Installation "In the Vast Ocean of Air" von Hanna Husberg © Anna Autio

Wiens junge Kunstwelt

Die Ausstellung "The Big Invisible" im Kunst Haus Wien stellt junge KünstlerInnen in den Mittelpunkt. Eine davon ist Hanna Husberg. Die gebürtige Finnin ist mit ihrer Installation "In the Vast Ocean of Air" Teil der aktuellen Ausstellung.

The Big Invisible – das große Unsichtbare versuchen die Kuratorinnen Yasmine Ostendorf und Jade Niklai in der Ausstellung sichtbar zu machen. Dafür holten sie sich fünf bemerkenswerte Künstlerinnen und Künstler ins Boot: John Gerrard, Markus Hoffmann, Markus Jeschaunig, Pei-Ying Lin und Hanna Husberg. Thematisiert werden Luftverschmutzung, Erderwärmung, Viren, Kernstrahlung und die Gefahr einer Ölpest. Deren Ursache, Entstehung sowie Verbreitungswege. Jedes Werk bedient sich dabei an einem nicht unmittelbar sicht- beziehungsweise greifbaren oder einem vergänglichen Phänomen wie Strahlung oder Ölfilmen auf dem Wasser. Anhand unterschiedlicher Verfahren wird das Unsichtbare für die Betrachterinnen und Betrachter sichtbar gemacht. Die Ausstellung ist noch bis 14. Jänner 2018 im Kunst Haus Wien zu sehen. Wir trafen Hanna Husberg und haben mit ihr über Luftprojektionen, Kunst und die Wiener Kunstszene gesprochen.

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In der Installation "In the Vast Ocean of Air" von Hanna Husberg dreht sich alles um die Luft. Das Thema Luft begleitet die Finnin bereits durch viele ihrer Arbeiten. 2007 schloss sie ihr Studium an der ENSB-A in Paris ab. Derzeit ist sie Doktorandin in der Praxis an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Anhand von Video- und Installationsprojekten untersucht sie, wie wir in Zeiten des anthropogenen Klimawandels unsere Umwelt wahrnehmen und mit ihr in Beziehung treten. Der Begriff anthropogen bezeichnet alles vom Menschen Beeinflusste, Verursachte oder Hergestellte. Der anthropogene Klimawandel ist somit die vom Menschen verursachte Veränderung des Klimas. Dabei spielt Luft in ihren Arbeiten immer eine zentrale Rolle. Auswirkungen der Lufterwärmung auf unsere Umwelt, Luftverschmutzung, Luftzirkulation. Zurzeit arbeitet und lebt sie in Wien und in Schweden. Im Interview verrät sie uns, was hinter ihren Luftprojektionen steckt und wie es sich als Jungkünstlerin in Wien lebt.

Installation von Hanna Husberg im Kunst Haus Wien © Anna Autio

CLUB WIEN: Sie machen gerade Ihr Doktorat an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Können Sie uns etwas darüber erzählen?
HANNA HUSBERG:
Meine Arbeit trägt den Titel "Troubled Atmosphere: On Noticing Air". Durch die Konzentration auf Luftprojekte untersuche ich, wie Menschen in Zeiten des anthropogenen Klimawandels ihre unmittelbare und erweiterte Umgebung wahrnehmen. Aber auch, wie sie sich auf sie beziehen. Man tut dies durch Erzählungen und materiellen Austausch. Durch Fragen der Wahrnehmbarkeit und visuellen Repräsentation. Durch Überlegungen, wie Veränderungen in der Atmosphäre bestimmte Orte sichtbar umformen und die sozioökonomischen wie auch die territorialen Realitäten dieser Orte beeinflussen.

Ausstellungseinsicht "The Big Invisible" ©KUNST HAUS WIEN 2017 / Barbara Nidetzky

Sie sind mit Ihrer Installation "In the Vast Ocean of Air" Teil der Ausstellung "The Big Invisible". Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Das Projekt wurde von den Kuratorinnen Yasmine Ostendorf und Jade Niklai initiiert. The Big Invisible ist das gemeinsame Ergebnis aus ihrer Forschungsarbeit im Rahmen des Curator-in-Residence-Programms des Kunst Haus Wien 2017. Während ihrer Vorbereitungen haben sich die beiden mit vielen Künstlerinnen und Künstlern getroffen. Auch mit mir. Wir haben sehr viel über die vom Menschen verursachten Veränderungen unserer Umwelt geredet und diskutiert. Kurze Zeit später wurde ich von ihnen eingeladen, bei der Ausstellung mitzumachen.

Ihre Installation beschäftigt sich mit dem Element Luft; Erwärmung, Kühlung, Befeuchtung, Luftzirkulation. Warum gerade dieses Element?
Wir sind immer von Luft umgeben. Das ist für uns, wegen ihrer Unsichtbarkeit, oft schwer zu begreifen. In der Ausdehnung ist Luft die Atmosphäre, die Gasschicht, die diesen Planeten lebenswert macht. Gleichzeitig ist sie aber auch direkt mit Phänomenen wie dem Klimawandel verbunden. Wir alle haben eine Beziehung zu Luft. Auch wenn wir uns darüber meistens keine Gedanken machen. So wie Luft ist die Atmosphäre ständig in und außerhalb von uns.

Hanna Husberg "In the Vast Ocean of Air" © I DO ART Agency

Als in Wien studierende Künstlerin sind Sie viel in der Wiener Kunstszene unterwegs. Wie ist das Leben als Jungkünstlerin in Wien?
Die Wiener Kunstszene ist in den letzten Jahren wieder internationaler geworden. Es gibt eine Reihe von Künstlertreffs wie das weisse haus und die Kunsthalle Exnergasse. Künstlerinnen und Künstler werden oft von Ausstellungsorten wie der Secession oder verschiedenen Museen eingeladen, Ausstellungen zu kuratieren und zu organisieren. Generell würde ich sagen, dass es ziemlich viele Möglichkeiten gibt, seine Werke vorzustellen und zu zeigen. Aber natürlich muss man selbst die Initiative ergreifen.

Wien liegt sehr zentral und in der Nähe von vielen relevanten Kunststädten. Für internationale Künstlerinnen und Künstler ist ein Aufenthalt in Wien ein guter Einstieg, da es hier ein breites Netzwerk gibt.

Die Luftprojektionen in ihren unterschiedlichen Ausführungen bei der Ausstellung "Hybrid Matters", Kunsthalle Grenland, Porsgrunn 2016 © Hanna Husberg

Wie würden Sie die Wiener Kunstszene beschreiben?
Wien präsentiert sich sehr weltoffen und international. Es gibt jedoch einen starken deutschsprachigen und regionalen Bezug. Das macht es oft schwierig. Wien ist eine sehr traditionelle Stadt. Manche lieben Wien, andere haben Schwierigkeiten sich anzupassen. Es ist jedoch ein Ort der Kultur. Es gibt eine große Achtung und Neugierde für alle Arten von Kunst. In den letzten Jahren wurde Wien weltoffener. Dieser Gegenstrom zum Altbekannten brachte subversive Kunst hervor.

Aufgrund des vielseitigen Kulturangebots assoziiert man mit Wien oft eine Stadt, in der Kunst und Kultur überall spürbar sind. Betrifft dies auch zeitgenössische Kunst?
Wien ist Schmelztiegel zwischen Ost- und Westeuropa. Die Stadt hat großes Potenzial, in der Kunstszene noch mehr an Bedeutung zu gewinnen. Es gibt ein interessantes und vielfältiges Kunstpublikum. Das Kunst Haus Wien ist ein tolles Beispiel dafür, da es ein sehr unterschiedliches Publikum zusammenbringt.

Wie schauen Ihre weiteren Pläne aus? Arbeiten Sie aktuell an neuen Projekten?
Ich hatte gerade eine Ausstellung im Institute for Provocation in Peking. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den kulturellen und politischen Aspekten der städtischen Luft. Zudem starte ich auch ein neues Projekt rund um Umweltfantasien in der Arktis.

Video: "The Big Invisible" im Kunst Haus Wien

Das Kunst Haus Wien bietet immer wieder spannende Ausstellungen. Mit "The Big Invisible" werden unsichtbare Welt, die uns stets umgeben, thematisiert. © Stadt Wien/Bohmann Verlag

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