Neben Klassikern wie Paprika und Salatgurke sorgen Raritäten wie Paradeiservariationen und der Riese von Aspern, eine Radieschenart, für Abwechslung. © LGV-Frischgemüse

 

Rares für den gesunden Teller

Abseits von Paprika, Gurke und Paradeiser geben Wiens Böden und Gärten auch so manch andere Gemüsesorte her. Weil sie nicht so ohne Weiteres erhältlich sind, sind diese als Raritäten bekannt. Fündig werden Interessierte im Gärtnergschäftl der LGV.

Karotten, Erdäpfel, Gurken, Paprika und Paradeiser: Sie alle stehen auf dem Speiseplan, wenn es um gesunde und ausgewogene Ernährung geht. Außerdem gedeihen sie alle prächtig in Wiener Gärten: Sei es im eigenen Beet oder auf Feldern und in Gewächshäusern professioneller Gärtnerinnen und Gärtner, etwa der LGV-Frischgemüse. Daneben gibt es noch Sorten, die nur selten angebaut und geerntet werden. Diesem Umstand geschuldet sind sie unter dem Namen Raritäten bekannt.

 

In Vergessenheit geraten

Angelika Günther, Marketingleiterin von LGV-Frischgemüse und Initiatorin des LGV-Gärtnergschäftls, nennt ein Beispiel, das nun eine kleine Renaissance erlebt: "Wir alle kennen normale Melanzani. Gestreifte Melanzani sieht man hingegen nur sehr selten. LGV-Gärtnermeisterin Andrea Steinhart hat sie für sich entdeckt und baut sie in Kaiserebersdorf gemeinsam mit ihrem Mann Thomas an." Dass es solche Varianten nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt, hat auch rein praktische Gründe: Für viele Gemüsegärtnerinnen und -gärtner war und ist es einfacher, sich auf eine bestimmte Sorte zu spezialisieren.

Das sind dann meist diejenigen, die eine hohe Erntemenge versprechen und sich am längsten frisch halten. So können kontinuierlich die gleiche Qualität und Menge geliefert werden. Und so können die Handelsketten den Kundinnen und Kunden immer die gleiche Ware anbieten. Nicht zuletzt deshalb sind manche alte Sorten in Vergessenheit geraten.

Auf extravagante Sorten spezialisiert

Doch nicht nur deswegen machen Raritäten ihrem Namen alle Ehre, wie Angelika Günther erklärt: "Die Pflege und Aufzucht ist teilweise aufwendiger, da die Pflanzen sehr empfindlich sind. Im Vergleich zu hochgezüchteten Sorten bringen Raritäten oft auch weniger Ertrag. Diese Kombination schlägt sich dann oft im Preis des Gemüses nieder." Ungeachtet dessen erleben Gemüseraritäten derzeit einen Boom, findet bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten doch mittlerweile ein Umdenken statt: Viele beschäftigen sich eingehender mit Lebensmitteln und ihrer Herkunft. "Das Bewusstsein für regionale, nachhaltige Lebensmittel steigt. Dadurch wird auch öfter ein Blick in Omas Bauerngarten geworfen und sich auf Dinge besonnen, die früher schon da waren", so Günther.

Großer Popularität erfreut sich etwa der Ochsenherzparadeiser, eine besonders alte Tomatenvariante. Seit einigen Jahren wird sie von dem auf extravagante Sorten spezialisierten LGV-Gärtner Franz Pannagl angebaut. "Ein Ochsenherz kann bis zu 500 Gramm schwer werden", erzählt Angelika Günther. "Dementsprechend brauchen die Pflanzen besondere Pflege und Aufmerksamkeit." Verfügbar ist das Gemüse von Ende April bis Ende September. Die Schale ist sehr dünn, Kerne haben die Ochsenherzparadeiser fast keine. Während sich hellorange Exemplare am besten für den rohen Verzehr eignen, werden sattrote vor allem für Saucen und Sugos verwendet.

Ein Riese fürs Butterbrot

Besonders rar ist der Riese von Aspern, ein Radieschen. Weltweit wird er lediglich von den LGV-Gärtnerfamilien in Wien angebaut. Der Samen dieser Rarität wird jedes Jahr von den kräftigsten und schönsten Radieschen geerntet und aufbewahrt, um im nächsten Jahr wieder angebaut zu werden. Am besten schmeckt der Riese von Aspern auf einem frischen Bauernbrot mit Butter und Salz. "Was die wenigsten Menschen wissen, ist, dass man auch das Radischengrün essen kann", verrät Günther. "Die Blätter sollten niemals weggeworfen werden. Sie sind sehr aromatisch und können ähnlich wie Schnittlauch zum Garnieren und Abrunden von Suppen verwendet werden. Wer große Mengen an Radieschenblättern hat, kann auch Pesto damit machen."

Im LGV-Gärtnergschäftl in der Kettenbrückengasse im vierten Wiener Gemeindebezirk gibt es neben gestreiften Melanzani, Ochsenherzparadeisern und dem Riesen von Aspern noch viele andere Raritäten. Dazu zählt die in der Aufzucht und Hege besonders aufwendige und damit extrem seltene Wiener Melone ebenso wie der Lila Kohlrabi und verschiedene Chilisorten. Besonders gefragt sind das vielfältige Paradeisersortiment und diverse Gurkensorten - neben der klassischen Wiener Salatgurke verschiedene kleine Snackgurken in unterschiedlichen Grüntönen. Angelika Günther: "Gerade bei Kindern sind diese sehr beliebt, weil sie lustig aussehen, praktisch zum Verspeisen sind und gut schmecken."

Raritäten auf dem Balkon und im Garten

Wer nun Raritäten am Balkon oder im Garten selbst ziehen will, sollte darauf achten, woher die jeweiligen Samen stammen, und sich im Vorfeld von Fachkräften beraten lassen. Angelika Günther weiß: "Je nach Gemüsesorte können die Bodenbeschaffenheit und der Stellplatz einen großen Unterschied machen." Im Frühling gibt es außerdem junge Pflanzen im LGV-Gärtnergschäftl zu erwerben - kundige Beratung inklusive.

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