Eltern sind am Spielplatz oft abgelenkt, weil sie sich mit ihrem Smartphone beschäftigen. © fotolia

Eltern sind Vorbilder

Noch schnell ein Telefonat, eine SMS schreiben, im Internet etwas nachschauen oder checken, was sich in den sozialen Netzwerken so tut: Viele Eltern nützen ihr Smartphone auch auf dem Spielplatz, während die Kinder scheinbar unbeschwert spielen. Manchmal mit bösen Folgen. Wie eine aktuelle Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, sind von Jänner bis September 2016 um rund 800 Kinder mehr als im gesamten Jahr 2015 auf Spielplätzen verunglückt. Insgesamt hat sich die Anzahl der Unfälle von 2008 bis 2015 bei Kindern unter zehn Jahren verdoppelt. Bei den unter Fünfjährigen hat sich die Anzahl sogar verdreifacht. Der Grund dafür ist, dass neun von zehn Aufsichtspersonen in gefährlichen Situationen abgelenkt waren. In erster Linie durch Surfen im Internet mit dem Mobiltelefon, dann folgen direkte Gespräche mit anderen Erwachsenen und Telefonieren.

Auszeit vom Handy nehmen

"Der Besuch eines Spielplatzes sollte eine handyfreie Zeit sein", stellt die Sozialarbeiterin Petra Mandl von der MAG ELF fest. "Die Eltern sollten sich exklusiv ihren Kindern widmen und gemeinsam die Angebote entdecken. Das gibt dem Kind Sicherheit und es kann seinen Aktionsradius vergrößern." Durch Beobachtung können Eltern meist gut einschätzen, wann ihre Kinder motorisch dazu in der Lage sind, Spielgeräte allein zu bewältigen. Ein Kind kann ein Spielgerät alleine sicher nützen, wenn es selbstständig auf- und absteigen beziehungsweise allein hinauf- und auch wieder hinunterklettern kann. Dann muss die Aufsichtsperson auch nicht unbedingt daneben stehen, sondern kann das Kind mit etwas Abstand beobachten.

Mandl: "Auch wenn die Eltern etwas weiter entfernt sind und zum Beispiel plaudern, sollten sie das Kind immer im Blick haben. Denn Unfälle ereignen sich plötzlich und ohne Vorwarnung. Sie können aber durch rasches Reagieren mitunter vermieden werden. Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus und das Kind ist in Gefahr. Etwa wenn der Spielplatz nicht eingezäunt ist und das gerade noch Sand spielende Kind schon auf dem Laufrad sitzt und Richtung Straße unterwegs ist oder plötzlich auf einem Spielgerät für ältere Kinder herumklettert."

Eltern haben Vorbildwirkung

Auch zu Hause sollten Eltern einen sorgsamen Umgang mit ihrem Mobiltelefon pflegen. Sie haben Vorbildwirkung für die Kinder. Wenn die Kinder sehen, dass sich die Eltern ständig mit dem Handy beschäftigen, werden sie es nachahmen und es auch dann nützen, wenn es eigentlich unerwünscht ist, beispielsweise während des gemeinsamen Essens. Mandl: "Den Eltern fehlen dann oft die Argumente, warum die Kinder das Handy nicht benützen sollen, wenn sie etwas anderes vorleben." Grundsätzlich kann man das Telefon in Anwesenheit der Kinder natürlich verwenden. Mandl: "Es ist aber etwas anders, ob man dem Kind erklärt, ich schaue schnell mal nach, wie das Wetter wird, damit wir wissen, was wir heute anziehen, oder ob man ständig im Internet herumsurft."

Mandl empfiehlt Eltern auch, den Kindern das Handy nicht als Ablenkung oder Freizeitbeschäftigung anzubieten beziehungsweise vorzuleben. "Vermitteln Sie Ihren Kindern: Es gibt eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten. Bevorzugen Sie solche, die verschiedene Sinne fördern." Sonst lernen Kinder: Wenn einem langweilig ist, greift man zum Handy. Die ständige Beschäftigung mit Spielen oder Videos anschauen am Handy führt außerdem zur Überforderung und Reizüberflutung. Mandls Tipp: "Schauen Sie mit Ihrem Kind zur Ablenkung bei einer Fahrt mit der U-Bahn oder bei der Ärztin beziehungsweise beim Arzt ein Bilderbuch an oder spielen Sie Spiele wie 'Ich seh, ich seh, was du nicht siehst'."

Kinder testen Grenzen aus

Wenn die Eltern ständig "geistig" abwesend sind, ruft das Reaktionen von den Kindern hervor. Mandl: "Kinder suchen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern und sie merken es sehr wohl, ob sich die Eltern intensiv mit ihnen beschäftigen oder nebenbei mit dem Handy surfen. Neben Schreien oder Weinen kann es auch zu Grenzüberschreitungen kommen, indem das Kind austestet, wie weit kann ich gehen, bis Mama oder Papa reagiert.“

Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind

Wenn man zu Hause ist, sollte man sich bewusst Zeit für das Kind nehmen und es diesem auch klar kommunizieren. Zum Beispiel: Jetzt spiele ich eine Stunde mit dir und dann muss ich Telefonate erledigen und aufräumen und du spielst dann eine Weile alleine. Mandl: "Wenn das Kind Bescheid weiß und dann auch ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt, hat es die Sicherheit, meine Eltern sind für mich da. Es wird dann auch eher akzeptieren, dass es sich auch einmal alleine beschäftigen muss."    

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