Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál und die frühere Mieterin Monika Pöltner mit dem Modell des Neubaus (Archivbild). © PID/Christian Jobst

 

Günstig leben in unserer Stadt

Rund 60 Prozent der WienerInnen leben in Gemeindewohnungen oder im geförderten Wohnbau. Das gibt Sicherheit – und hält die Mietpreise in Wien auf einem leistbaren Niveau.

Der Schock war groß, als eine Gasexplosion den Gemeindebau in der Preßgasse im 4. Bezirk zerstörte. Zwei Menschen kamen ums Leben. Das Haus musste abgerissen werden. Viele Familien verloren ihr Zuhause und wurden in Ersatzwohnungen untergebracht. Jetzt haben sie Grund zur Freude: "Ihr" Gemeindebau wird wieder aufgebaut, die Arbeiten laufen bereits.

Preßgasse in Arbeit

In der Preßgasse entstehen 33 barrierefreie Wohnungen. Das Gebäude wird besonders klimafreundlich sein, im Innenhof sind ein Kinderspielplatz und Hochbeete zum Garteln geplant. Im Herbst 2023 können die MieterInnen - wenn sie möchten - zu den gleichen Mietkonditionen wie im "alten" Haus einziehen.

Neue Projekte in vielen Bezirken

Sozial verträglich gebaut wird aber in der ganzen Stadt: So wurden im Wildgarten (12.) heuer schon 123 moderne Gemeindewohnungen an ihre MieterInnen übergeben. Noch in diesem Jahr bekommen auch die MieterInnen der 46 Gemeindewohnungen beim ehemaligen Gaswerk Leopoldau (21.) die Schlüssel zu ihrer Traumwohnung. Auch am Eisring Süd (10.) werden bald 124 Wohnungen übergeben. Die Vergabe für die 332 Wohnungen am Handelskai startet noch im Herbst. Ebenfalls in Planung oder kurz vor Baubeginn sind Projekte zum Beispiel am Montecuccoliplatz in Hietzing oder in der Engerthstraße in der Leopoldstadt. Der Bau von Wohnungen ist wichtig. Denn die Bevölkerung wächst – bis zum Jahr 2028 wird Wien die Zwei-Millionen-EinwohnerInnen-Grenze überschreiten. Aktuell leben 500.000 Menschen in 220.000 Gemeindewohnungen.

Holzbau im Einklang mit der Natur

Es gilt, weiterhin leistbaren Wohnraum zu schaffen – dabei aber die Umwelt nicht mehr als unbedingt nötig zu belasten. Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál erklärt: "Wien steht heute vor der Aufgabe, auf Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Anstieg der Wohnbevöl-kerung bestmögliche Antworten zu finden. In diesem Sinn haben wir mit dem
1. Wiener WohnBAUMpro- gramm eine entsprechende Maßnahme entwickelt, die den Schwerpunkt auf das Thema Bauen und Wohnen im Einklang mit der Natur in der Stadt legt. Umweltbewusst und ökologisch, naturnah und trotzdem urban."

In den kommenden Jahren sollen 1.000 leistbare Wohnungen in Holzbauweise errichtet werden. Den ersten Bauträgerwettbewerb dazu gibt es bereits heuer im Herbst. An sechs Standorten im 21. und 22. Bezirk sind jeweils zwischen 5 und 50 Wohneinheiten vorgesehen. Insgesamt sollen in diesem ersten Schritt rund 155 geförderte Wohnungen in Holzbauweise geschaffen werden. 

 

Tipps von Profis

Die MieterHilfe ist mit ihrem Angebot im Sommer auf Tour durch die Bezirke - und kommt mit Infos und Beratung rund ums Thema Miete auch in Ihre Nähe. Dabei kann man sich von den Wohnprofis zum Beispiel ausrechnen lassen, ob die Miete in der Altbauwohnung möglicherweise zu hoch ausfällt. Die ist nämlich gesetzlich festgelegt. Und doch zahlen vier von fünf MieterInnen zu viel. "Eine Überprüfung der Miethöhe kann sich durchaus lohnen", rät auch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál. Bei der Mietzinsüberptüfung von 3.000 Altbaumieten hat die MieterHilfe festgestellt, dass rund vier Euro pro Quadratmeterzu viel bezhalt werden. Diese Differenz kann mit Unterstützung der MieterHilfe zurückverlangt werden. Außerdem Thema bei der Bezirkstour - und in Corona-Zeiten besonders aktuell: Fragen zu Mietrückständen oder zur Kündigung.