Die App ist leicht zu bedienen und man erfährt schnell, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt enthalten sind. © Bohmann

App-Tipp: ToxFox prüft Kosmetik

Hormonähnliche Stoffe in Kosmetika: Die App ToxFox prüft Pflegeprodukte via Strichcode. So vermeiden Sie schädliche Substanzen.

Hormone in Kosmetik: So etwas würden Sie nie kaufen? Haben Sie aber bestimmt schon. Denn fast ein Drittel der Kosmetik- und Körperpflegeprodukte enthält hormonell wirksame Chemikalien und birgt somit ein Gesundheitsrisiko. Eine neue App sagt ihnen den Kampf an: ToxFox findet durch Scannen des Strichcodes am jeweiligen Produkt heraus, ob es besagte Chemikalien enthält.

ToxFox prüft Strichcodes

Innerhalb von Sekunden überprüft ToxFox die Inhaltsstoffe. Es zeigt nicht nur an, ob hormonähnliche Chemikalien enthalten sind, sondern auch welche. Bei belasteten Produkten kann per App gleich eine Protestnachricht an die herstellende Firma geschickt werden. Davon gibt es einige. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat herausgefunden, dass rund jede zweite Bodylotion, jedes zweite Aftershave und jede fünfte Zahnpasta hormonell wirksame Bakterien enthält.

Mögliche Schäden durch hormonähnliche Stoffe

Was können hormonähnliche Substanzen in Kosmetikprodukten bewirken? Tierversuche haben gezeigt, dass sie Verhaltensauffälligkeiten, Unfruchtbarkeit und Krebs begünstigen können. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass dies auch beim Mensch der Fall sein kann. Vollständig erwiesen ist das allerdings nicht.

Selbst bestimmen mit mehr Überblick

Tatsache ist, dass niemand ein unnötiges Risiko eingehen will. Bisher konnten sich Konsumentinnen und Konsumenten aber nicht selbst und ohne viel Aufwand über enthaltene Risikostoffe informieren. Dank ToxFox behalten sie den Überblick und können selbst bestimmen, was sie an ihre Haut lassen. Durch mehr Transparenz der Inhaltsstoffe setzt ToxFox Produzentinnen und Produzenten schädlicher Kosmetika unter Druck. So steigt für sie der Anreiz, schädliche Stoffe durch unbedenkliche zu ersetzen.

Was und warum?

Dass hormonähnliche Substanzen in gängigen Pflegeprodukten zu finden sind, liegt nicht an einer Verschwörung der Kosmetik- und Pharmaindustrie. Stattdessen ist die Erklärung sehr einfach: Die Stoffe haben zufällig Ähnlichkeit mit körpereigenen Hormonen. Deshalb baut der Körper sie ein. Zu den häufig verwendeten Stoffen gehören Parabene, der hormonelle Weichmacher Diethylphthalat und verschiedene UV-Filter.

Wien kauft hormonfrei

Die Stadt Wien verzichtet im Rahmen von "Ökokauf Wien" selbst auf schädliche Produkte. Zumdem achtet das Beschaffungswesen der Stadt darauf, dass Wiens Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wie etwa Kranken- und Pflegehäuser nur gesunde Kosmetikprodukte anschaffen.

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