Hause? Dieser hat meist eine Eiernadel dabei. Verwenden Sie diese für die kleinen Löcher oben und unten. Ist das erledigt, vergrößern Sie mit einer Nadel oder einem Schaschlikspieß vorsichtig das Loch am stumpfen (unteren) Ende des Eis.

Schritt 2: Nun geht’s ans Eingemachte: Halten Sie das Ei über eine Schüssel und pusten Sie durch das kleinere Loch, bis Eiweiß und Dotter in der Schüssel landen. Sie können für das Auspusten auch einen Strohhalm verwenden. Halten Sie diesen einfach an das kleinere Loch und blasen Sie durch den Strohhalm, bis das Ei leer ist. Wenn Eidotter oder Eiweiß hängen bleibt, helfen Sie mit dem Schaschlikspieß oder der Nadel ein wenig nach und vergrößern Sie vorsichtig das Loch.

Verwenden Sie Eiweiß und Dotter anschließend für ein köstliches Omelett oder zum Backen, etwa für einen Reindling oder ein Osterlamm.

Schritt 3: Wichtig ist, dass Sie das Ei komplett entleeren, da die Reste sonst zu faulen beginnen und einen unangenehmen Geruch hinterlassen. Daher gilt, das Ei ordentlich auszublasen, bis es ganz leer ist. Anschließend legen Sie es in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und Spülmittel. Lassen Sie das Ei mit Wasser volllaufen. Dann beide Löcher zuhalten, das Ei vorsichtig schütteln und wieder auspusten.

Wenn das Ei komplett leer und sauber ist, lassen Sie es gut trocknen.

Das Bemalen: Materialien

Für das Bemalen, Verzieren, Schmücken der ausgeblasenen Eier benötigen Sie nun Ihr buntes Bastelmaterial. Für die Vorteilsclub-Ostereier in Boho-Chic verwenden wir:

  • schwarzen Filzstift
  • Permanentmarker in Silber, Gold, Bronze und Weiß
  • Glitzersteinchen
  • Glitter
  • weiteres Dekomaterial wie Federn, Palmkätzchen u. v. m. (Toben Sie sich richtig aus!)

Ran ans Eier-Werk: Boho-Chic

Bunte Farben, wilde Musterungen und kreative Designs - dafür steht der Boho-Chic. Er zitiert den gelebten Stil der Roma aus Böhmen. Wiederentdeckt in den Sechzigerjahren, wurde der Stil auch Hippie-Chic genannt. Es ist ein unkonventioneller, gleichzeitig schillernder und dennoch natürlicher Look. Verwendet werden vor allem natürliche Farbtöne wie Braun, Olivgrün, aber auch Schwarz und Weiß, Gold und Silber. Einfarbig oder kombiniert mit freundlichen Farben wie Sonnenblumengelb, Bordeauxrot, Violett oder Türkis. Auch Ethno- und Folkloremuster, orientalische oder Batik-Musterwerden beim Boho-Chic-Style gerne verwendet. Ganz nach dem Motto: Alles kann nach Lust und Laune miteinander verbunden und kombiniert werden.

Der Vorteilsclub der Stadt Wien hat es probiert und präsentiert Ostereier im Boho-Chic-Stil:

Der Vorteilsclub der Stadt Wien wünscht ein frohes Osterfest und beim Eierpecken immer brav Abstand halten!