Kurze Zubereitungszeit, großer Geschmack: Die Topfencreme mit Erdbeeren ist ein feines Sommerrezept. © Bohmann

 

Wiener Marktküche: Erdbeeren süß und herzhaft

Juni ist Erdbeerenzeit auf den Wiener Märkten. Die roten Früchte sind echte Alleskönner in der Küche und nicht nur bei Süßspeisen ein Volltreffer. CLUB WIEN zeigt zwei Rezepte: eine feine Topfencreme und einen erfrischenden Schafkäsesalat mit Erdbeeren.

Wer über den Brunnenmarkt flaniert, kann schon einmal die Zeit übersehen. Nachdem wir uns an der riesigen und einzigartigen Auswahl von Lammspezialitäten über frisches Gemüse bis zu Gewürzen aus aller Welt satt gesehen haben, sind zwei Stunden vergangen. Gerne würden wir eine von Wiens feinsten Flaniermeilen noch einmal durchschreiten, aber die Küche ruft.

Also gehen wir schnurstracks zum Stand unseres Vertrauens. Stand mit der Nummer 59, Özmen & Co KG, befindet sich an der Ecke Brunnengasse/Neulerchenfelder Straße und überzeugt mit herrlichem Obst und knackigem Gemüse. Die Melanzani sind ebenso wunderschön wie die Erdbeeren, bei denen wir gleich zuschlagen und uns ordentlich eindecken. Mit einem Lächeln im Gesicht marschieren wir Richtung Küche.

 

Wussten Sie, dass die Erdbeere eigentlich keine echte Beere, sondern eine Sammelfrucht ist? Sammelfrüchte zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus den Fruchtblättern einer einzelnen Blüte entstammen. Weitere Beispiele sind Hagebutten oder Quitten. Die Erdbeere ist ein echter Dauerbrenner und vermutlich schon seit der Steinzeit bekannt. Walderdbeeren wurden im Mittelalter auf riesigen Feldern kultiviert, die heutige Form existiert seit 1750.

Keiner kennt sich mit Erdbeeren so gut aus wie das Marktamt. „In Österreich, vor allem im Osten des Landes und in Teilen des süddeutschen Raums, wird die Gartenerdbeere, eine besonders großfruchtige Zuchtform der Erdbeere, auch kurz ‚Ananas‘ genannt. Sie wurde so von der Walderdbeere unterschieden, die den ‚richtigen‘ Namen ,Erdbeere‘ trug. Die eigentliche Ananas wurde im Zuge dessen als ‚Hawaii-Ananas‘ bezeichnet“, sagt Marktamtsdirektor Andreas Kutheil.

Dank der Kontrollen der Kollegenschaft des Marktamts darf man auf sämtlichen Wiener Märkten bedenkenlos zugreifen. „Das Wiener Marktamt überprüft Erdbeeren auch auf ihre Herkunftsbezeichnung. Wo Österreich draufsteht, muss auch Österreich drin sein. Weiters wird natürlich auf die entsprechende Qualität geachtet, um sicherzustellen, dass keine verschimmelten oder eingedrückten Erdbeeren zum Verkauf angeboten werden. Auch Proben werden gezogen, welche anschließend von einem Labor untersucht werden, um eine mikrobielle Belastung auszuschließen. Diese kann durch den Konsum Krankheiten wie Hepatitis A übertragen“, sagt Kutheil.

In der Küche waschen wir die Erdbeeren für das anschließende Kochen. Natürlich können wir es uns nicht verkneifen, schon einmal ein paar Exemplare zu verspeisen. Wir sind ja schließlich auch nur Menschen. Doch keine Angst, zum Kochen ist noch genug übrig. Heute widmen wir uns zwei Rezepten, die sehr einfach und schnell sind und die für den Sommer ideal geeignet sind. Beide Rezepte stammen von DIE UMWELTBERATUNG.

Schafkäsesalat mit Erdbeeren

Zutaten

  • Salate der Saison (Rucola/Kopfsalat etc.)
  • 400 g Schafkäse
  • 400 g Erdbeeren
  • 8 EL Balsamessig
  • 8 EL Walnussöl oder anderes hochwertiges Pflanzenöl
  • grober schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Zucker
  • 2 TL scharfer Senf

Zubereitung

1/4 der Erdbeeren pürieren und mit Zucker, Öl, Essig und Senf verrühren. Den Käse in Würfel und die restlichen Erdbeeren in Scheiben schneiden. Auf Salatblättern anrichten, mit der Marinade übergießen und abschließend pfeffern.

Der Salat zeigt: Es muss nicht immer alles kompliziert sein. In nur zehn Minuten ist der leichte Snack fertig. Wir benutzen frischen Rucola, auch vom Markt, Feta und ersetzen Walnussöl durch Olivenöl. Die salzige Note des Fetas harmoniert mit der reifen Süße der Erdbeeren hervorragend, die scharfe Senfnote und der Zucker runden das Geschmackserlebnis ab. Den Salat werden wir diesen Sommer definitiv des Öfteren auf dem Speiseplan haben. Das Rezept lässt sich übrigens auch ganz hervorragend in der Früh für die Jause vorbereiten.

Fazit: Ein tolles Rezept, das in der heimischen Erdbeersaison ab sofort ein Fixpunkt ist.

Holler-Topfencreme mit Erdbeeren

Jetzt wird’s aber Zeit für etwas richtig Süßes. Auch hier machen wir uns eine Kombination zunutze, die vielleicht nicht jede oder jeder bereits kennt: Erdbeere und Holler. Die beiden sind ein sehr gutes Paar, heute wollen wir die Aromen in einer Topfencreme zum Leben erwecken.

Zutaten

  • 20 dag Magertopfen
  • 200 ml Schlagobers
  • 3-4 EL Holunderblütensirup
  • 25 dag Erdbeeren

Zubereitung

Zuerst schlagen wir das Obers steif. Hatten wir uns zumindest gedacht. Denn wie Sie vielleicht wissen, manche schmunzeln sicher schon, ist das gar nicht so einfach. Nach zehn Minuten tut unser Arm höllisch weh, das Obers wird aber kein Stück steifer. Gut, dass uns die Oma jetzt nicht sehen kann. Wir wissen, wann man sich eine Niederlage eingestehen muss, und borgen uns von den Nachbarn einen Handmixer aus. Mit moderner Technik schaffen sogar wir es, das Obers endlich steif zu kriegen.

Jetzt heben wir das Schlagobers unter den Topfen und schmecken das Ganze mit Holunderblütensirup ab. Anschließend mischen wir die Erdbeeren unter und legen noch zwei oder drei zum Garnieren auf die Seite. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Und das war es auch schon. Die Zubereitung dauert nicht länger als 15 Minuten, vorausgesetzt Sie haben eine bessere Technik als wir und verschwenden nicht eine halbe Stunde mit Scheitern und Ausborgen.

Fazit: Eine leichte und feine Nachspeise, die durch den hohen Proteingehalt satt macht und sich so auch als Nachmittagssnack empfiehlt. Falls Sie es gerne richtig süß mögen, können Sie vielleicht mit dem Sirup etwas großzügiger sein oder vielleicht ein bisserl Honig dazutun. Für uns war es so perfekt. Gerne wieder!