Videospiele gab es 1909 noch nicht. Stattdessen traf man sich zum Billardspiel, wie etwa hier im Café Dobner. © Wien Museum

Spiel, Satz und Wien

Das Spielen hat in Wien eine lange und reiche Tradition. Vom gesellschaftlichen Kartenspiel im Kaffeehaus über die gepflegte Partie Billard bis zu den heutigen Videospielen zeigte sich die Stadt stets von ihrer spielerischen Seite.

Öffentliche Parks, Straßen, das Kaffeehaus, die Bar oder das eigene Wohnzimmer. Jede Stadt ist voller Spielräume. So auch Wien. Seit jeher wird an der Donau munter drauflosgezockt. Von klassischen Spielen wie Tarock und Schach über Rummy, DKT bis hin zum Reifentreiben auf der Straße reicht das Spektrum.

Der Siegeszug der Spielkarte

Einer der Hauptdarsteller der Spielewelt war und ist die Spielkarte. Die ersten Modelle kamen vermutlich aus China und eroberten ganz Europa im 14. Jahrhundert. Spannend, günstig und variantenreich verfiel auch Wien der Spielkarte. Im Wirtshaus setzte sich meist Schnapsen als Spiel der Wahl durch, in den Adelshäusern spielte man Tarock. Im 19. Jahrhundert gewann der Thementarock an Beliebtheit. Dahinter stecken Karten mit Bildmotiven zu aktuellen Persönlichkeiten, geografischen Motiven oder Märchenhaftem.

Wien setzte in Sachen Spielkarte aber auch als Entwicklungsstandort Akzente. Die Wiener Spielkartenfabrik Ferd. Piatnik & Söhne wurde in Wien-Neubau gegründet und ist heute einer der weltweit größten Spielkartenhersteller.

Die Bildkarte perfektionierte natürlich das Quartettspiel. Sammeln, Horten und Gewinnen eroberten im 20. Jahrhundert sämtliche Kinderzimmer. Im Technischen Museum Wien gibt es dazu aktuell die Ausstellung "Quartettspiele im Museum".

Spiele-Fans sollten die Quartett-Ausstellung im Technischen Museum Wien nicht verpassen. © Stadt Wien/Bohmann

Noch traditionsreicher ist das Schachspiel in Wien. Hauptdarsteller war hier das Kaffeehaus. Viele Jahrhunderte lang trafen sich leidenschaftliche Schachspieler in den Lokalen und versuchten sich gegenseitig schachmatt zu setzen. Das Kaffeehaus war dadurch ein Ort des Zusammentreffens. Bürgerliche trafen auf Intellektuelle, Amateurinnen und Amateure spielten gegen Profis. Mäzene wie die Rothschilds und aus Osteuropa zugewanderte Jüdinnen und Juden hoben das Niveau des Schachspiels in Wien gewaltig. Weltmeister wie Savielly Tartakower und Richard Réti spielten in Wien. Zweifellos der Höhepunkt war die Schachweltmeisterschaft zwischen Emanuel Lasker und Carl Schlechter 1910. Nach einem Unentschieden blieb Lasker Weltmeister. All das wurde übrigens eindrucksvoll in der Wien Museum-Ausstellung "Spiele der Stadt. Glück, Gewinn und Zeitvertreib" dokumentiert.

Videospiele boomen in Wien

Klassische Karten- und Brettspiele erfreuen sich noch heute höchster Beliebtheit. Trotzdem erlebt auch Wien seit längerer Zeit die Ära des Videospiels. In Wien wird aber nicht nur gespielt, es gibt auch ein blühende Entwicklungs- sowie Liebhaberinnen- und Liebhaberszene. Jogi Neufeld vom Verein Subotron: "Parallel zur weltweiten wirtschaftlichen und künstlerischen Explosion von digitalen Spielen ist in Wien in den letzten zehn Jahren eine kontinuierlich wachsende, lebendige Szene entstanden. Die Demokratisierung der Produktionsmittel, die neuen Möglichkeiten für Finanzierung, Marketing und Vertrieb haben eine unabhängige, vielseitige Branche ermöglicht, in der man sich gegenseitig inspiriert und hilft. Wiens Game Community produziert nicht nur Spielehits und gewährleistet eine fundierte Ausbildung, sie arbeitet auch an einer nachhaltigen Entwicklung und einer interdisziplinären Erforschung und Vermittlung von Games als Kulturgut."

Der Verein Subotron im MuseumsQuartier ist seit 2004 Anlaufstelle für Videospielfreundinnen und -freunde jedweder Neigung. Neben dem Geschäftslokal im MQ organisiert der Verein die Vortragsreiche "arcademy" und hat die Messe "Play Austria" ins Leben gerufen. Dank Initiativen wie Subotron blüht Wien als Gaming-Standort zunehmend auf.

Wiener EntwicklerInnen punkten auch international

"Aus diesem Pool entwickelten sich in den letzten Jahren nicht nur Game-Projekte, sondern auch viele Initiativen, die sich auf spezifische Interessengebiete konzentrieren. Es gibt Veranstaltungen für Game Development, E-Sports, Urban und Multiplayer Gaming, Gamebased Learning und wissenschaftliche Zirkel. Subotron begleitet und fördert viele dieser Angebote und kooperiert mit lokalen und internationalen Partnerinnen und Partnern", sagt Neufeld. "pro games", die zweite, seit 2011 bestehende Veranstaltungsreihe von Subotron, die den Wissenstransfer für den Unternehmerinnen- und Unternehmernachwuchs, die Sichtbarmachung neuer Ideen und den Austausch mit anderen kreativen Branchen zum Ziel hat, wird ebenfalls ab April weitergeführt. Die Messe wird im Frühling 2019 mit einem erweiterten Programm an einem noch geheimen Ort stattfinden.

Bei Videospielen gilt wie bei allen anderen Varianten des Zockens: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Darum hat Jogi Neufeld auch noch einen aktuellen Spieletipp für Sie: "Old Man's Journey" vom Entwicklungsstudio Broken Rules. Das Spiel mit toller Grafik und bewegender Story wurde weltweit mit Preisen überhäuft und unterstreicht die Schaffenskraft der Wiener Spieleentwicklerinnen und Spieleentwickler eindrucksvoll.

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