Darko Mihajlovic macht bei der Stadt Wien eine Lehre zum Geoinformationstechniker. © Bohmann/Rinkhy

 

"Die Lehrstelle ist genau das, was ich wollte"

Die Lehrlinge der Stadt Wien sorgen in Zukunft dafür, dass Wien die lebenswerteste Stadt der Welt bleibt. Darko Mihajlovic von der Stadt Wien - Umweltschutz hat eine Lehre als Geoinformationstechniker begonnen und ist über seine Wahl mehr als glücklich.

Die Lehrstellen der Stadt Wien glänzen mit Vielfalt. Im breiten Ausbildungsangebot ist für nahezu jede und jeden etwas dabei. So auch für Darko Mihajlovic. Darko hat von seinem Vater eine ausgeprägte Leidenschaft für das Zeichnen geerbt und geht dem auch selbst mit ganz viel Genauigkeit nach. "Meistens zeichne ich interessante Motive ab. Das kann alles Mögliche sein, was auch immer mir gerade in den Sinn kommt", sagt Darko. Eine kreative Ader und ein Auge für Details sind Voraussetzungen für eine Karriere als Geoinformationstechnikerin beziehungsweise Geoinformationstechniker. Ein Jugendcoach hat Darko auf die Ausbildung als Geoinformationstechniker aufmerksam gemacht, er bewarb sich bei der Stadt Wien und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte.

 

Den Zieseln auf der Spur

Mittlerweile ist Darko seit drei Monaten dabei. Er und Kollegin Lisa sind die Ersten, die diese Lehre bei der Stadt Wien machen. Das ist natürlich auch für die Abteilung Neuland, sagt Ausbildner Klaus Kramer, während er und Darko mit einem GPS-Gerät Bäume für die spätere Erfassung in Landkarten markieren. Das Gerät kann sämtliche Standorte auf den Dezimeter genau erfassen. "Heuer haben wir damit zum Beispiel schon am Bisamberg Löcher von Zieseln erfasst", sagt Darko. Die kleinen Nagetiere sind streng geschützt und müssen kontinuierlich beobachtet werden. Das Team kartiert darum deren Bauten, um die Aktivitäten der Nager zu verfolgen. Die Daten sind für weitere Schutzmaßnahmen sehr wichtig.

Klaus Kramer hat über seinen Lehrling nur Gutes zu berichten. "Wir bilden das erste Mal den Beruf aus, Darko und Lisa sind also eine echte Pionierin und ein echter Pionier. Wir sind mit beiden vollauf zufrieden, unsere Erwartungen wurden definitiv übertroffen." Neben seiner Arbeit in der Wiener Umweltschutzabteilung besucht Darko auch die Berufsschule in der Wagramer Straße. "Das taugt mir auch sehr, denn dort lernen wir in den Stunden, egal ob Englisch oder Mathematik, hauptsächlich Sachen, die für unsere Arbeit relevant sind." Zwei Wochen Berufsschule hat Darko mittlerweile hinter sich, der erste Eindruck ist sehr positiv.

Wie entwickelt sich die Stadt?

Im Anschluss an die Vermessungen fahren Darko und Klaus Kramer wieder ins Büro in der Dresdner Straße. Hier spielt sich der Großteil der Arbeit ab. Darko wird darin ausgebildet, spezielle Geoinformationsprogramme zu beherrschen. Auf dem Bildschirm öffnet er eine Karte, an der er gerade arbeitet. "Hier sehen wir eine Karte aus dem Jahr 1912. Meine Aufgabe ist, sämtliche Flächen wie Innenhöfe und Grünanlagen zu markieren, um sie dann im Anschluss mit heutigen Karten zu vergleichen. So kann man zum Beispiel sehen, wie sich etwa die Anzahl der Grünflächen entwickelt hat." Beim Einzeichnen von neuen Standorten in digitale Karten kann Darko seine Zeichenleidenschaft so richtig ausleben.

Darkos Job ist, Daten zu bearbeiten. Wenn neue Straßen dazukommen, wenn neue Parks oder andere Anlagen entstehen, dann kümmert sich das Team der Stadt Wien - Umweltschutz um die umweltrelevanten Aspekte der Planung und beispielsweise die Kartierung von Baumüberschirmungen. Obwohl Darko erst drei Monate dabei ist, hat er schon viel praktische Erfahrung gesammelt. "Zuerst hatte ich die Chance, Landschaftsschutzgebiete in Liesing zu bearbeiten und jetzt eben die Karte von 1912. Dass ich gleich so viel mithelfen darf, macht die Ausbildung natürlich sehr spannend."

Traumjob gefunden

Ganz wichtig für Lehrlinge ist die Stimmung im Team. Und die ist laut Darko hervorragend. "Ich bin super aufgenommen worden. Alle waren sehr nett und haben sich echt um mich gekümmert. Ich fühle mich hier sehr gut aufgenommen", sagt Darko. Gutes Arbeitsklima, hohe Jobsicherheit und abwechslungsreiche Tätigkeit: Darko ist mit seiner Wahl auch nach drei Monaten überglücklich. "Ich kann nicht klagen. Die Ausbildung ist genau das, was ich wollte", sagt Darko und widmet sich wieder der Karte aus dem Jahr 1912.