Paradeiser
Paradeiser: die hochgezüchteten Treibhaussorten zeichnet hohe Transportfähigkeit aus. © iStock

Weit gereistes Obst und Gemüse

Wann, wo und wie kann ich Obst und Gemüse einkaufen und dabei die Umwelt schonen? Michaela Knieli, Ernährungswissenschafterin von "die umweltberatung" hat die Antworten.

Wir Österreicherinnen und Österreicher lieben Paradeiser über alles. Dieses Gemüse wird am häufigsten gekauft, gefolgt von Zwiebeln und Karotten. Das ganze Jahr über. Daher werden die gefragten Früchte meist mit dem Lkw importiert. Die ständige Verfügbarkeit hat aber auch Nachteile. Die extrem langen Transportwege und der hohe Energieaufwand in den Treibhäusern belasten die Umwelt.

Noch schlechtere Werte beim damit verbundenen Co2-Ausstoß hat Obst und Gemüse, das per Flugzeug zu uns kommt: empfindliches Obst, wie zum Beispiel essreife Mangos und Papayas. "Aber auch Gemüse, das in Österreich gut wächst, wird außerhalb der Saison eingeflogen. Im Winter zum Beispiel Spargel und Fisolen. Dabei legt chilenischer Spargel rund 12.000 km zurück", weiß Michaela Knieli, Expertin von "die Umweltberatung".

Erdäpfel und Monika Kupka
Laut Expertin Michaela Knieli von "die umweltberatung" werden in Österreich pro Kopf rund 50 Kilogramm Erdäpfel im Jahr konsumiert. © iStock und © Monika Kupka/die umweltberatung

Regional und saisonal

Die Ernährungswissenschafterin von "die umweltberatung" empfiehlt daher, auf Flugwaren ganz zu verzichten. Denn der Transport mit dem Flugzeug verursacht, im Vergleich zum Schiff, bis zu 170 Mal mehr Emissionen. Flugware ist ein Klimakiller. "Bei Flugspargel zum Beispiel ist die Treibhausbelastung rund 27 Mal höher als bei regionalem Freilandspargel aus der Region, wie etwa dem Marchfelder Spargel", sagt sie.

Das österreichische Umweltzeichen definiert eine Region folgendermaßen: Die Hauptproduktion des Lebensmittels, also Anbau, Aufzucht oder Ersterzeugung, liegt innerhalb einer Distanz von rund 150 Kilometer. Eine regionale Verkaufsstätte oder Vertriebsniederlassung ist nicht ausreichend. "Warum man regional und saisonal einkaufen sollte, liegt auf der Hand. Das erspart einiges an Transportwegen, Lärm und Abgasbelastung. Außerdem sind die Lebensmittel frischer und sie können richtig ausreifen", sagt die Expertin.

CLUB WIEN-Gewinnspiel und Genuss-Festival

Aus regionalem Anbau stammt auch das Obst und Gemüse in den Aufstrichen der Gärtnerei Rosa Fuchs. Wir verlosen 7 x 2 Stück. Wer gerne heimisch einkauft, sollte zudem beim Genuss-Festival im Wiener Stadtpark vorbeischauen. Von 12. bis 14. Mai 2017 lädt Österreichs größtes Kulinarik-Fest zum Verweilen, Kosten, Einkaufen und Genießen ein.

Arbeitsplätze schaffen

Doch es gibt noch ein anderes Argument für Regionalität: "Wer regional kauft, schützt nicht nur das Klima, sondern schafft auch Arbeitsplätze in der Region", sagt die Expertin. "Eine von der Hagelversicherung beauftragte Studie belegt, dass Tausende Arbeitsplätze durch eine verstärkte Nachfrage von regionalen, bäuerlichen Produkten geschaffen werden können. Wenn nur zehn Prozent mehr regionale Lebensmittel gekauft werden, sind das 17.000 Arbeitsplätze."

Ist klimafreundliche Ernährung teurer?

"Isst man saisonal, ist das deutlich günstiger. Auch im Winter. Da gibt es immer noch eine bunte Mischung von heimischem Gemüse. Typisch sind Kohl und Kohlsprossen. Auch Wurzelgemüse wie Rote Rüben, Pastinaken und Sellerie haben Saison. Kürbis hält sich ebenfalls gut über den langen Winter", sagt Knieli.

Viele stellen sich auch die Frage: Ist biologische Landwirtschaft im Vergleich zu konventioneller gesünder, auch für für die Umwelt? Auch das lässt sich eindeutig mit Ja beantworten. Denn diese nachhaltige Form der Landwirtschaft verzichtet auf fast alles, das die Umwelt belastet. Also zum Beispiel auf chemisch-synthetische Pestizide und leichtlösliche mineralische Düngemittel. "Einerseits sind daher keinerlei Rückstände in den Lebensmitteln zu erwarten. Andererseits ist durch die Einsparung von Pestiziden der Energieinput für Bioprodukte um etwa ein Drittel geringer als für konventionelle."

Praktische Tipps

Um die Umwelt zu schonen, gibt es viele Möglichkeiten. Michaela Knieli hat dazu einen ganz praktischen Tipp. "Stets gut geplant einkaufen und alles verwerten!" Daher sollte man auch überlegen, ob sich ein günstiges Multipackangebot wirklich auszahlt. "Drei zum Preis von zwei kaufen ist meist nur auf den ersten Blick günstig. Meist ist es zu viel und landet im Müll." Laut einer Studie der Welternährungsorganisation der UNO (FAO) werden weltweit jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. "Diese Menge entspricht rund dreißig Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel", weiß die Ernährungswissenschafterin. Diese Fakten sollten zu denken geben.

Der Umwelt zuliebe lassen sich bereits einige ihr Obst und Gemüse nach Hause liefern. Das ist praktisch. Aber ist es auch wirklich umweltfreundlich? Michaela Knieli beruhigt. "Die Einkaufsstrecke aller einzelnen Haushalte zusammen ist wesentlich länger als die durchgeplante Belieferung derselben durch die Ökokiste." Somit schneiden Lieferdienste meist gut ab. Zudem liefern einige Anbieter Co2-neutral oder per Rad.

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