Auch auf der Kaiserwiese im Prater wird es wieder eine Bühne geben. © Kultursommer/stadt wien marketing, Christoph Liebentritt

 

Im Sommer wird Wien zur Bühne

Musik, Kabarett, Tanz, Figuren- und Objekttheater sowie Zirkus: An 40 Standorten in ganz Wien lädt der Kultursommer Wien 2021 die WienerInnen zum kostenlosen Kulturgenuss.

Wann kann ich wieder ins Konzert, ins Theater, in die Oper, ins Kino oder Kabarett? Das fragen sich viele Wienerinnen und Wiener, die Kunst- und Kulturveranstaltungen sehr vermissen. Da aufgrund der Corona-Pandemie unklar ist, wann Kultureinrichtungen wieder öffnen können, hat die Stadt Wien eine Neuauflage vom Kultursommer Wien beschlossen. Sechs Wochen lang – von Anfang Juli bis Mitte August – wird die ganze Stadt zur Bühne. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler kündigt an: "Wir schaffen mit dem Kultursommer nicht nur ein Angebot für das Publikum, sondern geben Künstlerinnen, Künstlern und der Eventbranche eine Perspektive."

Vielseitiges Angebot

Der Kultursommer Wien will mit einem abwechslungsreichen Programm beim Publikum punkten. Für jeden Geschmack wird etwas dabei sein. So sind Konzerte verschiedenster Musikstile, aber auch Tanz, Theater und Performance, Kabarett sowie Lesungen und Poetry-Slam-Veranstaltungen und weitere Formate geplant. Besonderes Augenmerk wird auf Kinder und Jugendliche gelegt. Für sie wird es dieses Jahr mehr Angebote geben.

Neu ist eine Clubschiene. Geplant ist eine Outdoor-Location, wo Clubbetreiberinnen und -betreiber, die ihre Lokale schon seit mehr als einem Jahr geschlossen halten müssen, so richtig aufdrehen können. Bei der älteren Generation fanden die Gartenkonzerte in 16 Wiener PensionistInnen-Wohnhäusern großen Anklang. Deshalb wird dieses Jahr an 25 Standorten musiziert. Ein weiterer Fixpunkt sind die kostenlosen Tanzworkshops "Public Moves" in Kooperation mit ImPulsTanz an drei Plätzen.

Mehr Veranstaltungsorte

Um den Kultursommer Wien breiter in der Stadt zu verankern, wird es heuer mehr Veranstaltungsorte, vor allem auch in den Flächenbezirken außerhalb des Zentrums, geben. Neben den bewährten Bühnen – etwa auf der Kaiserwiese, am Naschmarkt, in Oberlaa oder auf der Donauinsel – kommen unter anderem der Herderpark im 11. Bezirk, Neu Marx im 3. Bezirk, der Kongresspark im 16. Bezirk, Alt-Erlaa im 23. Bezirk, der Mühlschüttel-Park im 21. Bezirk und die Janis-Joplin-Promenade im 22. Bezirk dazu. Insgesamt wird es an 40 Orten 1.000 Auftritte geben – jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwei Auftritte pro Abend.

Programm im Juni fixiert

Das Programm des Kultursommers ist in Planung und wird im Juni veröffentlicht. Kunst- und Kulturschaffende haben über 2.400 Programmvorschläge eingereicht. Ein 14-köpfiges ExpertInnenteam aus Kunst und Kultur sichtet die Vorhaben.

Filmstadt am Leben erhalten

Kinos leiden stark unter der Corona-Krise. Sie müssen ohne Einnahmen ihre Fixkosten tragen. "Wir wollen die Programmkinos in ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit erhalten und die Arbeitsplätze sichern. Wir unterstützen sie daher mit einer Sonderförderung von einer Million Euro", erklärt Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Gartenbaukino renoviert

Unterstützt wird auch das denkmalgeschützte Gartenbaukino. Es wird saniert und erhält zum Beispiel eine neue Haustechnik. Manches wird in den Originalzustand von 1960 rückgeführt. Die Kosten betragen 3,3 Millionen Euro, zwei Millionen davon trägt die Stadt. Die neue Bestuhlung wird über Crowdfunding finanziert, beispielsweise über Sesselpatenschaften.

Wien bleibt die Stadt der Kultur

"Kultur liegt in der DNA der Stadt Wien. Umso schmerzhafter sind die Schutzmaßnahmen im Kulturbereich – der Besuch von kulturellen Veranstaltungen gehört für viele Wienerinnen und Wiener zum Alltagsleben. Nicht zu vergessen ist auch, dass vielen Kulturschaffenden die Erwerbsgrundlage entzogen wurde. Im Vorjahr veranstalteten wir mit dem Kultursommer als erste europäische Großstadt ein Kulturfestival. Wir haben bewiesen, dass mit guten Konzepten während der Pandemie coronasichere Veranstaltungen möglich sind. Das Publikum war begeistert: 50.000 Kulturfans besuchten die Veranstaltungen. Auch international fand die Wiener Initiative viel Beachtung. Deshalb bereiten wir jetzt den Kultursommer 2021 vor. Damit bringen wir neuerlich ein Stück Normalität und Lebensfreude in den Alltag der Wienerinnen und Wiener und bieten Kulturschaffenden die Möglichkeit, live vor Publikum aufzutreten", so Bürgermeister Michael Ludwig.