In "Not Ashamed" haben elf Mädchen gerappt, gesungen und mitgestaltet. © Flash Mädchencafé
Auch neue Freundschaften sind dabei entstanden. © Cordula Thym
Am Schnittprozess waren die Mädchen aus Zeitgründen nicht beteiligt. © Cordula Thym
Mitunter steht im Flash ein Wuzeltisch zur Verfügung. © Cordula Thym

"Not Ashamed": Ein Musikvideo von Mädchen für Mädchen

In einem eigenen Musikvideo vermitteln junge Frauen Botschaften. Entstanden ist es auf Initiative der Frauenabteilung der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Flash Mädchencafé sowie einem Team aus Künstlerinnen.

Body Shaming und Mobbing finden im Leben eines Mädchens oder einer Jugendlichen viel zu häufig statt. Daher ist wichtig, ihnen einen Raum zu geben, ihre Meinung zu sagen, ihre Standpunkte zu hören und sichtbar zu machen und ihnen die Infos zu geben, die ihnen weiterhelfen können. In diesem Sinne entstand auch die Idee, ein Projekt zu starten und damit auf die Problematik aufmerksam zu machen. Das Ergebnis: Das Musikvideo "Not Ashamed". Produziert wurde es auf Initiative der MA 57 - Frauenabteilung in Zusammenarbeit mit dem Flash Mädchencafé an drei Workshop-Nachmittagen unter Beteiligung von elf rappenden Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren.

Diese wurden tatkräftig von einem ganzen Team aus Profis unterstützt. So standen neben der Crew des Mädchencafés Filmemacherin Cordula Thym und einige Künstlerinnen zur Seite. "Es gab eine Ausschreibung des Wiener Programms für Frauengesundheit, ein Produkt für Social Media zum Thema Body Shaming zu schaffen. Da habe ich mich mit einem Konzept beworben. Es wurde für dieses dann zwar jemand anderer ausgewählt, dennoch hat sich die MA57 entschieden, mein Projekt sozusagen zusätzlich zu finanzieren", erklärt Thym. "Das Video soll die Stimmen der Mädchen wiedergeben und ein bestärkendes Zeichen gegen alle Arten von Diskriminierung aufgrund von Aussehen, Hautfarbe, Kleidung oder anderem setzen."

Das Video wurde an drei Nachmittagen produziert. © Flash Mädchencafé

Der kreative Prozess

"Ziemlich schnell stand fest, dass es zu diesen drei Workshops kommen wird, in denen ein Song und ein Video kreiert werden", sagt Thym. Der erste Nachmittag, den die Künstlerinnen Stengele und Caixeta geleitet haben, war dabei rein inhaltlich. Er hat quasi die Basis für die nachfolgenden Termine geschaffen. Es wurde gebrainstormed und besprochen, was unbedingt vorzukommen hat. "Der Schaffungsprozess war vor allem am Beginn sehr emotional und intensiv und alle sind enorm gestärkt daraus hervorgegangen", sagt Thym. "Das war mir auch wichtig, dass quasi nicht nur ein Produkt am Ende rauskommt, sondern dass die Mädchen auch für sich selber etwas mitnehmen können, was ihnen im weiteren Leben hilfreich sein kann."
Im zweiten Workshop haben die Mädchen mit der Musikerin und Rapperin Esra Özmen und der Tontechnikerin Theda Schifferdecker das Lied selber getextet und aufgenommen. Der dritte Teil war dann der Videodreh, den Thym mit Katharina Lampert und Johanna Kirsch, zwei befreundeten Filmemacherinnen, durchgeführt hat. "Es war eine sehr gelungene Kooperation und eine schöne Zusammenarbeit", sagt auch Magdalena Mangl, Leiterin des Flash Mädchencafés in Neubau. "Die elf teilnehmenden Jugendlichen und auch mein Team waren stolz, Teil dieser Sache sein zu können." Julia, sie kommt schon seit drei Jahren ins Flash: "Es war wirklich cool. Wir Mädels sind als Freundinnen zusammengewachsen."

In die Schnittphase waren die Mädchen aus Zeitgründen schließlich nicht eingebunden, da das Video sehr schnell fertiggestellt werden musste. Thym: "Wenn wir das Projekt wiederholen, hätte ich gerne mehr Zeit für den Videoteil, damit die Mädchen dann auch bei diesem Teil kreativ mitbestimmen können."

Im Flash haben Mädchen ausreichend Raum. © Flash Mädchencafé

Ein eigener Ort für Mädchen

Das Flash Mädchencafé gehört zum Verein Wiener Jugendzentren, dem größten Träger offener Jugendarbeit in Wien. Es wurde 2011 in der Zieglergasse eröffnet. Davor stand ein Jahr intensive Planung mit Mädchen aus dem Bezirk, um eine partizipative Umsetzung zu ermöglichen und einen authentischen Mädchenraum zu gestalten. Seitdem finden hier Aktionen mit Schwerpunkten zu Inhalten, die die Mädchen interessieren, statt. "Wir greifen regelmäßig Themen wie Sexualität, Gewalt, Vielfalt, Frauenpolitik oder Umgang mit Medien auf", so Mangl. "Wir" sind dabei neben Mangl noch drei weitere pädagogische Mitarbeiterinnen. Zur Verfügung stehen den Mädchen auf 120 Quadratmetern im Cafébereich eine Bar, PCs mit Internet, WIFI, eine Schreibwand und Infomaterial. Darüber hinaus gibt es eine Disco mit Bühne, eine Musikanlage, Beamer und einen Wuzler. Wer es ruhiger mag, kann sich in den Chillraum mit Hochbett und Boxsack zurückziehen. Im Hof kann eine Graffitiwand und ein kleiner Garten genutzt werden. "Im Flash können die Mädchen einfach abhängen, mitmachen, chillen, essen und trinken, gute Filme schauen und selber machen, alte Freundinnen treffen und neue kennenlernen, Internet surfen, Kräfte messen, sporteln, lachen, mitbestimmen, politisieren, quatschen, singen, tanzen, unterwegs sein, verrückt spielen, wuzeln, werken, sich wohlfühlen oder beraten lassen", erläutert Mangl. Zudem wird jeden Freitag gemeinsam gekocht.

Initiative der Frauenabteilung

"Für uns ist es enorm wichtig, die Mädchen mit ihren Anliegen zu erreichen", sagt Nina Heidorn von der MA 57 - Frauenabteilung der Stadt. "Das erreichen wir unter anderem durch solche Projekte. Durch Aktionen, die den Jugendlichen gleichermaßen Spaß machen und sie informieren." Dafür arbeitet die MA 57 mit unterschiedlichen Institutionen zusammen und organisiert Workshops, um Fragen zu Frauenpolitik oder Mädchenrechten auf den Grund zu gehen. Zudem werden auch einige Vereine, die schwerpunktmäßig für Mädchen arbeiten, gefördert und Publikationen gestaltet.

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