Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*) informieren und beraten kostenlos zu Themen rund um mehr Grün im Grätzel. © GB*5/12

Leitfaden zu Urban Gardening

Baumscheibe oder Nachbarschaftsgarten: Wer selbst keinen Garten hat, findet in Wien trotzdem jede Menge Möglichkeiten, der Lust am Garteln nachzugehen. Allerdings sollte man sich mancherorts frühzeitig anmelden.

 

Mehr Grün vor der Haustür? Das geht ganz einfach. Engagierte Bürgerinnen und Bürger können die Baumscheiben, das sind die Flecken rund um Bäume entlang von Straßen, bepflanzen. Informationen zur Baumscheibenbepflanzung gibt es bei der Gebietsbetreuung des jeweiligen Stadtbezirks. Diese vermittelt auch andere kleine Freiflächen zur Bepflanzung und Betreuung im öffentlichen Raum. Johannes Hloch von der GB*5/12 meint: "Baumscheibenpatinnen und -paten suchen sich am besten eine Scheibe in Wohnungsnähe, das erleichtert das Gießen im Sommer. Für erfolgreiches Gärtnern sollen robuste Pflanzen gewählt werden, die je nach Standort hitzebeständig sind oder Schatten vertragen." Tipps und gute Erde, die aufgeschüttet werden soll, gibt es bei der MA 42 - Wiener Stadtgärten. Die Mistplätze bieten darüber hinaus auch kostenlosen Kompost an.

Ernten in der Nachbarschaft

Eine Möglichkeit, selbst Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen und zu ernten, sind Nachbarschaftsgärten. Ein Beispiel ist der Steinhagegarten in Meidling, der vor fünf Jahren von der GB*5/12 ins Leben gerufen wurde. Nach Abriss eines Gebäudes wurde der Steinhagepark vergrößert und für Anrainerinnen und Anrainer geöffnet. Es wurden Gartenbeete angelegt und ein Wasseranschluss hergestellt. Dann wurden 4.000 Haushalte rund um den Park eingeladen, an der Verlosung der Beete teilzunehmen. Heute kümmern sich 20 Gärtnerinnen und Gärtner um 20 Beete. Johannes Hloch von der GB*5/12 betreut das Projekt: "Wir haben hier im Garten ein buntes Publikum von der Kindergartengruppe über Studierende bis hin zu Seniorinnen und Senioren. Die Menschen kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, die sonst wohl nicht so viel miteinander zu tun haben." Ein Mal pro Monat organisiert die GB* einen Gartentreff. "Dieser dient dem Wissensaustausch. Wir besprechen beispielsweise, wann man was auspflanzt. Oder wie man Schädlinge am besten bekämpft." Die Gärtnerinnen und Gärtner tauschen sich natürlich auch untereinander im Garten aus. Manche haben Erfahrung im Gartenbau und geben diese gerne an Anfängerinnen und Anfänger weiter. Hloch: "Jede und jeder ist für ihr beziehungsweise sein Beet selbst verantwortlich. Für Urlaube gibt es ein Schild mit 'Bitte gießen', das man in sein Beet stecken kann. Das funktioniert sehr gut." Wer mitgärtnern möchte, kann sich bei der GB* anmelden. Allerdings gibt es eine Wartezeit von bis zu drei Jahren.

Video: Miteinander Garteln

Wie finde ich einen Garten?

Die Plätze in den Nachbarschaftsgärten sind begrenzt. Die meisten Gärten organisieren sich selbst in Form von Vereinen und haben eigene Regeln. Manche verlosen Beete an Interessentinnen und Interessenten, andere führen Listen und sobald jemand aussteigt, kann jemand nachrücken. Johannes Hloch empfiehlt "Einfach vorbeischauen, meist findet sich ein Schild mit den Kontaktdaten." Infos zu aktuellen GB*-Nachbarschaftsgartenprojekten gibt's hier und auch der Verein Gartenpolylog bietet eine interaktive Gartenkarte. Hier findet man alle Nachbarschaftsgärten in Wien.
Eine andere Möglichkeit ist, selbst einen Nachbarschaftsgarten zu gründen. Dafür muss zuerst ein Ort gesucht werden. Dann muss der rechtliche Rahmen definiert werden, das ist in der Regel ein Verein. Mit der Besitzerin beziehungsweise dem Besitzer des Grundstücks muss meist eine Benützungsvereinbarung geschlossen werden. Und Regeln für die Nutzung müssen die Mitglieder festlegen. Hloch: "Die GB* unterstützt gerne bei der Gründung." Sind die Rahmenbedingungen geklärt, geht es an die praktische Umsetzung, etwa Holz für Hochbeete beschaffen und Erde organisieren.

Erste Ernte im Garten für alle

Über die ersten Tomaten, Kürbisse und Melanzani freuten sich die Gärtnerinnen und Gärtner in der Nordbergstraße. Im Rahmen des GB*-Projekts "Ein Garten für alle" wurde ein allgemein zugänglicher Garten aufgebaut und bepflanzt. Erstmalig wurden in dem Nachbarschaftsgarten keine Beete fix vergeben, sondern jede und jeder, die beziehungsweise der sich bei der Gebietsbetreuung meldet, kann mitmachen. Insgesamt 50 Personen nahmen das Angebot an und haben sich seither wöchentlich bei Gartenstammtischen und organisierten Gartentagen getroffen. Angela Salchegger von der GB*9/17/18: "Die Nachfrage nach Nachbarschaftsgärten ist sehr groß. Wir haben uns daher dazu entschlossen, als Pilotprojekt erstmals einen Garten für alle anzubieten. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, es ist ein belebter Ort entstanden. Grätzelbewohnerinnen und -bewohner konnten neue Freundschaften knüpfen. Das Zusammenleben wurde gestärkt. Und nicht zuletzt fiel auch die Ernte zufriedenstellend aus."

Zum Naschen und Plaudern vorbeischauen

Wer selbst nicht gärtnern, sondern lieber nur ernten möchte, ist in Wiens erstem Naschgarten richtig. Im 21. Bezirk hat die Gebietsbetreuung Stadterneuerung in Zusammenarbeit mit der MA 49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetriebe einen Naschgarten in der Angyalföldstraße, Höhe Hans-Czermak-Gasse, angelegt. Gemeinsam mit interessierten Floridsdorferinnen und Floridsdorfern wurden auf 2.000 Quadratmetern 80 Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt. Das Angebot reicht von Klassikern wie Apfel und Birne über selten gewordene Wildobstsorten wie Dirndl bis hin zu Raritäten wie Filzkirschen. Susanne Staller von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung: "Wir haben bewusst auch seltene Sorten gewählt, damit Kinder und Jugendliche diese kennenlernen. Außerdem gibt es frühe und späte Sorten, damit laufend etwas zu ernten ist." Der Obstgarten ist für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Umgebung gedacht. Jede und jeder kann vorbeikommen und etwas ernten. Allerdings sollte darauf Rücksicht genommen werden, dass auch Nachkommende noch etwas zu ernten haben. Wer gerne mitanpacken möchte, meldet sich bei der GB*21.  

Sie wollen auch gärtnern? Ob Baumscheibe oder Nachbarschaftsgarten: Informieren Sie sich bei der Gebietsbetreuung Stadterneuerung, welche Möglichkeiten es in Ihrem Grätzel gibt. Alle Informationen: www.gbstern.at

Vorteilspartner CLUB WIEN

Restaurant Five Senses

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ein Glas Prosecco zu jedem Abend- und Mittagessen

Erfahren Sie mehr 30842

Sigmund Freud Museum

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt im Sigmund Freud Museum!

Erfahren Sie mehr 31106

Volkskundemuseum Wien

Mit der CLUB WIEN-Vorteilskarte erhalten Mitglieder 2 Euro Ermäßigung auf den Kartenpreis für Erwachsene.

Erfahren Sie mehr 31122

WERK X

CLUB WIEN-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt an beiden Spielorten von WERK X!

Alle Vorteilspartner