24.JUNI 2020 
Lifestyle
Wo geht nur der ganze Strom hin? Manchmal können Kühlschränke frustrieren. CLUB WIEN hat nachgefragt, wie man das vermeiden kann. © Getty Images

So bleibt Ihr Kühlschrank richtig cool

Gerade im Sommer kann man sich ein Leben ohne Kühlschrank kaum vorstellen. Leider ist das Gerät nicht immer unser bester Freund, sondern gerne auch ein Stromfresser. CLUB WIEN hat beim Reparaturnetzwerk nachgefragt, wie man das vermeiden kann.

Im Sommer brummt der Kühlschrank gerne mit der Klimaanlage um die Wette. Die Stromrechnung kann einen danach noch härter treffen als ein Hitzeschlag. Ein Beispiel: Schon eine einen Zentimeter dicke Eisschicht kann den Stromverbrauch verdoppeln. Ein Problem, mit dem Walter Kaufmann bestens vertraut ist. Der Experte repariert und serviciert Kühlschränke seit 25 Jahren und ist Teil des Reparaturnetzwerks.

Woran kann es also liegen, dass uns der Kühlschrank die Haare vom Kopf frisst? Vielleicht ist es einfach Zeit für ein neues Gerät. „Moderne Kühlschränke haben einen wesentlich geringeren Stromverbrauch als ältere, teilweise ausgediente Geräte“, sagt Kaufmann. Das liegt hauptsächlich an der Technik und den Materialien, etwa der stets besser werdenden Wärmedämmung. Die Energieeffizienz ist übrigens ganz einfach auf dem EU-Energieverbraucherkennzeichen abzulesen.

Eis, Eis, Kühlschrank

Das ist aber bei Weitem nicht der einzige Grund. „Neben diesem Faktor gilt es noch auf den Aufstellungsort zu achten. Ein Kühlgerät sollte niemals neben einem Gerät montiert werden, das Wärme erzeugt, zum Beispiel dem Backofen. Dies führt zu einer höheren Belastung des Kühlaggregats, um die gewünschte Temperatur zu halten, und somit zu einem erhöhten Stromverbrauch“, sagt Kaufmann. Die Umgebungstemperatur beeinflusst den Kühlschrank stark, ein höherer Verbrauch im Sommer ist also schwer zu vermeiden.

Ein Klassiker ist der vereiste Eisschrank. Wie eingangs erwähnt kostet jede Eisschicht bare Münze und schädigt nebenher noch das Klima durch den hohen Verbrauch. „Das Gerät sollte dringend abgetaut werden. Am besten funktioniert dies, indem man ein Gefäß mit heißem Wasser auf einem Holzbrett in den abgeschalteten Kühlschrank stellt und wartet, bis sich das Eis von selbst löst“, sagt Kaufmann. „Es darf keinesfalls mit diversen Gegenständen nachgeholfen werden, das Eis zu lösen, da dies zu massiven Beschädigungen führen kann.“

Die Sache mit der Dichtung

Passt der Eislevel, empfiehlt sich ein Blick auf die Dichtung. „Die Dichtung muss getauscht werden, wenn eine augenscheinliche Beschädigung oder Deformation vorliegt. Also sprich, wenn diese gerissen ist oder aufgrund anderer Umstände nicht mehr ihre ursprüngliche Form hat und die Türe nicht mehr richtig abdichtet beziehungsweise schließt“, sagt Kaufmann, der davon abrät, diese selbst zu wechseln. „Eine falsch montierte Dichtung kann zu ungewollten, negativen Effekten führen. Beispielsweise könnte durch eine falsche Montage das Gefrierfach vereisen oder sich zu viel Kondenswasser im Kühlschrank bilden. Auch eine Beschädigung der Türe kann nicht ausgeschlossen werden.“

Apropos Kondenswasser: Das entsteht, wenn kalte Luft auf eine warme Oberfläche trifft. „Dies geschieht meist während der Stehzeit des Kühlschranks. Hierzu ist wichtig, die Ablaufrinne stets zu reinigen und zu kontrollieren, da sonst der Kondenswasserablauf verstopft. Falls der Ablauf doch verstopft sein sollte, wird dieser irgendwann übergehen und das Kondenswasser wird aus dem Kühlschrank hinausrinnen.“

Was tun, wenn der Kühlschrank stinkt?

Egal ob die Packung mit dem Quargel geplatzt ist oder sich der Auffangbehälter mit Tauwasser füllt: Der Gestank kann einem die gute Sommerlaune vermiesen. Unangenehme Gerüche muss man aber nicht akzeptieren und es gibt ein effektives Hausmittel. „Heutzutage bieten moderne Geräte meist einen Aktivkohle-Geruchsfilter. Dieser muss nach Angaben des Herstellers in einem bestimmten Reinigungsintervall gesäubert oder gewechselt werden. Als ‚Hausmittel‘ kann auch eine Schale mit Kaffeesatz in den Kühlschrank gestellt werden. Dieser hat die Eigenschaft, Gerüche aufzunehmen und zu binden“, sagt Kaufmann. Reinigen sollte man alle drei bis vier Monate, ein nasses Tuch und etwas Essigwasser sind dafür absolut ausreichend.