Erdbeeren in Metallschüssel
Die Erdbeere spielt seit der Steinzeit eine Rolle in der menschlichen Ernährung. © iStock

Populäre Globetrotter

Es ist kein Geheimnis, dass Paradeiser, Erdapfel und Mais aus Amerika stammen. Aber wissen Sie auch, worher Erdnuss, Vanille oder Zuckerrohr ursprünglich kommen? Wir verraten Ihnen die Herkunft von zehn weit gereisten Lebensmitteln.

Wie fad wäre doch unser Essen, wenn Kolumbus 1492 an Amerika vorbeigesegelt wäre. Die Belgier würden wahrscheinlich Kohlsprossen statt Erdäpfel frittieren, die Italiener Sauerrahm statt Tomatensauce auf die Pizza streichen und die Ungarn müssten die Gulaschsuppe mit Pfeffer statt mit Paprika würzen. Für die Gastronomie war es ein Glücksfall, dass der Entdecker damals Amerika für Indien hielt. So gelangten zum Beispiel Erdapfel, Paradeiser, Mais, Paprika, Bohnen, Kürbis, Avocado und Kakao nach Europa. Sie sind einige der populärsten Pioniere der Lebensmittel-Globalisierung. Auf eine weite Reise gingen etwa auch Kiwi, Erdnuss, Banane, Zuckerrohr oder Vanille.

Ihr Duft verführt

Vanilleschoten
Die Vanille gibt vielen Desserts erst den Kick. © iStock

Erst ein Fermentierungsprozess entlockt der Vanilleschote das verführerisch duftende Aroma. Die Pflanze wird heute vor allem auf den beiden afrikanischen Inseln Madagaskar und Réunion produziert. Dabei wird jede einzelne Blüte sorgsam von Hand befruchtet. Noch bis ins 19. Jahrhundert hatte Mexiko ein Monopol auf den Anbau der Orchideenpflanze. Denn damals war man für die Bestäubung noch auf die Bienenart Melipona angewiesen. Und die war nur in Mexiko zu Hause.

Tausch der Farbe

Ursprünglich waren Karotten weiß, gelb oder violett. Die weißen stammen aus dem Mittelmeerraum, die gelben und violetten aus Afghanistan. Doch ihre heutige orange Farbe erhielten sie in Holland. Niederländische Züchter entwickelten die moderne Karotte und gabendem Gemüse zu Ehren von Willem van Oranje das orange Aussehen.

Keine Party ohne Erdnüsse

Erdnüsse und Schalen
Die Erdnuss wird auch Kamerunnuss genannt. © iStock

Die größten Produzenten für Erdnüsse sind heute China, Indien, Nigeria und die USA. Die Hülsenfrucht, die bei uns auch gerne Aschanti genannt wird, ist eine uralte Nutzpflanze. Es gibt Funde in Peru, die mit rund 9.000 Jahren datiert sind. Von der Andenregion brachten die Spanier die Erdnuss nach Europa. Im 18. Jahrhundert war die "Erderbse" ein geschätztes Schweinefutter. Erst nach 1900 wurde die Frucht großflächig etwa in den USA angebaut.

Kleine pelzige Frucht

Kiwi ist eigentlich eine populäre Bezeichnung für Menschen aus Neuseeland. Das hat jedoch nichts mit der kleinen pelzigen Frucht zu tun, sondern mit dem gleichnamigen Vogel, der Wappentier des Landes ist. Das Obst stammt ursprünglich aus dem Süden Chinas. Eine neuseeländische Missionarin nahm 1904 die "Chinesische Stachelbeere" mit in ihre Heimat. Dort wurde sie kultiviert und zum weltweiten Exportschlager. Heute werden Kiwis auch in Österreich angebaut.

Produktion kein süßes Leben

Zuckerrohr
1493 brachte Kolumbus Zuckerrohr nach Amerika. © iStock

Bei Zuckerrohr denkt man sofort an Kuba und Rum. Doch ursprünglich stammt das Süßgras aus Malaysia. Bereits die Römer nutzten den Pflanzensaft zum Süßen. Venezianische Kaufleute sorgten für einen Anbau auf Sizilien. 1493 brachte Christoph Kolumbus Stecklinge der Pflanze auf die karibische Sonneninsel Kuba. Zuckerrohr wurde ein extrem gewinnbringendes Lebensmittel. Vor allem, als auf den Plantagen ein Heer an Sklaven die schwere Arbeit übernahm.

Den Türken sei Dank

Wer hätte gedacht, dass die berühmte "Wachauer Marille" ihre Wurzeln in Armenien hat. Daher auch die botanische Bezeichnung "Prunus armeniaca". Sie war dort schon in der Antike bekannt. Die Türken brachten die süße Frucht nach Mitteleuropa. Sie besaßen in der pannonischen Tiefebene einst riesige Plantagen. Die "Kittseer Marille" und die "Wachauer Marille" sind direkte Nachfahren.

Wie der Zufall so spielt

Babyspinat-Blätter
Spinat macht stark – zumindest Popeye. © iStock

Den Spinat hat die Comicfigur Popeye ab 1925 weltberühmt gemacht. Dass die grünen Blätter besonders viel Eisen enthalten, stimmt leider nicht. Bei einer Messung in den USA wurde über Generationen unbemerkt ein Kommafehler weitergegeben. Das führte zumindest auf dem Papier zu einem zehn Mal höheren Eisengehalt. Das Gemüse hat seinen Ursprung in der Region um das Kaspische Meer und wurde von den Persern kultiviert und von den Arabern im Zuge der Islamisierung nach Spanien gebracht. Heute wird Spinat weltweit, mit Ausnahme der Tropen, als Gemüsepflanze angebaut.

Über das Meer

Banane, Schimpanse, Afrika! Alles klar. Was jedes Kind weiß, stimmt nur leider so nicht ganz. Die Banane stammt ursprünglich aus der indonesischen Inselwelt. Auswanderer nach Madagaskar hatten das Obst im Gepäck. Sie brachten übrigens auch den Reis auf die afrikanische Insel. Die Spanier entführten die Banane im Zuge ihrer Eroberung der neuen Welt nach Mittelamerika. Dort wird die Dessertbanane immer noch meist in Monokulturen im Auftrag weniger Konzerne angebaut.

Der Sonne entgegen

Sonnenblumen
Sonnenblumen: Mit ihren Blüten folgen sie dem Sonnenstand im Tagesverlauf. © iStock

Die Sonnenblume stammt aus Nord- bis Mittelamerika. Die Inkas verehrten sie als Abbild ihres Gottes. Die spanischen Eroberer brachten ihre Samen nach Europa. Zunächst wurde sie als Zierpflanze angebaut. Seit dem 17. Jahrhundert dienten die gerösteten Kerne als Ersatz für Kaffee oder Kakao. Erst ab dem 19. Jahrhundert dient die Sonnenblume als Ölquelle. Das Besondere an ihr ist, dass ihr Kopf stets dem Lauf der Sonne folgt.

Gartenerdbeere ist Amerikanerin

Die Erdbeere spielt seit der Steinzeit eine Rolle in der menschlichen Ernährung. Sie war damals auf mehreren Kontinenten zu Hause. Doch erst ab dem 18. Jahrhundert machte sie Karriere als Gartenerdbeere. Die wohlschmeckende "Ananas-Erdbeere" ist eine Kreuzung aus der Chile-Erdbeere und der Scharlach-Erdbeere aus Kanada. Frisch gepflückt schmecken die Früchte am besten. Sie eigenen sich nur tiefgefroren zur Lagerung. Übrigens: Unreif gepflückte Erdbeeren reifen nicht nach wie etwa Bananen, Avocados oder Äpfel.

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