Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin
Nur noch bis 7. Oktober zu sehen: Die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum Judenplatz © Bohmann / Rene Wallentin

Ausstellung im Museum Judenplatz

Die CLUB WIEN-GewinnerInnen besuchten die Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil" im Museum am Judenplatz

Im März 1938 begann für österreichische Jüdinnen und Juden ein Wettlauf gegen die Zeit. Einige Wiener Jüdinnen retteten sich durch eine Scheinehe mit einem ausländischen Staatsbürger. Diese Ehen wurden pro forma geschlossen, aus Solidarität oder gegen Bezahlung, um in ein Land zu gelangen, in dem Jüdinnen und Juden (noch) nicht verfolgt wurden. Frauen, die bereits im Exil waren, gingen eine Scheinehe ein, um der Staatenlosigkeit zu entgehen oder sich eine Arbeitserlaubnis zu verschaffen. Es waren couragierte und unerschrockene Frauen, die die vielen Risiken, die mit einer Zweckehe verbunden waren, nicht scheuten. Meist aus gebildeten, assimilierten und bürgerlichen Familien stammend, suchten sie offensiv nach Männern mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft.

Scheinehen waren mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland und in Österreich für viele Jüdinnen die einzige Überlebensstrategie. Da die Staatsangehörigkeit ausschließlich durch den männlichen Ehepartner bestimmt war, bot dies jüdischen Frauen eine Möglichkeit, sich durch die Zweckehe ein Schlupfloch in die Freiheit zu eröffnen. In Österreich bekamen Frauen erst im Jahr 1938 durch eine Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes das Recht einen Partner durch eine Eheschließung einzubürgern. Allerdings war dazu der Nachweis eines längeren Bestandes der Ehe notwendig.

13 Frauenschicksale, darunter Stella Kadmon und Alma Rosé, berichten von den unterschiedlichen Lebensgeschichten und den Chancen und Risiken einer Scheinehe als Überlebensstrategie – mit unterschiedlichem Ausgang. Die Theaterleiterin Stella Kadmon konnte sich nach Palästina retten, die Violinistin Alma Rosé wurde in Auschwitz ermordet. Nur wenige Frauen erzählten später über ihre Scheinehe.

Kuratiert wurde die Ausstellung von der Wiener Exilforscherin Irene Messinger und JMW Kuratorin Sabine Bergler.

Ausstellung "Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil"

  • Wo: Jüdisches Museum am Judenplatz, 1., Judenplatz
  • Wann: 16. Mai 2018 bis 7. Oktober 2018
  • Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr, Freitag, 10 bis 17 Uhr, samstags geschlossen.
  • Öffis: U3 bis Herrengasse oder mit dem Bus 1A bis Herrengasse
  • Weitere Infos unter www.jmw.at