Sandra Papes ist Expertin bei "die umweltberatung". Sie erklärt: "Besonders strapazierte Hände brauchen kontinuierliche Pflege. Handcremen helfen." © Sabine Seidl/Monika Kupka "die umweltberatung"

Mit Haut und Haar in der Hitze des Gefechts

Haut, Haare und Nägel benötigen auch im Spätsommer besondere Pflege. Expertin Sandra Papes von der Beratungsorganisation "die umweltberatung" gibt Tipps und verrät Tricks, wie der immer noch starken Sonne richtig und umweltfreundlich begegnet werden kann.

Der Sommer steht in vollster Blüte. Das Wetter zeigt sich noch einmal von seiner schönsten Seite. Die warme Zeit des Jahres bringt die Möglichkeit, die Tage länger ohne künstliche Beleuchtung zu genießen. Doch wo Licht, da auch Schatten. Denn Sonne bringt nicht nur Wärme, erhöht die Lebenslust und stärkt das Immunsystem. Wer sich dem Himmelskörper schutzlos aussetzt, hat in Folge auch mit spröder Haut und trockenem Haar zu kämpfen.

Richtige Pflege

Hitze draußen, Klimaanlagenkälte drinnen. Dieses Hin und Her wirkt sich auf Haut und Haar aus. Und auch die Nägel haben unter den Temperaturschwankungen zu leiden. "Mit der richtigen Pflege kann man negativen Einflüssen auf den Körper jedoch gut vorbeugen und ihn auf die kommende kühlere Jahreszeit vorbereiten", erklärt Sandra Papes von "die umweltberatung". Die Beratungseinrichtung der Wiener Volkshochschulen (www.vhs.at) steht mit ihren Expertinnen und Experten seit fast 30 Jahren für ökologischen Lebensstil im Alltag. Diese werden dabei auch seitens der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 unterstützt.

Doch warum ist gerade der Sommer für Haut und Haare besonders belastend? "Das ist simpel und einfach erklärt: weil der Mensch dann mehr draußen unterwegs und damit der Sonne mehr ausgesetzt ist", so Papes.

Haarige Angelegenheiten

Intensive Sonnenbestrahlung mitunter gepaart mit Chlor aus dem Pool oder Salzwasser aus dem Meer setzt dem Haar zu und macht es strohig, brüchig und trocken. Ist dann das Haar wie bei jeder dritten Frau auch noch chemisch gefärbt, ist das Sonnenlicht besonders schlecht. Zudem kann dann blondiertes Haar in Verbindung mit Chlorwasser einen grünlichen Stich bekommen. Papes empfiehlt daher eher mit Pflanzenhaarfarben à la Henna zu arbeiten und, wann immer möglich, Kopfbedeckungen zu tragen. "Die Sonne strapaziert im Sommer besonders in Verbindung mit Feuchtigkeit. Dazu trifft das Sonnenlicht ungeschützt auf die haarlosen Stellen am Haupt wie den Scheitel auf. Tragen Sie Kappe oder Hut und bieten Sie möglichst wenig Angriffsfläche", rät Papes.

"Hatte das Haar Kontakt mit salzigem oder gechlortem Wasser, spülen Sie es spätestens am Abend gut mit Leitungswasser aus." Dieses sollte dabei aber nicht heiß, sondern lauwarm sein. Der Grund: Die Haarschuppen stellen sich bei heißem Wasser auf, was das Haar stumpf erscheinen lässt. Ebenfalls schädigend ist das zu häufige Waschen der Haare mit Waschsubstanzen. Das entfettet stark die Kopfhaut und dadurch wird die Produktion von körpereigenem Haarfett angeregt. "Man muss sein Haupthaar nicht öfter als zwei Mal die Woche Reinigungsprodukten aussetzen. Milde Shampoos von zertifizierter Natur- und Biokosmetik entfetten nicht so stark, schäumen deshalb auch weniger und schonen dadurch die Kopfhaut. So erhält man sich gesundes Haar und gesunde Kopfhaut", erklärt Papes.

Außerdem sollte, ob lockig oder glatt, die Haarpracht besser nicht geföhnt, sondern an der Luft getrocknet werden. Jedoch dabei nicht unter direkter Sonneneinstrahlung. "Wenn dazu die Zeit nicht ausreicht und ein Föhn herhalten muss, dann diesen auf niedrigste Stufe stellen und Abstand zum Haar bewahren. Eine zu große Föhn-Hitze trocknet das Haar aus und macht es spröde", sagt Papes. "Ist das bereits eingetreten, kann mit einer Essigspülung neuer Glanz verliehen werden." Dafür drei Esslöffel herkömmlichen Essig mit einem Liter Wasser vermengen. Wichtig: mit kaltem Wasser. Das schließt die oberste Schuppenschicht der Haare, glättet so die Oberfläche und bringt Glanz ins Haar.

Ein Hautpeeling kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Wichtige Zutat: Leinsamen © Monika Kupka "die umweltberatung"

Unsere Haut, die Dermis

Die Oberfläche der Haut eines durchschnittlichen Erwachsenenkörpers entspricht einer Fläche von etwas weniger als zwei Quadratmeter und hat ein Gewicht von 14 Kilogramm. Zudem hortet das Organ rund ein Viertel des im Körper gespeicherten Wassers. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Dermis zu ihrer Gesunderhaltung auch entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

Im Sommer wie auch im restlichen Jahr ist Duschen immer besser für die Haut als Baden. Waschsubstanzen müssen dabei nicht zwingend verwendet werden und es reicht, sie maximal zwei Mal pro Woche wie beim Haar einzusetzen. Jedes Reinigungsprodukt entfernt auch die körpereigenen Hautfette und bringt den natürlichen Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht.

"Greift man zu fester Seife und Haarseife, ist es ideal", sagt Papes. "Flüssige Produkte enthalten nämlich immer viel Wasser und brauchen deshalb Konservierungsstoffe, denn sonst vermehren sich die Mikroorganismen, damit das Produkt stabil und nicht schlecht wird. Konservierungsstoffe gelten oft als bedenklich, da sie zu Hautirritationen führen und wie Hormone wirken können."

Menschen mit besonders trockener Haut sollten sie mit Duschgels und Cremen, die rückfettende Zusätze enthalten, pflegen. Das perfekte Duschgel ist übrigens farblos, enthält keine Duftstoffe und schäumt wenig. "Gesunde Haut braucht gar nicht so viel Pflege, wie man vermutet. Und auch kein Peeling", erläutert Papes weiter. Nur bei Akne und starker Hautverhornung kann es angebracht sein. Eine Peelingpaste selbst herzustellen, ist dabei ganz einfach. Naturjoghurt angerührt mit Leinsamen und einer Messerspitze entzündungshemmendem Honig entfernt Hautschuppen und macht die Haut weicher. Bei Akne und sehr fetter Haut unterstützen Gesichtsmasken etwa aus Heilerde, die es im Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Ein Mal in der Woche kann die Mischung 20 bis 30 Minuten auf der Haut Wunder bewirken, weil sie porentief reinigt und den überschüssigen Hauttalg entfernt. Papes: "Wir von der umweltberatung schwören auf das 'Peelingprodukt' Handtuch, das ohne Weichspüler gewaschen wurde, um die Umwelt und Gesundheit zu schonen, und daher eine rauere Struktur hat."

An den Füßen

Eine schöne Fußhaut braucht das passende Schuhwerk, das keine Druckstellen verursacht. "Haben Sie zu viel Hornhaut, versuchen Sie es ein Mal wöchentlich für zehn Minuten mit einem Fußbad mit reinem lauwarmen Wasser. Danach die aufgeweichte, unerwünschte Hornhaut mit einem Bimsstein sanft wegrubbeln, die Füße dick mit einer fettreichen Creme wie Sheabutter einreiben, Socken anziehen und ab ins Bett. Elektrische Geräte oder Hornhauthobel lieber beiseite lassen. Da ist einerseits die Verletzungsgefahr der Haut gegeben. Andererseits wird meist zu viel von der Haut abgeschliffen, was dann wiederum einen gegenteiligen Effekt hat. Die Haut wird nämlich so animiert, verstärkt Hornhaut zu bilden", weiß Papes.

In der Sonne

Haben Sie das ganze Jahr hindurch kaum Zeit an der Sonne verbracht, ist es nicht empfehlenswert, von einem Tag auf den anderen zehn Stunden zu braten. Geeigneter ist, vom Frühjahr an langsam die Sonnenzeiten zu erhöhen. "Es kommt natürlich auf ein gutes Sonnenschutzmittel an. Aber nicht minder wichtig ist das Sonnenverhalten, das ich an den Tag lege", erläutert die Umweltberaterin. Kinder sollten besonders gut vor der Sonne geschützt werden. Ein hoher Schutzfaktor ist Pflicht. Und wenn die durch die Creme erhöhte Schutzzeit erreicht ist, heißt es: Raus aus der Sonne. Oder rein in Schutzkleidung. Und: Nie auf Sonnenbrillen und Hut verzichten. "Die Haut merkt sich alles. Jeder Sonnenbrand in der Kindheit und in Jugendjahren erhöht im Alter das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken", sagt Papes. "Dick Sonnencreme, aber bitte ohne chemische UV-Filter, die wie Hormone wirken, sondern welche mit mineralischen UV-Filtern wie Titandioxid und Zinkoxid, einsetzen. Die meisten verwenden übrigens zu wenig. Ein erwachsener Körper braucht locker zwei bis drei gegupfte Esslöffel Sonnencreme, damit der Körper ausreichend geschützt ist." 

Lotion versus Creme

Der Unterschied ist ganz simpel. Lotionen enthalten mehr Wasser. Sie ziehen schnell in die Haut ein und sind vor allem für den Sommer geeignet. Im Winter dagegen sind Cremen besser, da das Wasser in der Lotion bei kalten Außentemperaturen auf der Haut frieren und im Extremfall Frostschäden verursachen kann. Cremen hingegen dichten die Haut durch ihren höheren Fettgehalt besser ab und schützen vor Kälte und Wind. "Nachtpflegeprodukte, wie die Kosmetikindustrie sagt, brauchen Sie nicht. Die Haut regeneriert sich von selbst und braucht keine Unterstützung von außen. Nur wenn die Haut unangenehm spannt, verwenden Sie nachts ein Pflegeprodukt", so Papes.

Für problematische Hauttypen mit Akne sind keine fettreichen Cremen zu befürworten. Sie sollten besser leichtere Lotionen verwenden. Aber Achtung: Meist hat ein Mensch nicht generell fette oder trockene Haut, sondern beides zugleich. Oft sind die Backen trocken, die T-Zone, bestehend aus Nase, Kinn und Stirn, ist jedoch ölig. Im Laufe des Lebens und je nach Jahreszeit kann sich das auch verändern. Wer im Sommer zu fettiger Haut neigt, hat womöglich im Winter mit Trockenheit zu kämpfen. "Vertrauen Sie auf Ihr Körpergefühl, denn Sie kennen Ihren Körper am besten", so Papes. "Fix ist nur: Weniger ist mehr. Immer."

Nägel mit Köpfen

Rissige, weiche und matte Nägel sind kein geeignetes Aushängeschild für ein gepflegtes Erscheinungsbild und meist ein Zeichen eines Mangels, den der Profi feststellen muss. Im Allgemeinen von Vorteil ist, keinen Nagellack zu verwenden oder zumindest phasenweise auf Lack zu verzichten, also Pausen einzulegen, in denen sich die Nagelhaut und Nägel erholen können. In dieser Zeit braucht man dann auch keinen Nagellackentferner, der die Nägel zusätzlich durch das enthaltene Lösungsmittel austrocknet. Klarlack schneidet im Übrigen in Produkttests meist besser ab als farbiger Nagellack. Papes: "Zum Festigen oder Stärken der Nägel braucht es keinen Lack. Die bestehen bereits aus festem Material. Nägel und Nagelbetten werden einfach mit der Hand mitgepflegt durch Einmassieren von ganz normaler Handcreme."

Ernährung

Ob Haar, Haut oder Nägel: Eine gesunde Ernährung wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Zu kräftigem Haar, festen Nägeln und glatter Haut verhelfen also mitunter auch die richtigen Lebensmittel. Meist aber nicht innerhalb weniger Tage. Hier muss der Langzeiteffekt abgewartet werden, denn der Hauterneuerungsprozess beträgt durchschnittlich 28 Tage. Bei Haaren und Nägeln dauert es aufgrund ihres Wachstums notgedrungen etwas länger. Entscheidend sind aber nicht Nahrungsergänzungsmittel. Wer eine ausgewogene abwechslungsreiche Mischkost zu sich nimmt, braucht keine Kieselerdekapseln & Co. "Frische, farbenreiche Lebensmittel essen und viel trinken, zwei Liter täglich, lassen Haar und Haut aufblühen. Mängel oder Unverträglichkeiten können nur Ärztinnen oder Ätzte diagnostizieren. Von einer Selbstbehandlung und der Einnahme von Zusätzen ohne Fachmeinung rate ich ab", erklärt Papes. "Bei Akne kann versucht werden, auf Milchprodukte zu verzichten. Aber auch das sollte mit Expertinnen und Experten besprochen werden."

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