14.MAI 2020 
Umwelt
Der Komposthaufen kann zu Ihrem besten Freund im Garten werden. © Getty Images

Das schwarze Gold im Garten

Er ist das Geheimnis hinter so manch wunderschönem Blumenbeet: der Kompost. Die Kompostierung kann die Bodeneigenschaften in Ihrem Garten erheblich verbessern. CLUB WIEN hat sich von DIE UMWELTBERATUNG ein paar Tipps abgeholt.

Auf einem Komposthaufen werden Gartenabfälle, etwa Laub, Gras- und Strauchschnitt, sowie Küchenabfälle, darunter Erdäpfelschalen bis hin zum Kaffeesud, gesammelt. Der Kompost ist aber mehr als nur ein Outdoor-Abfallkübel, wie Biologin Sophie Jäger-Katzmann von DIE UMWELTBERATUNG weiß. „Dabei wird organisches Material von verschiedenen Organismen abgebaut und zu Komposterde, also Humus, umgebaut. Wichtig ist dabei eine Durchlüftung des Komposts, da diese Prozesse Sauerstoff benötigen“, sagt die Expertin. Wer einen neuen Haufen ansetzt, braucht etwas Geduld. Der Prozess dauert neun bis zwölf Monate. Fertig ist der Kompost, wenn er nach Waldboden riecht und ganz locker ist.

Die perfekte Gemüseerde

Doch wofür das Ganze? Gartenprofis nennen den Kompost nicht umsonst das „schwarze Gold“. „Er ist die beste Möglichkeit, den Kreislauf der Natur zu schließen und Nährstoffe wieder den Pflanzen bereitzustellen. Kompost ist in erster Linie ein natürlicher organischer Dünger. Er bewirkt auch die Aufbesserung von schlechter Erde und erhöht den Wasserrückhalt im Boden“, sagt Jäger-Katzmann. Der Kompost dient außerdem als Nahrung für nützliche Gartenfreunde wie den Regenwurm und andere Bodentiere. Gemischt mit Gartenerde und Sand, liefert der Kompost perfekte Gemüseerde und auch ideales Material für Blumenkisterln und Töpfe.

Falls Sie sich fragen, ob das auch für Sie Sinn macht, lautet die Antwort: Ja. „Organische Abfälle zu kompostieren ist immer sinnvoll“, sagt Jäger-Katzmann. „Für kleinere Gärten oder wenn man keinen offenen Komposthaufen möchte, gibt es auch geschlossene Kompostbehälter zu kaufen“, sagt Jäger-Katzmann.

Ein bisschen Pflege muss sein

Beim Aufbau gibt es einiges zu beachten. Der Kompost darf nicht in der prallen Sonne stehen, sondern braucht Halbschatten. „Wichtig ist die Schichtung des Komposthaufens, also Strukturmaterial wie Zweige oder Häckselgut und schnell verrottendes Material wie Grasschnitt oder Küchenabfälle abzuwechseln, da der Kompost weder zu trocken noch zu nass sein soll“, sagt Jäger-Katzmann. Im Sommer mag es nötig sein, ab und zu etwas zu gießen, doch mit Vorsicht: Der Kompost darf keinesfalls zu nass sein. „Da es der Kompost luftig mag, muss die Umrandung luftdurchlässig sein. Nach ein paar Monaten muss der Kompost umgesetzt werden, um ihn zu belüften. Das kann man mit einem zweiten Haufen machen oder innerhalb des Behälters.“

Ein häufiger Fehler ist, unerwünschte Beikräuter auf den Kompost zu geben. Dadurch können sich deren Unkrautsamen möglicherweise im Garten verteilen. Auch kranke Pflanzenteile, wie etwa Pilzbefallenes oder Verschimmeltes, sind kein Fall für den Kompost, sondern für den Restmüll. Nichtorganisches Material, wie etwa Plastiksackerl oder Zigarettenstummel, hat nichts im Haufen verloren, und auch gewürzte Speisereste sollte man unbedingt vermeiden. Wichtig ist auch, dass das Regenwasser ungehindert absickern kann.

Wenn der Kompost steht, sollte man ihn regelmäßig umsetzen. So wird der Haufen belüftet und durchmischt. Bei starker Trockenheit gießen, um die Rotte in Gang zu halten. Die gute Durchmischung aller Abfälle, die auf den Kompost kommen, macht es aus. „Vor Gebrauch sollte er durch ein Gitter geworfen werden, um die gröberen Pflanzenteile oder Steine zu entfernen“, sagt Jäger-Katzmann.

Die Fauna sagt Danke!

Über den Kompost freuen sich nicht nur Pflanzen und Gemüse. Auch die Tierwelt wird es Ihnen danken. „Kompost fördert das Bodenleben im Garten. Mikroorganismen, Regenwürmer, Asseln, Käferlarven und viele andere im Garten nützliche Tiere können sich ansiedeln und vermehren. Amseln freuen sich über die Regenwürmer, ab und zu sind auch Mäusenester im Kompost zu finden“, sagt Jäger-Katzmann. Der einheimischen Fauna die Suche nach Lebensraum in der modernen Welt zu erleichtern, ist auf jeden Fall eine tolle Sache.

Gärtnerinnen und Gärtner wissen längst: Kompostieren ist nicht nur nützlich, es macht auch Spaß und ist eine regelrecht beruhigende Tätigkeit. Auch Jäger-Katzmann ist begeisterte Gärtnerin. „Es gibt immer etwas Neues zu entdecken, und die Natur zu lieben ist die Grundlage, um sie zu schützen. Wir haben selbst einen Garten, wo wir gemeinsam mit unseren Kindern Gemüse und Obst anbauen und ausschließlich biologisch arbeiten.“

In diesem Sinne wünscht CLUB WIEN eine schöne und erfolgreiche Gartensaison!