20.APRIL 2021 
Gesundheit
Auf einen Spieß gesteckt schmeckt Obst natürlich besonders gut. © Getty Images

Vitamine für die Kleinen

Kinder und Obst sind ein schwieriges Thema. Manche mögen gar keines, andere nur jenes in Form von Fruchtgummis. Wir haben nachgefragt, wie man den Kleinen Obst und Gemüse schmackhaft machen kann.

Es ist eine Szene, die nur allzu viele Eltern aus ihrem Alltag kennen. Für den Nachwuchs wird gewissenhaft eine gesunde Jause mit Obst und Gemüse zubereitet, und die wird mit schöner Regelmäßigkeit verschmäht. Da mit Drohungen und Belehrungen nichts erreicht wird, ist man mit seinem Latein schnell am Ende. Aber schmeckt gesundes Essen, also Obst und Gemüse, den Kleinen wirklich einfach nicht? Oder fehlt es schlicht an Tipps und Tricks, mit denen man vitaminreiche Kost schmackhaft machen könnte? Wir haben bei DIE UMWELTBERATUNG und der Wiener Gesundheitsförderung nachgefragt.

Allgemein gilt: Je jünger die Kinder, umso stärker orientieren sie sich daran, was ihre Eltern essen. Wer häufig Gemüse und Obst isst, kann davon ausgehen, dass sich die Kleinen früher oder später auch daran versuchen. Zudem essen sie mehr Obst und Gemüse, wenn sie es selbst auswählen und dort genießen können, wo sie sich wohl fühlen, zum Beispiel in ihrem eigenen Zimmer. Wer die Möglichkeit hat, im Garten, auf der Terrasse, dem Balkon oder dem Fensterbrett das eine der andere zu ziehen, sollte die Kleinen bei Anbau und Ernte mithelfen lassen. Gemeinsam und vielleicht kreativ zubereitete Speisen motivieren außerdem mehr zum Verzehr, als wenn man einfach eine Birne oder eine Gurke in die Hand gedrückt bekommt. Ein Apfel in Spalten geschnitten isst sich beim Spielen oder beim Erledigen der Hausaufgaben auch viel leichter.

Obst und Gemüse kreativ verarbeiten

Gerade bei jüngeren Kindern sollte man darauf achten, eher Obstsorten mit weniger Säure anzubieten. Je größer der Nachwuchs ist, desto ausgefallener können die Kreationen sein: etwa Fruchtspieße oder Obstsalat im Becher zum Mitnehmen. Auch verarbeitetes Obst in Form von frisch gepresstem Fruchtsaft, Kompott, Fruchtmus oder Smoothies kommen gut an. Dabei sollte man aber nicht übertreiben: Der Zuckergehalt ist hoch, also eher in begrenzten Mengen genießen.

Bei Gemüse sollten Eltern es mit rohem Fingerfood versuchen, etwa in Form von Sticks. Kohlrabi, Paprika, Gurken und Karotten eignen sich dafür besonders gut. Letztere haben in unseren Breiten außerdem gerade Saison. Dazu passen Topfen- oder Joghurtdips, eingetaucht wird von Kindern nämlich besonders gern. Auch beim Gemüse und seiner Zubereitung kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Mit Keksausstechern in Form gebracht, auf Spieße gesteckt oder dank Paprika und Schnittlauch ein lachendes Gesicht auf dem Butterbrot: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Bei Suppen oder Saucen für Nudeln kann man außerdem im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand hinausschauen. Neben der allseits beliebten Paradeissauce können auch einmal Kürbis, Karotten, Zucchini, Brokkoli oder Mais verarbeitet werden. Süßliche Gemüsesorten wie Karotten, Maiskörner oder Erbsen kommen prinzipiell besonders gut an.

Obst und Gemüse machen Schule

Was daheim beginnt, kann auch in der Schule fortgesetzt werden. Etwa als Jause eignen sich die bereits erwähnten Gemüsesticks aus Karotten, Paprika und Gurken. Außerdem gibt es das Wiener Schulfruchtprogramm. Dabei werden unter dem Motto "Frucht macht Schule" wöchentlich Obst und Gemüse möglichst aus der Region bei Präsenzunterricht direkt in die Schulen geliefert. Den Kindern soll so möglichst früh die Bedeutung von gesunden und regionalen Lebensmitteln und deren Herkunft nähergebracht werden. Dass Obst und Gemüse super schmecken, soll natürlich auch vermittelt werden.

Immerhin befinden sich die Kinder in einem Alter, in dem die Essgewohnheiten nachhaltig geprägt werden. So beschäftigt sich der Nachwuchs darüber hinaus gemeinsam mit dem Thema Essen, auch im Rahmen pädagogischer Maßnahmen, etwa bei Verkostungsworkshops und Exkursionen. Alles selbstverständlich jeweils an die jeweiligen Corona-Vorgaben der Bundesregierung angepasst. Gesundheit und Genuss finden quasi kinderleicht zueinander.

Übrigens: Der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist bei ausgereiften Obst- und Gemüsesorten am höchsten. Dazu müssen wir aber noch bis zum Sommer warten. Dann haben viele Obst- und Gemüsesorten Saison und schmecken besonders gut.