Lacrosse bei den Vienna Monarchs in Kagran. © Bohmann/Bubu Dujmic

Lacrosse mit den Vienna Monarchs

Im ersten Moment wirkt Lacrosse ein bisschen einschüchternd. Doch hinter der martialischen Fassade verbirgt sich ein facettenreicher und fordernder Gentleman-Sport. CLUB WIEN besuchte die Vienna Monarchs und durfte sogar ein wenig mittrainieren.

Die heiße Kagraner Sonne hätte es eigentlich gar nicht gebraucht. Beim Gedanken, Lacrosse auszuprobieren, kommt man auch so schon ins Schwitzen. Wer noch nie im Leben von Lacrosse gehört hat, dem kommt das Geschehen auf dem Sportplatz des Hellas Kagran wohl erst komisch vor. Große Typen mit sehr robusten Helmen, eingepackt in Polsterung und bewaffnet mit Stöcken mit Netzen an der Spitze sind schon ein besonderer Anblick. Das Ganze erinnert an eine Mischung aus Rittern und Vogelfängern. 

Der Weg ist das Ziel

Die erste Übung, die Andreas Seidler, Vizeobmann der Vienna Monarchs und Lacrosse-Veteran, vorzeigt, ist Fangen und Passen. Das ist schwer genug, denn wenn man nicht die richtige Armtechnik anwendet, bleibt der Ball nicht im Netz liegen. Das Laufen macht ebenso Probleme. Vor allem dann, wenn man von Lacrosse-Schläger tragenden Gegnerinnen und Gegnern verfolgt wird. Andreas erklärt, dass die sogar schubsen und gegen die Hände schlagen dürfen. Im Schachklub hätte es das nicht gegeben. Andreas erzählt mehr vom Phänomen Lacrosse.

"Wer den Sport meistern will, muss hart an sich arbeiten und sich immer weiterentwickeln. Das macht für mich auch die Faszination von Lacrosse aus", sagt er. "Wer sich nicht permanent selbst herausfordert, kann nicht weiterkommen. Schafft man das doch, ist es ein tolles Gefühl." Das kann man bestätigen. Tatsächlich in einer Spielsituation den Ball zu fangen statt ihm hilflos nachzusehen, ist ein Riesengefühl. Spielerinnen und Spieler müssen auf dem Feld vor allem schnell reagieren und sich anpassen. Körperliche und geistige Fitness sind ein Muss. Für alle Lacrosserinnen und Lacrosser ist genau das der Spaß. "Es stimmt, Lacrosse kannst du nicht in zwei Stunden lernen. Ich wusste aber schon nach zwei Stunden, dass genau das mein Sport ist", so Andreas, der davor jeden Sport mit Ball ausprobiert hat. Wasserball ausgenommen.

Hart, aber fair

Bei den Damen ist Lacrosse ein Sport, der ohne Kontakt verläuft, dafür ist es aufgrund des unterschiedlichen Schlägers schwerer, den Ball zu fangen. Bei den Herren ist der Sport allerdings sehr körperbetont. "Blaue Flecken sind normal", sagt Andreas. "Wenn man davon schon in Tränen ausbricht, ist man hier vielleicht falsch. Das gehört dazu, allerdings stehen Frauen auf Narben", schmunzelt der Lacrosse-Veteran. Dank des umsichtigen Umgangs der Monarchs mit der Gesundheit von Neulingen bleibt es erspart, die verführerische Wirkung von Narben zu testen. Danke dafür! Oder nicht? 

Die Angst legt sich schnell. Erstens ist die gute Stimmung im Team ansteckend. Zweitens macht es zu viel Spaß, um Angst zu haben. Lacrosse ist hart, aber fair. Seit jeher gilt es als Gentleman-Sport, bei dem sogar Fluchen bestraft wird. In der kleinen Lacrosse-Community gibt es außerdem Aggressionen nur auf dem Platz. Davor und danach gibt's Respekt sowie eine familiäre Atmosphäre. Auch bei den Monarchs, bei denen das Klima hervorragend ist.

Fazit: Lacrosse ist schwer und braucht Zeit, es zu meistern. Dafür macht es umso mehr Spaß und schnell süchtig. Es ist einfach eine Herausforderung für Geist und Körper. Beim Spiel kann man die ganze Welt vergessen und den Alltagsstress loswerden. Wir verlassen den Kagraner Sportplatz mit einem super Gefühl und freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit dem Sport.