Mit ein paar einfachen Tricks vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Lesen spannend, abenteuerlich und vor allem lustig sein kann. ©iStockphoto

Wie wird mein Kind zum Bücherwurm?

Verzauberte Welten, gruselige Schlösser, tapfere Helden: Das Angebot an Kinderbüchern ist bunt gemischt und vielseitig. Doch Ihr Kind hat keine Lust zu lesen? CLUB WIEN gibt Tipps, wie auch aus Ihrem Kind ein kleiner Bücherfan werden kann.

Durch Computerspiele, PlayStation und Fernsehen verlieren Bücher heutzutage immer mehr an Reiz. Doch ist gerade die Lesekompetenz für die Weiterentwicklung des Kindes enorm wichtig. Lesen bringt Wissen, hilft beim Lernen und unterstützt generell die Forcierung der Denkfähigkeiten. Bücher fördern die Fantasie, helfen den Kindern, sich sprachlich besser auszudrücken, und sind der Schlüssel zum schulischen Erfolg. Im Folgenden ein paar einfache Tipps, wie Sie Ihrem Kind helfen können, das Interesse am Lesen frühzeitig zu entdecken und es auch zu erhalten.

Fangen Sie früh an

Bereits im frühesten Alter lohnt es sich, mit der Leseförderung zu beginnen. "Am besten ist es, schon von klein auf den Kontakt zu Büchern herzustellen. Diese gemeinsam anzuschauen und in den Alltag einzubauen. Auch Kniereiter, Lieder, Gedichte, Klatsch- und Rhythmik-Spiele helfen, ein Gefühl für die Sprache und ihren Rhythmus zu entwickeln", rät Barbara Eichinger von Kirango, dem Kinderplanet der Hauptbücherei der Stadt Wien.

Blättern Sie mit Ihrem Kind Bilderbücher durch, lesen Sie ihm Geschichten vor und singen Sie zusammen Kinderlieder. All dies fördert die positive Entwicklung der Lesefähigkeit und hilft, eine Beziehung zur gesprochenen und geschriebenen Sprache aufzubauen.

Wie wäre es mit einem Leseritual?

Ein besonders schöner Weg, seinem Kind das Lesen näherzubringen, ist das Vorlesen. Im Arm von Mama oder Papa zu sitzen, Geschichten zu lauschen und gemeinsam neue Welten zu entdecken, vermittelt Sicherheit und Nähe. "Beim Vorlesen bekommen die Kinder einen positiven Bezug zu Büchern. Über die Beziehungsebene wird vermittelt, dass Lesen etwas Schönes ist. Zudem werden die Kinder literaturkompetent. Sie wissen, wie eine Geschichte aufgebaut ist, welche Genres oder auch welche Figuren es gibt", so Barbara Eichinger.

Machen Sie das Vorlesen zu einem Ritual, zum Beispiel mit einer regelmäßigen Gutenachtgeschichte vor dem Schlafengehen. Beim Vorlesen können Sie Ihrem Kind Wörter erklären, über den Inhalt sprechen oder Ihr Kind die neu erlernten Wörter nachsprechen lassen. Vorlesen erweitert den Wortschatz und verstärkt die positive Bindung zu Ihrem Kind.

Das richtige Buch bringt die richtige Motivation

Wenn Kinder nur ungern lesen, liegt das häufig nicht am fehlenden Interesse, sondern am falschen Buch. Deshalb lassen Sie immer Ihr Kind bei der Bücherauswahl entscheiden, denn wenn eine spannende Geschichte lockt, schreckt auch ein dickeres Buch nicht ab. "Bieten Sie Kindern Bücher an, die ihr Interesse wecken beziehungsweise ihren Interessen entsprechen. Da sind natürlich Sachbücher sehr hilfreich. Auch Rechenrätsel für mathematisch begabte Kinder oder Bücher zu Filmen wie "Minions" oder "Starwars" sowie Superhelden motivieren manche Lesemuffel. Mittlerweile gibt es viele Erstlesereihen zu 'Starwars', Batman & Co, die einfach zu lesen sind, auch für leseschwache Kinder", verrät Barbara Eichinger.

Kinder, die bereits im frühen Alter begeistert Bücher lesen, greifen auch später häufiger zu hochwertiger Literatur. Schauen Sie zudem, dass immer ein Buch in Reichweite ist, sodass sich Ihr Kind zu jeder Zeit und wann immer die Leselust auftaucht ein Buch schnappen kann.

Was tun bei Leseschwierigkeiten?

Wenn Ihr Kind Schwierigkeiten beim Lesen hat, üben Sie gemeinsam: Lesen Sie zusammen Bücher, sprechen Sie über das Gelesene, erklären Sie Ihrem Kind unbekannte Wörter, aber vor allem zeigen Sie ihm Ihre Zuwendung und Ihren Zuspruch. "Oft liegt das Problem darin, dass Kinder viele Begriffe nicht kennen und der Lesefluss ins Stocken gerät. Da ist dann auch schnell die Motivation weg und das Lesen wird mühsam", erzählt Frau Eichinger.

Wenn die Leseschwierigkeiten trotz Übens nicht besser werden, klären Sie ab, ob Ihr Kind vielleicht eine Sehschwäche oder ein Legasthenie-Problem hat. Ist die Ursache erst einmal gefunden, kann auch die Leselust wieder geweckt werden.

Die Welt der Bücher

Um Kindern das Lesen und vor allem den Spaß am Lesen näherzubringen, ist ein Besuch in der Bibliothek ein guter Tipp. Gehen Sie gemeinsam auf Entdeckungsreise in die Bibliothek: Erforschen Sie zusammen die unterschiedlichen Genres, setzen Sie sich in eine gemütliche Ecke und stöbern Sie durch spannende Bücher. Die große Auswahl an Lesestoff sorgt dafür, dass der Lesereiz aufrechtbleibt und Ihrem Kind nicht langweilig wird.

Die Wiener Bücherei Kirango bietet Bücher für alle Altersgruppen zu vielen verschiedenen Themen sowie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Für jüngere Kinder und deren Eltern findet regelmäßig Kirangolini, ein Lesefrühförderprogramm, statt. Für ältere Kinder gibt es Mitmach-Workshops, bei denen Bücher und Geschichten im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus gibt es auf Kirango Lesungen und Veranstaltungen mit Illustratorinnen und Illustratoren."

Die passende Lektüre

Zum Lesespaß gehört natürlich die perfekte Leselektüre. Klassischer Lesestoff wie die Comicromane "Mein Lotta-Leben" von Alice Pantermüller oder die Reihe "Gregs Tagebuch"  von Jeff Kinney ist bei Kindern immer sehr beliebt. Auch klassische Krimireihen wie "Die drei Fragezeichen" versprechen viel Spaß und Spannung. Für die etwas Älteren empfiehlt sich das Buch "Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven, eine Erzählung über Mobbing in der Schule.

Kirango-Büchertipps

Sie sind auf der Suche nach dem richtigen Buch für Ihr Kind? Der Kinderplanet Kirango verrät Ihnen, welche Bücher aktuell besonders beliebt bei den kleinen Bücherwürmern sind:

  • Anaïs Vaugelade: Ich bau mir einen großen Bruder
  • Anne Brouillard: Im Land der Chintier. Der große Wald
  • Henning Callsen: Pelle und Pinguine. Kein Problem, sagt Papa Eisbär
  • Annette Pehnt: Der Bärbeiß. Schrecklich gut gelaunt
  • Alexa Hennig von Lange: Mein Sommer als Heidi
  • Benjamin Alire Sáenz : Die unerklärliche Logik meines Lebens
  • Rose Lagercrantz: Wann sehen wir uns wieder?

Das Motto lautet daher, nichts wie ran an die Bücher und erforschen Sie mit Ihrem Kind die schöne Welt des geschriebenen Wortes.

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