Schwimmnudel und -brille, Wasserbrett sowie der blau-weiße Poolboy zum Stabilisieren der Beine beim Kraulenlernen sind die wichtigsten "Werkzeuge" von Egel. © PID/Alexandra Kromus

Nie zu alt, um schwimmen zu lernen

Andreas Engel ist einer von fünf Schwimmprofis im Amalienbad. Die Hälfte seiner SchülerInnen sind erwachsene NichtschwimmerInnen. "Bis jetzt haben es noch alle gelernt", erzählt der Wasserprofi.

Wasserbrett, Schwimmbrille und ein vertrauensvolles Lächeln sind für Andreas Engel, Schwimmlehrer im Amalienbad der Wiener Bäder, die wichtigsten Zutaten, um aus eingefleischten Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmern sichere Wasserratten zu machen. Dass das Alter seiner Klientel Einfluss auf seine Lehrmethode hat, kann Engel nicht bestätigen. Engel, 43: "Eigentlich ist der Unterricht derselbe. Manchmal ist es jedoch mit den Älteren etwas einfacher, weil die besser zuhören und Ansagen umsetzen können." 

Wer eine Schwimmeinheit möchte, kann sich mit Engel einen persönlichen Termin ausmachen. © PID/Alexandra Kromus

Informatives Gespräch

Von Engels rund 500 Unterrichtseinheiten pro Jahr, jeweils à 20 Minuten, entfällt die Hälfte auf Erwachsene. Noch vor der ersten Wasserberührung findet zwischen Engel und den zu Unterrichtenden ein informatives Gespräch statt. Für Engel gilt es herauszufinden, warum wer bislang keinen Schwimmkurs besucht hat, wo die Ängste oder Unsicherheiten liegen und wie viel Zeit eingebracht werden kann. "Ich möchte erklären, dass mit etwas Einsatz relativ rasch Erfolge im Wasser erzielt werden können. Dass es aber bei einem Unterricht, der wöchentlich nur ein Mal stattfindet, auch etwas länger dauern kann, bis ein neuer Schwimmstar geboren werden wird. Aber ob es nun ein oder drei Monate dauert: Bis jetzt haben noch alle schwimmen gelernt."

Bein- und Armbewegungen werden zuerst separat trainiert. © PID/Alexandra Kromus

Wie ein Puzzle zusammenfügen

Engel setzt voll auf Einzeltrainings. Anders könne er sich nicht gut genug auf die jeweilige Person konzentrieren. Gruppenlektionen findet der Profi nur bis zu einem gewissen Alter sinnvoll: "Bis zu Fünfjährige haben mehr Spaß in einer Schar aus Kindern und werden durch das Konkurrenzverhalten gepusht. Diese Motivation nimmt in späteren Jahren aber ab." Unterrichtsstart ist meist bereits im großen Becken. Außer bei zu großer Angst. Da geht dann Engel mit seinem Schützling zur Wassergewöhnung erst einmal ins kleine Kinderbecken. "Am Anfang beginnen wir mit Übungen, bei denen ich zeige, wann man besser die Luft anhält und wann es ans Atmen geht; tauchen wir unter oder versuchen wir die 'Tote Mann'-Lage bauchseits oder am Rücken liegend zu halten", sagt Engel. "Wenn das einmal gut geht, folgen die ersten eigentlichen Schwimmübungen." Mit dem Wasserbrett trainiert Engel einzeln die perfekten Froschbeine und die richtigen Armbewegungen. Sind sie gut genug verinnerlicht, werden sie wie ein Puzzle zusammengefügt.

Das Amalienbad ist behindertengerecht. © PID/Alexandra Kromus

Behindertengerechtes Bad

Die Beweggründe, im Alter noch schwimmen zu lernen, sind vielfältig. "Ich habe eine Schülerin, 72 Jahre alt, die fährt seit 45 Jahren ans Meer, immer an denselben Strandabschnitt. Es hat sie bislang nicht gestört, nur am seichten Ufer zu planschen. Bis jetzt. Jetzt möchte sie es doch noch lernen. Bevor es aus Altersgründen gar nicht mehr geht. Auch wenn das weit hergeholt ist, denn eigentlich ist man nie zu alt, um schwimmen zu lernen", erzählt Engel. Ein anderer Schüler hat Enkelkinder, die gerade einen Schwimmkurs besuchen. Aus diesem Anlass möchte jetzt auch der Opa an das Medium, dem er so lange Zeit erfolgreich ausgewichen ist, herangeführt werden. Ein weiterer Klient, einer mit körperlicher Einschränkung, der eigentlich bereits schwimmen kann, kommt zu Engel, um sich mit einem anderen Schwimmstil, dem Kraulen, vertraut zu machen. Engel: "Das Amalienbad ist dafür bestens ausgestattet. Immerhin haben wir einen Sessellift, um Behinderten im Rollstuhl ins Wasser helfen zu können."

Spätberufen

Engel, seit 1. 10. 2016 Großvater des kleinen Lionel, ist übrigens selbst auch Spätberufener. Zumindest was den Job betrifft, denn im Wasser hat er sich schon als kleines Kind zu Hause gefühlt. Engel: "Ich bin neben der Donauinsel aufgewachsen. Wir haben quasi jede freie Minute dem Fußballspielen oder Schwimmen gewidmet. Dennoch habe ich erst vor acht Jahren meinen Weg zu den Wiener Bädern gefunden.“ Damals wollte der gelernte Einzelhandelskaufmann noch einmal beruflich neu durchstarten, weil er in seinem Beruf nicht ganz glücklich war. "Ein Freund hatte mir erzählt, dass die Bäder wen suchen. Und was soll ich sagen: Ich hatte Glück und konnte schließlich die Ausbildung machen, die neben Schwimmfertigkeiten auch Bädertechnik umfasst." Wo sich Engel in einigen Jahren sieht? Engel: "Natürlich immer noch bei den Wiener Bädern. Allerdings dann vielleicht schon einen Schritt weiter in leitender Funktion."

Video: Schwimmkurse für Erwachsene

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