Ein Rezept, zwei Gerichte: Die cremige Erdäpfelsuppe hat überzeugt, die würzigen Hühnerkeulen auch. © Bohmann

 

Keine Laktose? Kein Gluten? Kein Problem!

Viele Menschen tun sich mit der Diagnose Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit schwer. Dabei kann man auch ohne sehr schmackhaft kochen. Das zeigen nicht zuletzt die Kochkurse der VHS. CLUB WIEN hat sich Tipps geholt und ein Rezept nachgekocht.

Dass es Menschen, die auf Gluten und Laktose verzichten müssen, nicht leicht haben, weiß Kochkursleiter Leonardo Mazzei nur zu gut. Schließlich leidet er selbst unter der Intoleranz. „Milchprodukte sind einfach in sehr vielen Lebensmitteln und Rezepten enthalten. Gleiches gilt für Gluten, die man zum Beispiel auch in Sojasaucen findet. Gerade der Besuch eines Restaurants ist eine Herausforderung“, sagt Mazzei. Brot ist ein Problem, Pizza ebenso, von Desserts ganz zu schweigen. Der gebürtige Ligurier macht aber aus der Not eine Tugend. „Ich sehe meine Intoleranz als Anreiz, gesünder zu essen. Und seit ich mich entsprechend ernähre fühle ich mich wieder voller Energie. Für mich war die Diagnose auch positiv, denn ich wusste endlich, warum ich mich oft schlecht gefühlt habe.“

Einfach, nachhaltig und schmackhaft

Sein Know-how teilt Mazzei unter anderem beim Kurs „Gluten-/laktosefrei und trotzdem köstlich“ in den Wiener Volkshochschulen. Der nächste Termin ist übrigens am 7. Juli. Auch die anderen Kochkurse der VHS sollten Hobbyköchinnen und -köche auf keinen Fall verpassen. Dank der großen Auswahl ist für jede und jeden etwas dabei.

Als Italiener liegt Mazzei der Genuss im Blut. Schon seit seiner Studienzeit verfolgt er seine Passion fürs Kochen. Als Kursleiter liegen ihm Machbarkeit und Nachhaltigkeit besonders am Herzen. „Ich möchte zeigen, wie man alles im Kühlschrank verwenden kann und nichts wegschmeißen muss. Außerdem sollen meine Rezepte einfach und schnell sein. Auch Menschen, die nicht so viel Zeit haben, sollen gut essen.“

Generell gibt es auf dem Markt schon sehr viele gute Ersatzprodukte für Menschen, die Laktose und Gluten meiden müssen. Schwieriger wird das Ganze, wenn man, wie Mazzei, auch hefe- und maisintolerant ist. „Es gibt dann wenig Auswahl. Sie können mit Reismehl, Hafermehl und Buchweizenmehl ein Brot backen, aber das ist ehrlich gesagt nicht so lecker. Nudeln kann man mit Reismehl und Sojamehl machen, allerdings ist das eine echte Herausforderung.“

 

Wer braucht schon dieses Gluten?

Verzichten muss dennoch niemand. Im VHS-Kurs zeigt Mazzei, dass man Gerichte kochen kann, bei denen Intoleranz keine Rolle spielt. Inspiration bezieht er dabei unter anderem aus der süditalienischen Hausmannskost. CLUB WIEN verriet Mazzei eines seiner Lieblingsrezepte. „Das Rezept ist sehr praktisch, weil man eigentlich zwei Gerichte gleichzeitig zubereitet: Hühnerkeulen und eine köstliche Kartoffelcremesuppe.“

CLUB WIEN hat das Gericht umgehend ausprobiert und für sehr einfach und köstlich befunden. Das Beste: Wüsste man nicht von Haus aus, dass das Gericht ohne Laktose und Gluten auskommt, würden man keine Sekunde daran denken.

Zutaten:

  • 1,5 kg Kartoffeln
  • 1 kg Hühnerkeulen
  • 4 große Karotten
  • 3 Schalotten
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • Kurkuma
  • Bio Extra Natives Olivenöl
  • griechische Kräuter
  • Majoran
  • Rosmarin
  • 2 Lorbeerblätter
  • glutenfreie Sojasauce

Zubereitung:

Wir beginnen damit die Schalotten so klein wie menschenmöglich zu schneiden. Als Nächstes werden diese in vier Esslöffel Olivenöl angeschwitzt und dann kommen auch schon die Hühnerkeulen dazu. Diese braten wir goldbraun. „Die Keulen nicht anbrennen lassen“, gibt uns Mazzei als Tipp mit Augenzwinkern mit. Woher weiß er bloß, dass wir notorische Anbrennerinnen und Anbrenner sind?

Sind die Keulen schön gebräunt, gießen wir zwei Liter Wasser in den Topf und würzen mit Salz, Pfeffer und Kurkuma. Letzteres ist nicht nur gesund, er gibt den Keulen auch eine ansprechende Farbe. Auch die geschälten Kartoffeln gesellen sich nun dazu. Dabei können diese ruhig ganz bleiben. Wir würzen mit den griechischen Kräutern, verabreichen der Suppe noch drei weitere Löffel Olivenöl und bringen das Ganze zum Kochen.

Unter gelegentlichem Umrühren kochen wir die Suppe 30 Minuten lang. In der Zwischenzeit schneiden wir die Karotten in dicke Scheiben und heizen den Ofen auf 180 Grad vor. Nach 30 Minuten kommen die Karotten in den Topf und wir kochen das Gericht weitere zehn Minuten. Am Ende der Kochzeit würzen wir mit Muskatnuss und einer ordentlichen Prise Majoran.

Jetzt holen wir die Keulen raus und legen diese mit etwas Rosmarin in eine Backform und schieben sie fünf Minuten zur weiteren Bräunung in den Ofen.

Gericht Nummer eins ist jetzt auch schon fertig. Sie können die Hühnerkeulen gleich essen, am besten mit den Karotten aus dem Topf. Oder Sie machen es wie wir und verlesen sich im Rezept und lassen die Karotten in der Suppe. Nicht ganz so elegant, geht aber auch. Keulen servieren Sie mit der Beilage Ihrer Wahl, etwas Salat und einem fruchtigen Weißwein.

Die übrige Suppe wird mit zwei weiteren Esslöffeln Olivenöl, man spürt den italienischen Einschlag, sowie zwei Lorbeerblättern ein paar Minuten weitergekocht. Dann verwandeln wir diese mit unserem Stabmixer in eine Cremesuppe und schmecken sie mit zwei Esslöffeln glutenfreier Sojasauce ab.

Voilà, die Suppe ist auch fertig. Ob Sie die gleich essen oder für morgen aufheben, bleibt Ihnen überlassen. Beim Servieren schadet so oder so ein letzter Spritzer Olivenöl nicht. Ist ja bekanntlich gesund!

Fazit: Beim Kochen denken wir keine Sekunde an Gluten oder Laktose. Ein köstliches Rezept, das unabhängig von eventuellen Intoleranzen genossen werden kann. Falls Sie Lust auf weitere Inspirationen haben, sei Ihnen das Kochkursangebot der VHS empfohlen.