Kopf bis Fuß: Bei der Morgengymnastik aktiviert und kräftig man den gesamten Körper. © Bohmann/Mischa Nawrata

 

Morgensport im Park

Die Wiener Volkshochschulen erfreuen auch diesen Sommer wieder mit zahlreichen Outdoor-Kursen. In den Wiener Parks gibt es ein breites Angebot, etwa Morgengymnastik im Währinger Park.

Morgenstund’ hat Gold im Mund? Wenn man kurz vor halb neun durch den Währinger Park spaziert, könnte man das fast glauben. Während wir uns beim Gähnen noch fast den Kiefer brechen, laufen diverse Joggerinnen und Jogger im Park ihre Runden und auf dem Basketballplatz duelliert sich eine Gruppe groß gewachsener Jugendlicher.

Einmal mehr zeigt sich: Wiens Parks sind einfach leiwande Plätze, um zu sporteln. Dass beweisen die Wiener Volkshochschulen, die auch diesen Sommer eine Vielzahl an Outdoor-Kursen sportlicher Natur in den Wiener Parks anbieten. Ein solcher bringt uns auch zur frühen Stunde in den Park, der genau an der Grenze zwischen Währing und Döbling liegt. „Morgengymnastik“ steht auf dem Programm und wir sind schon gespannt, ob wir physisch in der Lage sind, die Herausforderung zu meistern. Diesen Sommer gibt es ein besonderes Zuckerl: Viele Kurzkurse in Wiener Parks und auf öffentlichen Freiflächen sind in Kooperation mit den Bezirksvorstehungen sogar kostenlos! So auch unsere Morgengymnastik.

Übrigens: Das tolle Sportangebot der Wiener Volkshochschulen finden Sie auf einen Blick auf der VHS-Homepage. Schon das Stöbern im Angebot macht Lust auf mehr.

 

Gesund und fit in den Tag

Morgengymnastik ist ein gesunder Weg, in den Tag zu starten. Dabei werden aber nicht nur Glückshormone freigesetzt, die dafür sorgen, dass wir mit guter Laune durch den Tag gehen, statt mit griesgrämiger Stimmung, Sport zu früher Stunde bringt auch den Stoffwechsel in Schwung und hilft, effizient Kalorien zu verbrennen und so abzunehmen. Kein Wunder also, dass die VHS-Runde bei unserer Ankunft schon bester Stimmung und startbereit ist. Die wunderbare Kulisse des Währinger Parks schadet dabei nicht.

Mittendrin ist Kursleiterin Agnes Zwolinski. Die ausgebildete Yoga-Lehrerin gibt seit über drei Jahren Kurse an den Wiener Volkshochschulen und sorgt mit ihrem Programm dafür, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fitter und gesünder durch das Leben gehen. So ein Kurs wie heute ist natürlich besonders schön. „Wir starten energiegeladen in den Tag und wachen gemeinsam an der frischen Luft auf, das ist immer eine feine Sache“, sagt Zwolinski.

Während es bei Yoga-Kursen verstärkt um das Dehnen und ein ganzheitliches Aktivieren von Körper, Geist und Seele geht, legt Zwolinski bei der Morgengymnastik einen Fokus auf ein umfassendes Training. Darum besteht die Einheit aus Kraft-, Ausdauer- und Dehnungsübungen. Die Muskulatur wird gezielt gestärkt. „Darum ist der Kurs auch für Menschen geeignet, die an starken Verspannungen, Kopf- oder Rückenschmerzen leiden“, sagt Zwolinski.

Der ganze Körper wird gestärkt

Los geht’s mit ausgedehnten Aufwärmübungen. Dabei werden die Extremitäten, von Kopf über Arm bis Bein, sanft rotiert und aktiviert. Wie bei den meisten Sportkursen ist das besonders wichtig, denn so wird Verletzungen jedweder Art vorgebeugt. Beim Drehen der Schultern und des Kopfes spüren wir auch schon leicht unsere Verspannungen und versuchen uns darauf zu konzentrieren, diese zu lösen.

Dehnungsübungen wechseln sich dann schrittweise mit Kardioübungen ab. So baut Zwolinski Laufen im Stand ein, um den Stoffwechsel noch mehr anzukurbeln und Kalorien zu verbrennen. Nach dem dritten Stehsprint sind dann auch wir endlich so richtig wach.

Der Kurs ist eine ansprechende Mischung aus Gymnastik-, Yoga- und Pilateselementen. Dabei wird kein Körperteil verschont. „Im Kurs sehen wir gut, welche Körperteile schwächer sind. Das sind jene, die wir als Erstes und am stärksten spüren“, erklärt Zwolinski. Bei uns sind das zum Beispiel die Schultern. Bei vielen Übungen, etwa den Kniebeugen, halten wir die Arme nach oben ausgestreckt und auch beim Kreisen der Arme stehen die Schultern unter Dauerbelastung und fangen bald an leicht zu brennen.

Dabei wird uns auch schnell bewusst, dass unsere Dehnbarkeit eher jämmerlich ausfällt. Arme austrecken: schwierig. Im Stand den Boden berühren: Vergiss es! Wir sind uns mit Agnes Zwolinski schnell einig: Beim Dehnen muss mehr getan werden. Wir nehmen uns jedenfalls fest vor, den Kurs bald wieder zu besuchen. Am schlimmsten ist, auf dem Rücken liegend die Beine gerade auszustrecken. Für uns eine unmögliche Mission; das ist schon ein klein wenig erschütternd. Aber: Jetzt wissen wir wenigstens, woran wir noch arbeiten können.

Ein gelungener Start

Auch kein Kinderspiel sind die Einheiten im Vierfüßlerstand, wie zum Beispiel die Planke, bei der wir den Körper auf ausgestreckten Armen und den Zehenspitzen balancieren. Ein hervorragendes Training für die Körpermitte, Rumpf und Bauchmuskeln, wie auch alle Übungen, die wir auf dem Rücken absolvieren, zum Beispiel das umgedrehte Radeln, bei dem wir die Beine abwechselnd ausstrecken und nach hinten zu den Ellbogen führen.

Gegen Ende der Stunde macht sich dann auch die Erschöpfung bemerkbar und ein Blick auf unsere Mittrainierenden zeigt, dass es nicht nur uns so geht. Als die Einheit dann vorbei ist, sind wir uns aber alle einig: Morgengymnastik ist ein idealer Start in den Tag. Wir fühlen uns jedenfalls erfrischt und die Glückshormone sind deutlich spürbar. Nach einem kurzen Plausch machen wir uns beschwingten Schrittes auf zur U-Bahn-Station Nussdorfer Straße und sind bereit, energiegeladen und gut gelaunt den Tag zu meistern. Empfehlenswert!