Das Vienna Roller Derby-Team. © Bohmann

Mitgerollt: Vienna Roller Derby

Rollschuhlaufen ist was für Kinder? Keineswegs! Bei diesem Sport geht es richtig zur Sache. Bodychecks inklusive. Wie man rollt und fällt, ohne sich wehzutun, das und mehr haben wir uns von den Mädels des Vereins Vienna Roller Derby zeigen lassen.

Vienna Roller Derby, kurz VRD, ist die erste Frauen-Roller-Derby-Liga in Österreich. Das Team wurde 2011 gegründet. Mit jeweils einem Heimspiel, Homebout genannt, und circa zehn Auswärtsspielen pro Saison konnte sich VRD erfolgreich im Europa-Ranking platzieren. Seit Beginn dieses Jahres ist die Mannschaft vollwertiges Mitglied im internationalen Dachverband für Roller Derby. Um hier aufgenommen zu werden, braucht es Können und Geschick. Dafür unerlässlich: hartes Training. Da machen wir doch gleich mal mit.

Eine der wichtigsten Übungen beim Roller Derby: das sichere Stehen. © Bohmann

Let it roll

"Einfach rollen lassen!", meint Roller-Profi Angela alias Wargina locker, als wir mit zaghaften Schritten die MTV-Halle in Hernals betreten. An den Füßen: weiße Rollschuhe mit pinkfarbenen Rollen. Wir fühlen uns automatisch in unsere Kindheit zurückversetzt. Optisch: ganz nett. Standfest: leider eher weniger. Aber macht ja nichts. Zum Glück sind wir gut geschützt. Knie-, Ellbogen- und Handgelenksschoner zieren Beine und Arme. Ein schwarzer Helm vervollständigt unser Outfit.

Wichtigste Übung zu Beginn: das sichere Stehen. Am einfachsten funktioniert das, wenn man ein Bein im rechten Winkel hinter das andere stellt. Klappt eigentlich ganz gut, finden wir. Schwieriger wird es da schon mit dem Laufen oder besser Rollen. Schwung holen, in die Knie gehen und sich kräftig abstoßen, rät man uns. Und tatsächlich gleiten wir die ersten Meter relativ sicher übers Hallenparkett. Ein gutes Gefühl. Wenn, ja wenn die Sache mit dem wieder Stehenbleiben nicht wäre. Und die Wand kommt immer näher …

Ausdauer und eine gute Körperspannung fördern den Spaß beim Roller Derby. © Bohmann

Die Technik macht´s

"Das Nonplusultra beim Roller Derby ist natürlich das Bremsen! Wer nicht weiß, wie man bremst, wird bei diesem Spiel keinen Spaß haben", erklärt uns die Teamspielerin. Aber nicht nur das Stehenbleiben selbst, sondern vor allem das wie ist wichtig. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder durch einen sogenannten "plow-stop", also das Bremsen in Form eines Pflugs, oder durch das "Hinterherziehen" eines Rollschuhes im rechten Winkel zum anderen. Das müssen wir natürlich sofort ausprobieren, sonst werden wir eher unelegant von der Mauer gestoppt.

Während wir das Bremsen üben, fragen wir nach, was eine Roller-Derby-Spielerin auszeichnet. "Eine gute Roller-Derby-Spielerin muss sehr viel können. Ich persönlich hab schon viele Sportarten ausprobiert, aber ich finde, beim Roller Derby ist man am meisten gefordert. Und das ist auch gerade das, was ich super finde. Man muss ein taktisches Verständnis haben. Im Idealfall hat man zudem eine gute Ausdauer und ein wenig Kraft. Ebenfalls ganz wichtig: eine gute Körperspannung und keine Angst vor Körperkontakt", erzählt Wargina. Und vor allem auch keine Scheu vor blauen Flecken, ergänzen wir. Die sogenannten Bodychecks können nämlich schon mal härter ausfallen. Das dürfen wir gleich live erleben, denn die Mädels bereiten sich auf einen kleinen Trainingsbattle vor.

Wer sich beim Roller Derby nicht an die Regeln hält bekommt eine Strafe. © Bohmann

Wenn's hart auf hart kommt

Beim Roller Derby darf man nicht zimperlich sein. Da wird geschubst, gedrängelt und geschoben. Natürlich streng nach den Regeln. Kopf und Rücken sowie Festhalten am T-Shirt sind verboten. Verstöße werden mit Strafen geahndet. Hier im Training mit Liegestützen, beim Wettkampf beispielsweise mit dem Sitzen auf der Strafbank. Und da begibt sich auch schon die erste Spielerin in die Ecke der Halle und kräftigt ungeplanterweise ihre Oberarmmuskeln.

Der Schiedsrichter, natürlich ebenfalls auf Rollschuhen, pfeift wieder an. Und schon geht der Spaß auf Rollen weiter. Was für uns wie ein unorganisiertes Durcheinander aussieht, ist in Wirklichkeit ein komplexer Spielzug. Die Taktik wird vor den Wettkämpfen in den Trainings besprochen und geübt. "Wir haben drei Trainings in der Woche. Aktuell können wir nur ein Mal off-skates machen, also Kraft- und Ausdauertraining ohne Rollschuhe. Beim Krafttraining wird der Fokus speziell auf die Oberarme gelegt. Die werden beim Roller Derby nämlich oft unterschätzt. Wir machen viele Übungen gemeinsam, sogenannte 'partner drills'", erzählt uns Wargina.

Nicht nur bei den Wettkämpfen geht es richtig zur Sache. Da wird geschubst, gedrängelt und geschoben. © Bohmann

Im Land noch weitgehend unbekannt

Roller Derby wird immer populärer. Vor allem in Wien. "Unsere Wettkämpfe sind stets ausverkauft. Wir sind der älteste Verein in Österreich. Mittlerweile gibt es auch einen in Linz und in Graz. Wobei wir das einzige spielfähige Team sind", erklärt Wargina. In anderen Ländern ist Roller Derby zwar auch noch kein Breitensport, aber durchaus gut bekannt. "In Deutschland sowie in Frankreich, England, Spanien und Skandinavien gibt es schon einige Teams. Es gibt circa 400 europäische Roller-Derby-Mannschaften.

Während es auf der anderen Seite der Halle weiter mächtig zur Sache geht, bekommen wir als Abschlussübung ein kleines Block-Tutorial. Dabei müssen wir uns aus dem Fahren heraus gegen die Profi-Spielerin lehnen und versuchen sie mit Schultern und Hüfte wegzudrücken. Das macht Spaß und erinnert ein bisschen an das Herumgeschiebe um den besten Platz vor der Bühne bei einem Livekonzert. Erledigt, aber voller neuer Eindrücke eines noch ziemlich unbekannten Sports bitten wir Wargina noch, uns zu verraten, warum sie Teil des Vienna-Roller-Derby-Teams geworden ist: "Ich hab noch nie eine Gruppe getroffen, die so viel Leidenschaft in eine gemeinsame Sache hineinsteckt. Ich finde es außergewöhnlich, wie alle solidarisch zusammenarbeiten, gemeinsam Spaß haben und dabei besser werden." In diesem Sinn: Lets get ready to roll!

Der Wettkampfsport auf Rollschuhen wurde zu Beginn der 2000er-Jahre wiederentdeckt und begeistert seither vor allem Frauen. Das haben wir uns beim Vienna Roller Derby genauer angesehen. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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